Am 30. März führte die von Airbus neu entwickelte Jet-Abfangdrohne „Bird of Prey“ bei einer Demonstration in Norddeutschland ihre erste Flugmission durch und schoss mit einer Frankenberg-Mark-I-Mikrorakete erfolgreich eine mittelgroße „Selbstmord“-Drohne ab und demonstrierte so ihr tatsächliches Kampfpotenzial bei Anti-Drohnen-Einsätzen.

Diese „Falcon“-Drohne basiert auf einer modifizierten Airbus Do-DT25-Zieldrohnenplattform. Es hat nichts mit dem gleichnamigen Hybrid-Elektro-Passagierflugzeugkonzept zu tun, das Airbus zuvor vorgeschlagen hatte, sondern wurde für völlig andere Kampfzwecke umgestaltet. Das neue Flugzeug ist strahlgetrieben, hat eine Länge von etwa 3 Metern, eine Flügelspannweite von etwa 2 Metern, ein maximales Startgewicht von 160 Kilogramm und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 Knoten (ca. 345 Meilen pro Stunde/555 Kilometer pro Stunde). Der Flugzeugkörper kann bis zu acht Mark-I-„Fire-and-Forget“-Raketen tragen, die vom estnischen Start-up Frankenberg Technologies entwickelt wurden. Ziel ist es, ankommende Drohnen effektiv abzufangen, und das zu weitaus geringeren Kosten als bei herkömmlichen Flugabwehr-Raketensystemen.

Bei dieser Demonstration glitt der „Falcon“ aus der Bodenrakete und hob ab. Nach dem Start führte es automatisch eine Suchmission durch. Es war in der Lage, die Suche, Erkennung und Klassifizierung simulierter feindlicher Drohnenziele autonom durchzuführen. Schließlich gab ein menschlicher Bediener einen Befehl zum Abfeuern der Waffe, um das Abfangen scharfer Munition abzuschließen. Laut Airbus ist die Mark I mit einer Gesamtlänge von etwa 65 Zentimetern und einem Gewicht von 2 Kilogramm (einschließlich Splittergefechtskopf) eine der kleinsten derzeit erhältlichen Abfangraketen. Es verfügt über eine erstklassige Unterschallflugleistung und eine effektive Reichweite von etwa 1,5 Kilometern. Es ist speziell für die Bekämpfung mittelgroßer Selbstmorddrohungen durch Drohnen konzipiert, die in den letzten Jahren in Konflikten immer häufiger auftreten.

Während der Demonstration wurde das „Falcon“-System auch nahtlos an das integrierte Luftverteidigungssystem der NATO angeschlossen und seine Führung und Steuerung durch das Airbus Integrated Battlefield Management System (IBMS) vervollständigt, sodass es als mobile „Anti-Drohnen-Feuerkraft“-Truppe im bestehenden Luftlage-Kommandonetzwerk eingesetzt werden konnte. Airbus betonte, dass es von der Projektgründung bis zum Abschluss dieser öffentlichen Demonstration nur neun Monate gedauert habe. Dieser Fortschritt spiegelt den dringenden Bedarf aller Parteien im Bereich neuer Drohnen und Anti-Drohnen-Technologie wider; Es ist geplant, im Jahr 2026 weiterhin mehrere Testflüge durchzuführen, um das System zur vollen Kampffähigkeit zu bringen.

Mike Schellhorn, CEO von Airbus Defence and Space, sagte, dass der Umgang mit der Bedrohung durch „Selbstmord“-Drohnen angesichts der aktuellen geopolitischen und militärischen Situation zu einer dringenden taktischen Priorität geworden sei, die angegangen werden müsse. Er wies darauf hin, dass das Militär durch die Kombination des UAV „Falcon“ und der relativ preisgünstigen Mark-I-Rakete von Frankenberg eine UAV-Abfangmethode mit sowohl Wirksamkeit als auch Kostenvorteilen erhalten wird, von der erwartet wird, dass sie die wichtigsten Fähigkeitslücken auf den heutigen Schlachtfeldern mit asymmetrischen Konflikten schließt. Die Integration des „Falcon“ in das Luftverteidigungs-Kampfmanagementsystem IBMS wird auch einen „Multiplikator“-Effekt für bestehende Luftverteidigungskräfte haben.