Der neueste Bericht des Marktforschungsunternehmens Counterpoint zeigt, dass die weltweiten PC-Lieferungen im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 3,2 % gestiegen sind und 63,3 Millionen Einheiten erreicht haben. Hinter dieser „Wachstumsrunde“ steht jedoch eine Welle von Vorbeständen, die durch die explodierenden Kosten für Speicher und SSD angetrieben werden, und nicht eine natürliche Erholung der Nachfrage.

Der Bericht wies darauf hin, dass globale PC-Hersteller im ersten Quartal in großem Umfang Arbeitsspeicher und SSDs gekauft haben, um die Kosten für Schlüsselkomponenten zu sichern, bevor die Terminalpreise vollständig steigen, und um die starre Ersatznachfrage zu bewältigen, die durch das Ende des Windows 10-Supports verursacht wird. Führende Marken wie Lenovo, Dell, Apple und Asus erzielten alle ein Auslieferungswachstum und konnten ihren Marktanteil weiter ausbauen. Asus und Apple verzeichneten mit 20 % bzw. 11 % das größte Wachstum; Lenovo und Dell verzeichneten im Jahresvergleich ein Wachstum von 9 % bzw. 8 %. Im Vergleich dazu gingen die Auslieferungen von HP im Jahresvergleich um 5 % zurück, und bei anderen kleinen und mittleren Marken ging der Rückgang zusammen um 7 % zurück.

Auf der Ebene der einzelnen Hersteller behauptet Lenovo weiterhin den ersten Platz beim weltweiten PC-Marktanteil. Die Auslieferungen stiegen im ersten Quartal im Jahresvergleich um 9 % auf 16,5 Millionen Einheiten, was einem Marktanteil von etwa 26 % entspricht und einen neuen Höchstwert im ersten Quartal des Jahres erreichte. Obwohl HP zurückgegangen ist, behauptet es immer noch seine führende Position in der „zweiten Reihe“ vor dem dritten Hersteller; Dell erzielte, angetrieben durch Ersatzteile im kommerziellen Markt, ein Wachstum von 8 % im Vergleich zum Vorjahr. Dank der Einführung des neuen MacBook im März stiegen die Auslieferungen von Apple im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 11 % auf 6,7 Millionen Einheiten. Counterpoint geht davon aus, dass Apples Wachstumsdynamik auf dem PC-Markt mit der vollen Zunahme neuer Modelle im nächsten Quartal anhalten wird. Asus, das auf eine starke Nachfrage nach Consumer-Notebooks setzt, verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 20 % mit Auslieferungen von 4,8 Millionen Einheiten und ist damit eine der herausragendsten Marken in diesem Quartal.

Die zentrale Variable, die diese Runde der konzentrierten Bevorratung unterstützt, ist der starke Anstieg der Speicherpreise. Daten von Counterpoint zeigen, dass der Preis für Einsteiger-DDR4-Speicher mit 8 GB im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 110 % gestiegen ist, der Preis für Einsteiger-SSD mit 1 TB ohne Cache (kein DRAM) um 147 % und der Preis für High-End-Produkte sogar noch stärker. Forschungsinstitute gehen davon aus, dass die DRAM-Preise in den nächsten Monaten noch um weitere 60 % und die SSD-Preise um etwa 50 % steigen könnten. Das spezifische Sortiment hängt von den verschiedenen Produkttypen und -spezifikationen ab. Im Zusammenhang mit der kontinuierlichen Ausweitung der Investitionen in die KI-Infrastruktur treiben die Durchsatzanforderungen von Servern und Rechenzentren für Schlüsselkomponenten wie DRAM und NAND die Gesamtkosten der Lieferkette weiter in die Höhe. Es wird erwartet, dass auch andere PC-Kernkomponenten wie CPUs betroffen sein werden.

Die Förderung des Windows 11- und Copilot+-Ökosystems durch Microsoft hat auch den Hardware-Update-Rhythmus der PC-Hersteller weiter angekurbelt. Um den neuen Anforderungen von KI-Funktionen an Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Speicherbandbreite gerecht zu werden, haben Chiplieferanten und OEMs gleichzeitig eine Reihe neuer Modelle für „KI-PCs“ auf den Markt gebracht. Dies hat die Versanddaten kurzfristig unterstützt, aber auch den Wohnraum traditioneller „kostengünstiger“ Modelle in einem Umfeld mit hohen Kosten eingeschränkt. Der Bericht wies darauf hin, dass Hersteller unter der Voraussetzung, dass die Preise für Speicher und SSDs nicht sinken, gezwungen sind, sich auf Produktstrukturen im mittleren bis oberen Preissegment zu konzentrieren, um Gewinnmargen aufrechtzuerhalten, was ihre Fähigkeiten im Lieferkettenmanagement und die Geschwindigkeit der Anpassung des Produktportfolios auf die Probe stellen wird.

Der Marktbericht „Memory Price Tracker and Forecast“ von Counterpoint warnt außerdem davor, dass sich die PC-Speicherpreise im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal nahezu verdoppeln werden und dass sich dieser Aufwärtstrend im zweiten Quartal fortsetzen wird, wenn auch in etwas langsamerem Tempo. Die kontinuierlich steigenden Kosten werden sich schließlich über den Preis der gesamten Maschine auf den Endmarkt übertragen, was einen „erheblichen negativen Einfluss“ auf das Gesamtwachstum des PC-Marktes im Jahr 2026 haben wird. Der Bericht prognostiziert, dass Marken-Komplettmaschinen immer noch die Möglichkeit haben, ein moderates Wachstum aufrechtzuerhalten, indem sie sich auf die Verhandlungsmacht in großen Mengen und in der Lieferkette verlassen, aber der DIY-Montagemarkt hat offensichtliche Anzeichen einer Abkühlung gezeigt.

Unter der Prämisse, dass es bei den Speicherpreisen kurzfristig „kein Rückfallszenario geben kann“, geht Counterpoint davon aus, dass ab der zweiten Jahreshälfte 2026 bis Anfang 2027 die Gefahr besteht, dass der gesamte PC-Markt erneut in den Abwärtstrend gerät. Da die Mainstream-Preisspanne immer weiter nach oben getrieben wird, könnte eine große Zahl sehr preissensibler Benutzer gezwungen sein, das Upgrade zu verschieben oder ganz aufzugeben, und das Spiel unter den PC-Herstellern um Liefersicherheit, Produktpositionierung und Preisstrategien wird sich weiter verschärfen.