Einwohner von Port Washington, Wisconsin, USA, haben kürzlich ein Referendum verabschiedet und waren damit die erste Gemeinde in den Vereinigten Staaten, die durch eine Abstimmung die Bremse für ein Rechenzentrumsprojekt gesetzt hat, was in der Branche breite Aufmerksamkeit für die künftige Gestaltung der Infrastruktur für künstliche Intelligenz geweckt hat.

Der Kerninhalt dieses Referendums besteht darin, dass die Stadtregierung künftig die Zustimmung der Wähler einholen muss, wenn sie Entwicklern Steueranreize im Wert von mehr als 10 Millionen US-Dollar gewährt. Nach inoffiziellen Statistiken des Bezirkswahlamts unterstützten etwa 66 % der Wähler den Vorschlag, was eine sehr klare Unterstützungsquote darstellt.
Dieser Prozess geht auf ein groß angelegtes KI-Rechenzentrumsprojekt zurück, das vor Ort gefördert wird. Vantage Data Centers plant den Aufbau eines KI-Datenparks mit einer Investition von rund 15 Milliarden US-Dollar in Porter Washington. Zu den Partnern gehören OpenAI und Oracle. Das Projekt ist im nationalen KI-Infrastrukturplan „Stargate“ der Trump-Regierung enthalten. Der Bau des Parks begann im Dezember letzten Jahres und wird voraussichtlich rund 458 Millionen US-Dollar an Steueranreizen von der Stadtregierung erhalten.
Allerdings haben die externen Auswirkungen, die die Implementierung großer Rechenzentren mit sich bringt, bei einigen Bewohnern Unzufriedenheit und Besorgnis hervorgerufen. Die Anwohner wiesen darauf hin, dass solche Anlagen während des Baus und Betriebs weiterhin Lärm verursachen und gleichzeitig große Mengen an Frischwasserressourcen und Strom verbrauchen, was die Stromkosten normaler Haushalte in die Höhe treiben könnte. Angetrieben von der Opposition wurde eine lokale gemeinnützige Organisation namens „Great Lakes Neighbors United“ gegründet, um die Mobilisierung zu organisieren und Unterschriften zu sammeln. Es erhielt mehr als 1.000 Unterschriften von Einwohnern und brachte die Frage des Referendums offiziell auf den Stimmzettel.
In größerem Maßstab hat auch die US-Bundesebene begonnen, die Auswirkungen von KI-Rechenzentren auf die Strompreise zu bemerken. Der Senator hat zuvor Fragen zum Stromverbrauch von Rechenzentren großer Technologieunternehmen aufgeworfen. Studien haben gezeigt, dass in Gebieten mit dichten Rechenzentren die Strompreise für Privathaushalte in fünf Jahren um bis zu 267 % gestiegen sind.

Es sollte betont werden, dass dieses Referendum den Bau des Vantage Data Park nicht stoppen wird und die entsprechenden Steuervergünstigungsregelungen nicht rückwirkend geändert werden. Das Referendum konzentriert sich auf neue Projekte, die in der Zukunft entstehen könnten. Gleichzeitig besteht auch bei den entsprechenden Richtlinien selbst Rechtsunsicherheit. Die Metropolitan Milwaukee Association of Commerce reichte im Januar dieses Jahres eine Klage mit der Begründung ein, die Maßnahme verstoße gegen staatliches Recht und werde voraussichtlich vor Gericht verhandelt.
Porter Washington ist nicht allein. Dieses Referendum hat gewissermaßen ein „Modell“ gesetzt. Derzeit fördern oder bereiten viele Gemeinden in den Vereinigten Staaten ähnliche Beschränkungen vor. Monterey Park, Kalifornien, wird im Juni darüber abstimmen, ob ein generelles Verbot für den Bau neuer Rechenzentren verhängt werden soll. Augusta Township, Michigan, will im August entscheiden, ob die örtlichen Vorschriften, die das Projekt bisher erlaubten, aufgehoben werden sollen. Auch Janesville, eine weitere Stadt in Wisconsin, hat für November eine Abstimmung zu einem ähnlichen Thema angesetzt.
Die Oppositionswelle beschränkt sich nicht nur auf die lokale Referendumsebene. Laut Statistiken des Tracking-Projekts „Data Center Watch“ des KI-Unternehmens 10a Labs wurden allein zwischen März und Juni letzten Jahres etwa 20 Rechenzentrumsprojekte blockiert oder verzögert, was eine Gesamtinvestition von etwa 98 Milliarden US-Dollar mit sich brachte. Im Kontext des rasanten Ausbaus der KI-Infrastruktur wird dieser Widerstand seitens der öffentlichen Meinung und Aufsicht zu einer neuen Variable, mit der sich Technologieunternehmen und Kommunalverwaltungen auseinandersetzen müssen.