Kürzlich veröffentlichte ein „League of Legends“-Spieler einen äußerst kontroversen „Forschungsbericht“ in den sozialen Medien, in dem er sagte, dass er durch die Analyse der Spielleistung einer weiblichen Teamkollegin herausgefunden habe, dass ihre Gewinnquote mit ihrem Menstruationszyklus zusammenhänge. Dieser Beitrag löste schnell heftige Diskussionen in der Spieler-Community aus.

Laut Selbstauskunft des Spielers beobachtete er eine seiner Spielpartnerinnen über mehrere Zyklen und analysierte die Daten von etwa 150 Ranglistenspielen. Zu den Kennzahlen, auf die er sich konzentriert, gehören: verursachter Schaden, Anzahl der Todesfälle und Gesamtsiegrate.
Er behauptete, zu dem Schluss gekommen zu sein, dass der Spielstil seiner Partnerin in bestimmten Phasen seines Menstruationszyklus aggressiver geworden sei und er bei Teamkämpfen eher dazu geneigt sei, Risiken einzugehen, was zu einer Zunahme von Fehlern geführt habe. Die Gewinnquote in dieser Phase betrug etwa 52 %. Zu anderen Zeiten war ihr Betriebsstil stabiler und vorsichtiger, mit weniger Todesfällen, verbesserter Kartenkontrolle und einer Teamsiegrate, die auf 57 % bis 58 % stieg.
Der Spieler behauptete sogar, dass er anhand der Daten den nächsten Zyklus seiner Partnerin grob vorhersagen konnte, und nannte es eine „wissenschaftliche Entdeckung“, und seine „Vorhersage“ überraschte die Teamkollegin.

Sobald der Beitrag veröffentlicht wurde, wurde er von der überwiegenden Mehrheit der Spieler sofort kritisiert. Kritiker weisen darauf hin, dass dieser sogenannten „Studie“ die wissenschaftliche Grundlage fehlt, die Stichprobengröße sehr gering ist und sie voller subjektiver Annahmen steckt. Komplexe Wettbewerbsleistungen einfach und grob auf physiologische Faktoren zurückzuführen, ist nicht nur respektlos gegenüber Spielerinnen, sondern auch offensichtlich diskriminierend.
In einigen Kommentaren wurde darauf hingewiesen: „Dies ist einfach eine Krebserkrankung im Endstadium eines heterosexuellen Mannes, der die normalen physiologischen Phänomene anderer Menschen als Entschuldigung für sein Versagen im Spiel nutzt.“ Einige Internetnutzer glaubten, dass das monatelange Tracking-Verhalten des Spielers selbst die Privatsphäre anderer ernsthaft verletzt und den Menschen ein Unbehagen bereitet habe.
Während einige dies als Witz oder amüsante Beobachtung betrachten, betonen Experten, dass solche Schlussfolgerungen keine wissenschaftliche Grundlage haben. Diese Beobachtung basiert auf begrenzten Daten und berücksichtigt nicht viele Schlüsselvariablen, die den Ausgang des Spiels beeinflussen, wie z. B. Netzwerklatenz, Stärke des Gegners, Zurückhaltung des Helden und Status des Tages.
Bisher haben sich die Verantwortlichen von Riot Games zu diesem Vorfall nicht geäußert.