Der frühere Bethesda-Manager Pete Hines brachte kürzlich in einem Interview erneut seine Unzufriedenheit mit Xbox und Microsoft zum Ausdruck. Hines war 24 Jahre lang Vizepräsident und Leiter der Verlagsabteilung bei Bethesda Softworks und verließ das Unternehmen 2023, einen Monat vor der Veröffentlichung von „Starry Sky“.
Hines kritisierte Game Pass und den aktuellen Zustand der Studios vor einigen Monaten. Im jüngsten Interview wurden seine Äußerungen immer heftiger und sagten, dass das Bild, das Bethesda derzeit nach außen präsentiere, „unwirklich“ sei.

Bethesda erlitt unter neuer Leitung „Schaden und Missbrauch“.
Hines gab bekannt, dass er aufhören wollte, nachdem Microsoft die 7,5-Milliarden-Dollar-Übernahme der Bethesda-Muttergesellschaft ZeniMax abgeschlossen hatte. Er hatte das Gefühl, die Entscheidungsbefugnis verloren zu haben, die für die ordnungsgemäße Führung des Studios erforderlich war.
Er sagte, obwohl das Unternehmen ihn zu diesem Zeitpunkt noch brauchte, sei er nicht mehr in der Lage, es richtig zu verwalten und die Ergebnisse zu schützen, die Bethesda im Laufe der Jahre angesammelt hatte.
Hines sagte: „Ich bin geblieben, weil ich das Gefühl hatte, hier immer noch gebraucht zu werden. Aber irgendwann wurde mir klar, dass ich, selbst wenn das Unternehmen mich brauchte, nicht mehr in der Lage war, diesen Ort so zu führen, wie ich es für richtig hielt.“
Hines betonte, dass seine ursprüngliche Absicht mit seinem Verbleib darin bestand, die Mitarbeiter zu schützen und ein seiner Meinung nach „äußerst effizientes“ und gut verwaltetes Spieleentwicklungs- und Veröffentlichungssystem aufrechtzuerhalten. Er behauptete jedoch, dass sich die Situation nach Abschluss der Übernahme durch Microsoft geändert habe und er den Niedergang des Studios nicht mehr verhindern könne.
Er glaubt, dass Bethesda einst einer der effizientesten Verlage der Branche war, aber nach der Übernahme musste er mitansehen, wie das Studio „zerstört, aufgelöst und sogar missbraucht“ wurde. Da er den Prozess nicht miterleben wollte, entschied er sich schließlich zu gehen.
Kritik an der Unternehmenskultur von Microsoft
Hines beschrieb die Erfahrung als eine der schlimmsten Phasen seiner Karriere. Er gab zu, dass es für ihn sehr schmerzhaft war, einer Organisation beizutreten, die er ursprünglich sehr respektierte, nur um dann endlich zu sehen, wie sie hinter den Kulissen wirklich funktionierte.
Besonders kritisch äußerte er sich zum Kommunikationsstil von Microsoft. Das Unternehmen mache in Besprechungen oft „Szenenbemerkungen“, vergesse diese aber nach der Besprechung schnell.
Abschließend kam er zu dem Schluss: „Ich denke immer noch, dass Bethesda Teil von etwas geworden ist, das heuchlerisch und unaufrichtig ist. Das sollte niemanden überraschen.“