Obwohl viele Spielestudios heute damit begonnen haben, KI-Tools im Entwicklungsprozess einzusetzen, ist die überwiegende Mehrheit dieser Tools weit von praktischem Nutzen entfernt. Diese Perspektive kommt von Jon Gibson, Leiter Transformation bei Keywords Studios, einem führenden Anbieter von Technologie und kreativen Lösungen für die Gaming-Branche.
Keywords Studios hat seinen Hauptsitz in Irland und wurde 1998 gegründet. Es hat technische und entwicklungstechnische Unterstützung für viele bekannte Werke wie „Dune: Awakening“, „Marvel Contest“, „Call of the Abyss“, „Alan Killer Remastered“, „Dead Island 2“, „Marvel’s Guardians of the Galaxy“ und viele andere bekannte Werke geleistet.

Gibson sagte in einem exklusiven Interview, dass das Keywords-Team die Anwendbarkeit von mehr als 500 KI-Tools für die Spieleentwicklung getestet habe und nur etwa 6 davon einen echten praktischen Wert hätten.
„Es gibt viele auffällige Produkte“, sagte Gibson. „Keywords hat viel interne Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet. Wir haben etwa 500 verschiedene KI-Tools in mehreren Forschungs- und Entwicklungsprojekten getestet und kamen letztendlich zu dem Schluss, dass nur etwa sechs die Entwicklungsarbeit wirklich auf vernünftige Weise unterstützen konnten.“
Er erklärte, dass sich die Entwicklungslogik der meisten KI-Tools nach dem aktuellen Stand der Branche darauf konzentriere, „welche Funktionen das Tool erfüllen kann“ und nicht darauf, „welche spezifischen Probleme in der Spieleentwicklung wirklich gelöst werden können“. Dies führt letztendlich dazu, dass diese Tools zwar einige „cool aussehende“ Effekte erzielen, aber keinen praktischen Anwendungswert haben.
„Die aktuelle KI-Technologie befindet sich in einer chaotischen Phase wilden Wachstums und wir müssen sie in ein Stadium bringen, in dem sie wirklich implementiert werden kann.“ Er erklärte weiter: „Wie wenden wir KI in tatsächlichen Produktionsumgebungen an? Wie machen wir KI zu einem Antrieb für das Entwicklungsteam und nicht zu einer potenziellen Bedrohung? Wie nutzen wir gleichzeitig KI innerhalb eines normativen Rahmens, um sicherzustellen, dass sie sich in einem kontrollierbaren Zustand befindet und die Sicherheit des geistigen Eigentums, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie ethische und moralische Legitimität gewährleistet?“
„Es besteht eine große Lücke zwischen diesen coolen KI-Demonstrationen, die durch die Eingabe eines Eingabeaufforderungsworts atemberaubende Effekte erzeugen können, und KI-Anwendungen in tatsächlichen Produktionsumgebungen, in denen Menschen die Richtung steuern und stabile und qualitativ hochwertige Ergebnisse liefern. Es ist nicht einfach, sie zu überwinden.“
Er fügte hinzu: „Viele Leute konzentrieren sich nur auf das, was cool aussieht, und konzentrieren sich auf das Werkzeug oder Modell selbst, anstatt darauf, was sie wirklich erreichen wollen. Einige Unternehmen verwenden oder entwickeln sogar ein Werkzeug ohne klare Anwendungsszenarien und stopfen es dann mit Gewalt in die bestehende Produktionspipeline. Die richtige Logik sollte umgekehrt sein: Zuerst klären, „was unsere Schwachstellen sind und welche Probleme wir lösen wollen“ und dann zielgerichtete Werkzeuge entwickeln.“
Gibson erwähnte auch, dass im neuesten von der Game Developers Conference (GDC) veröffentlichten Branchenstatusbericht 90 % der befragten Entwickler angaben, dass sie KI in der Entwicklung eingesetzt hätten, gleichzeitig aber 52 % die Anwendung von KI nicht erkannten.
„90 % der Menschen nutzen KI, aber 52 % halten sie für eine schlechte Sache.“ Er kam zu dem Schluss: „Es gibt offensichtlich eine gravierende Lücke in der Mitte. Ich glaube, dass das Fehlen eines Kontroll- und Standardisierungssystems für die Anwendung von KI einer der Hauptgründe für dieses Problem ist. Viele Unternehmen haben ihren Mitarbeitern nicht wirklich erklärt, warum sie KI verwenden, welchen Wert KI hat und wie die relevante strategische Planung aussieht. Ohne die Klärung dieser Kernfragen wird die vorschnelle Einführung von KI-Modellen den Entwicklern natürlich Sorgen bereiten.“