Zu Beginn der zweiten Staffel von Overwatch bringt das Spiel neue Helden und eine Reihe von Balance-Anpassungen. Eine der auffälligsten Ergänzungen ist die experimentelle Team-Voice-Chat-Funktion nach dem Spiel, die es beiden Teams ermöglicht, nach dem Spiel per Stimme zu kommunizieren. Aber der tatsächlichen Situation nach zu urteilen, ist die sogenannte „Sportlichkeit“-Idee völlig auf den Kopf gestellt.

Blizzard hat behauptet, dass die ursprüngliche Absicht dieser Funktion darin bestand, die Kommunikation lebendiger und positiver zu gestalten und es den Spielern zu ermöglichen, sich gegenseitig durch Stimme und nicht durch kalten Text zu würdigen. Aber offensichtlich hat das Entwicklerteam die heftigen Emotionen der Spieler stark unterschätzt.
Den verschiedenen Clips nach zu urteilen, die in den sozialen Medien viral gegangen sind, nutzt die überwiegende Mehrheit der Spieler diese neue Funktion, um sich gegenseitig zu trollen. Der Sprachkanal ist nicht mit Lob für „gutes Spiel“ gefüllt, sondern mit Beschimpfungen, Gebrüll, persönlichen Angriffen und der Zurschaustellung des eigenen Ranges. Die ironischste Szene ist, dass diese „großen“ Gegner, die in Live-Übertragungen arrogant sind, oft sofort eine Ohrfeige erhalten, wenn sie das Mikrofon einschalten und schreien. Lautes Schreien bedeutet schließlich nicht, dass man gut spielt.
Allerdings gibt es nicht überall ein Shura-Feld. Einige Spieler beschwerten sich darüber, dass während ihrer Spiele eine unangenehme Stille herrschte: Die Spieler waren entweder zu schüchtern, um zu sprechen, oder wussten nicht, was sie sagen sollten. Einige Fans spekulieren, dass dies Blizzards Versuch ist, unzivilisierte Spieler dazu zu zwingen, sich zu äußern, um diese Spieler zu beschämen, anstatt sich skrupellos in anonymen Textkanälen zu äußern. Aber diese Idee schien in den Ergebnissen schiefgegangen zu sein, und alle wandten sich dem Sprachkanal zu und begannen, sich gegenseitig anzugreifen.