Japan hat im Bereich des Recyclings von Elektrofahrzeugbatterien erhebliche technologische Fortschritte gemacht: Eine Fabrik in der Präfektur Fukui konnte etwa 90 % des Lithiumelements aus verschrotteten Elektrofahrzeugbatterien zurückgewinnen. Dieses Verhältnis ist etwa doppelt so hoch wie bei ähnlichen Prozessen in der Vergangenheit. Dies gilt als wichtiger Schritt zur Verbesserung der Ressourcenautarkie und zur Verringerung der Abhängigkeit von Lieferungen aus Übersee.

Der Durchbruch kommt von JX Metals Circular Solutions, einer Tochtergesellschaft eines großen japanischen Nichteisenmetallunternehmens. Das Unternehmen kündigte entsprechende Technologien bereits im April 2025 an, doch erst als japanische Medien kürzlich den tatsächlichen Prozessablauf seiner Tsuruga-Fabrik offenlegten, erregte es große Aufmerksamkeit. Tadashi Nakagawa, Vizepräsident der Anlage, sagte in einem Interview mit NHK, dass das Team durch die Neugestaltung der im Lithiumextraktionsprozess verwendeten Chemikalien und Prozesspfade eine erhebliche Steigerung der Rückgewinnungsrate erreicht habe.
Im Hinblick auf den konkreten Prozess werden Altbatterien zunächst zerlegt und verbrannt, um nichtmetallische Materialien wie Kunststoffe und Elektrolyte zu entfernen. Der Rückstand wird dann zu einer sogenannten „schwarzen Masse“ zerkleinert, die reich an wiederverwendbaren Metallelementen ist. Anschließend nutzt die Anlage einen wasserbasierten hydrometallurgischen Prozess, um Lithium aus dem Schwarzpulver zu extrahieren. Eine der Genialitäten des neuen Verfahrens besteht darin, dass das gewonnene Lithiumhydroxid wiederum einige der im traditionellen Raffinierungsprozess erforderlichen chemischen Reagenzien ersetzen wird, wodurch der gesamte CO2-Fußabdruck im Vergleich zur alten Methode um etwa 40 % reduziert wird und gleichzeitig eine hohe Rückgewinnungsrate aufrechterhalten wird.
Für Japan hat diese Entwicklung offensichtlich strategische Bedeutung. Japan ist seit langem auf den Import fast aller wichtigen Mineralien für Batterien angewiesen – nicht nur Lithium, sondern auch Kobalt und Nickel – und ein erheblicher Teil des Raffinierungsprozesses wird in China abgeschlossen. Um die Anfälligkeit in der Batterielieferkette zu verringern, fördert Japan einerseits technologische Durchbrüche und stärkt andererseits das Recyclingsystem durch Gesetzgebung: Ein neues Gesetz, das in diesem Jahr in Kraft tritt, verpflichtet Hersteller und Importeure, kleine tragbare Batterien zu recyceln, die in Mobiltelefonen, E-Zigaretten, Elektrowerkzeugen usw. verwendet werden, und schlägt eindeutig vor, dass die Lithium-Rückgewinnungsrate im Recyclingprozess bis 2030 70 % erreichen soll. Im Gegensatz dazu liegt die Rückgewinnungsrate von 90 % bei Fukuis Prozess hat das politische Ziel weit übertroffen.
Allerdings ist Japan im weltweiten Wettbewerb um „Lithium in Altbatterien“ nicht allein. In den Vereinigten Staaten gibt Redwood Materials, ein Recyclingunternehmen, das vom ehemaligen Tesla-Technologievorstand JB Straubel gegründet wurde, an, dass seine Fabrik derzeit jedes Jahr Batterien verarbeitet, die etwa 250.000 Elektrofahrzeugen entsprechen, und etwa 95 % der Lithiumelemente daraus zurückgewinnen kann. Dies zeigt, dass der Wettbewerb zwischen den Ländern im Bereich der Sekundärressourcen begonnen hat.
Für Japans aktuelles Recyclingsystem ist der größte Engpass nicht die Technologie, sondern der Recyclingkanal selbst für Altbatterien. Derzeit sind nur etwa 14 % der ausrangierten Lithium-Ionen-Batterien in Japan in das offizielle Recyclingsystem gelangt, und viele ausgediente Elektrofahrzeuge werden ins Ausland exportiert, was die Wiederverwendung der darin enthaltenen Schlüsselmetalle im Inland erschwert. Unter der Voraussetzung, dass effiziente Technologien entstanden sind, ist die Frage, wie die Recyclingrate von Altbatterien verbessert und der Verlust von Ressourcen durch Gebrauchtwagen und verschrottete Produkte verhindert werden kann, zu einem neuen Problem geworden, das Japan im Rahmen des Aufbaus von Batterieressourcensicherheit und Kreislaufwirtschaft dringend lösen muss.