Das britische Chipdesign-Unternehmen Arm kündigte kürzlich die Einführung einer neuen Arm-AGI-CPU an und betritt damit erstmals den Markt für Rechenzentren als eigenen, massenproduzierten Chip, der auf neue „Agenten“-Workloads mit künstlicher Intelligenz abzielt. Dies stellt einen großen Wandel im Geschäftsmodell dieses Unternehmens dar, das sich seit langem auf die Lizenzierung von geistigem Eigentum konzentriert. Seit mehr als drei Jahrzehnten liefert Arm ausschließlich Architektur und Kerndesign, die von Partnern hergestellt werden. Jetzt nimmt es mit seiner AGI-CPU-Serie direkt am Spitzenwettbewerb der Hochleistungsprozessoren für Rechenzentren teil.

Berichten zufolge basiert die Arm-AGI-CPU auf der 3-nm-Prozesstechnologie. Ein einzelner Chip integriert bis zu 136 Neoverse V3-Kerne. Die thermische Leistungsaufnahme der gesamten Karte beträgt 300 W. Jeder Kern kann eine Speicherbandbreite von 6 GB/s erhalten und die Zugriffsverzögerung innerhalb von 100 ns steuern. Es unterstützt einen einzelnen Chip mit einer maximalen Speicherkapazität von 6 TB und ist mit den DDR5-8800-Spezifikationen kompatibel. In Bezug auf I/O bietet der Prozessor 96 PCIe Gen 6-Lanes und integriert CXL 3.0- und AMBA CHI-Verbindungen (Coherent Hub Interface), um Anforderungen an kollaboratives Computing mit hoher Bandbreite und geringer Latenz zu unterstützen. Jeder Kern kann einen Programmthread unabhängig bearbeiten. Arm sagte, dass dieses Design dabei hilft, zu vermeiden, dass Threads in Szenarien mit anhaltender hoher Auslastung überfüllt sind oder längere Zeit im Leerlauf sind, und die Gesamtressourcennutzung verbessert.

Im Hinblick auf die Rechenleistungsdichte, die für Rechenzentren von großer Bedeutung ist, zeigen die von Arm veröffentlichten Zahlen, dass ein einzelnes Rack mit einem Luftkühlungssystem bis zu 8.160 Kerne bereitstellen kann, während der Einsatz von Flüssigkeitskühlungslösungen diese Zahl auf über 45.000 erhöhen kann. Arm prognostiziert, dass die erforderliche CPU-Rechenleistung pro Gigawatt Leistung in Rechenzentren mehr als viermal höher sein wird als derzeit, um den zukünftigen KI-Entwicklungsbedarf zu decken. Man geht davon aus, dass die traditionelle x86-Architektur bei dieser neuen Arbeitslast zu viel Overhead und Komplexität mit sich bringt, was weiteren Verbesserungen der Leistung und Energieeffizienz nicht förderlich ist. Offizielle Vergleichsdaten zeigen, dass die Arm-Lösung in Bezug auf die Leistung pro Rack mehr als die doppelte Leistung von x86 erreichen kann und das Potenzial hat, bis zu 10 Milliarden US-Dollar an Kosteneinsparungen pro Gigawatt KI-Rechenzentrums-Rechenleistung zu bringen.

Auf ökologischer und Implementierungsebene ist Meta der Kernpartner und Hauptentwickler dieser AGI-CPU. Es wird den Prozessor mit seinem selbst entwickelten MTIA-Beschleuniger für groß angelegte KI-Planung und Orchestrierung auf seiner Plattform kombinieren. Neben Meta haben viele Unternehmen, darunter OpenAI, Cloudflare, Cerebras, Rebellions, SAP und SK Telecom, ihre Einführung dieser Plattform bestätigt. Was die Hardware angeht, bringen Hersteller wie ASRock Rack, Lenovo, Quanta und Supermicro Serverprodukte auf Basis dieser Plattform auf den Markt. Die ersten Systeme wurden an einige Kunden geliefert und werden voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres in größerem Umfang verfügbar sein.

Arm sagte, dass hinter diesem Produkt mehr als 50 ökologische Partner stehen, darunter Cloud-Dienste, Chipherstellung und Speicherhersteller wie AWS, Google, Microsoft, NVIDIA, Samsung, TSMC und Micron, die eine komplette Kette bilden, die Design, Herstellung, Hardwaresysteme und Cloud-Bereitstellung umfasst. Für Arm ist die Einführung der AGI-CPU nicht nur ein technisches Konzept, sondern bedeutet auch, dass sich seine Rolle vom „Architekturanbieter“ zum „Anbieter kompletter Lösungen“ erweitert und um eine höhere Stimme in der neuen Runde des Wettbewerbs um die KI-Rechenzentrumsinfrastruktur kämpft.