Am Dienstag Ortszeit entfernte Apple die angeblich betrügerische App „Freecash“ aus dem App Store, nachdem bekannt wurde, dass die App über mehrere Monate hinweg in großem Umfang iPhone-Benutzerdaten gesammelt hatte. Der Schritt erfolgt, nachdem das Tech-Outlet TechCrunch Apple nach der Konformität der App gefragt hat.

Im Januar dieses Jahres belegte „Freecash“ nach starker Werbung auf TikTok einmal den zweiten Platz im Download-Ranking des US-App-Stores. In der Werbung wird behauptet, dass Nutzer allein für das Ansehen von TikTok-Videos bis zu 35 US-Dollar pro Stunde erhalten können. Sicherheits- und Technologiemedien wie Wired und MalwareBytes wiesen jedoch darauf hin, dass der eigentliche Zweck der App darin besteht, eine Vielzahl persönlicher Daten der Benutzer zu sammeln.
Relevanten Berichten zufolge wird „Freecash“ über sich selbst und die zahlreichen mobilen Spiele, zu deren Installation es Benutzer anleitet, eine große Menge sensibler Daten sammeln, darunter Rasse, religiöse Überzeugungen, Gesundheitszustand und biometrische Daten. Nachdem Nutzer die App heruntergeladen und genutzt hatten, stellten sie schnell fest, dass das sogenannte Versprechen „Geld verdienen mit TikTok“ nicht wahr war. Was sie wirklich bekommen konnten, waren kleine Geldbeträge, die sie durch das Spielen von Handyspielen wie „Monopoly Go“ und „Disney Solitaire“ sparten. Die eigentliche Betriebslogik der Anwendung besteht darin, Anreizmechanismen zu nutzen, um Benutzer dazu zu bringen, sich bezahlte Werbung anzusehen oder In-App-Käufe in diesen Spielen zu tätigen, wodurch der Datenverkehr umgeleitet und Einnahmen für Mitentwickler geschaffen werden.
Nach der Veröffentlichung des Wired-Berichts entfernte TikTok die Werbung im Zusammenhang mit „Freecash“ sofort, Apple ergriff jedoch zu diesem Zeitpunkt keine gleichzeitigen Entfernungsmaßnahmen für die Anwendung. Erst als TechCrunch Apple am Montag nach der App fragte, entfernte Apple „Freecash“ aus dem App Store mit der Begründung, die App verstoße gegen ihre Bewertungsbedingungen, die Betrug und irreführendes Marketing verbieten.
Almedia, die Muttergesellschaft von „Freecash“, bestreitet, betrügerische Marketingtaktiken anzuwenden und besteht darauf, dass ihre Apps den Richtlinien von Apples App Store und Google Play entsprechen. Das Unternehmen behauptete in seiner Antwort, dass seine Apps regelmäßig Plattformüberprüfungen bestehen und lehnte es ab, sich zu bestimmten Produktstrategien zu äußern.

Die Datenanalyse zeigt, dass „Freecash“ allein im Januar 2026 insgesamt 5,5 Millionen Mal im Apple App Store und auf den Google Play-Plattformen heruntergeladen wurde und seitdem einen hohen Rang in den App Store-Rankings belegt. Die App lockt Nutzer nicht nur durch TikTok-Anzeigen an, die die Einnahmen übertreiben, sondern scheint auch Bot-Konten und gefälschte Bewertungen zu verwenden, um Aufsehen und Bekanntheit zu steigern. Es gibt Anzeichen dafür, dass das Entwicklungsteam eine bestehende App Store-Anwendung erworben, sie in „Freecash“ umbenannt und mit denselben Funktionen aktualisiert hat, um ein Delisting-Verbot und einen anschließenden strengen Überprüfungsprozess im Jahr 2024 zu umgehen.
Derzeit wurde „Freecash“ aus dem Apple App Store entfernt, aber Kontroversen über die Datenerfassung, die Einhaltung von Werbevorschriften und die Wirksamkeit des App Store-Überprüfungsmechanismus dauern noch an. Die eingehende Untersuchung von TechCrunch ergab weitere Details darüber, wie das Unternehmen Lücken im Belohnungsmechanismus und in den Plattformregeln ausnutzt, was erneut Diskussionen über die Sicherheit und Überwachung von App Stores auslöste.