Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung forderte auf einer Kabinettssitzung die Festlegung „angemessener Grenzen“ für kollektive Arbeitskampfmaßnahmen, gerade als die von der Regierung vermittelten Verhandlungen zwischen Samsung Electronics und den Gewerkschaften scheiterten, was zu einem Anstieg der Streikgefahr führte.
Obwohl Lee Samsung nicht namentlich erwähnte, sagte der Gewerkschaftsführer des globalen Chipriesen kurz vor seiner Rede, dass die 18-tägige Arbeitsniederlegung, die ursprünglich für Donnerstag geplant war, wie geplant stattfinden werde, da die Verhandlungen erneut in eine Sackgasse geraten seien. Samsung warf der Gewerkschaft vor, „überzogene“ Forderungen zu stellen.
Laut der Live-Übertragung der Kabinettssitzung sagte Lee Jae-myung: „Es ist verständlich, dass einige Gewerkschaften ihre Rechte zur Wahrung ihrer eigenen Interessen ausüben, aber gleichzeitig muss es angemessene Grenzen geben.“
Der Kern des Streits liegt im Gehaltsverteilungsmechanismus. Die Samsung-Gewerkschaft fordert, dass die derzeitige Bonusobergrenze aufgehoben wird, 15 % des Betriebsgewinns des Unternehmens als Mitarbeiterboni bereitgestellt werden und entsprechende Bestimmungen offiziell in den Arbeitsvertrag aufgenommen werden.
Samsung hat vorgeschlagen, 10 % des Betriebsgewinns für Boni sowie ein spezielles einmaliges Vergütungspaket zu verwenden, das über den Branchenstandards liegt. Die Unternehmensführung ist der Ansicht, dass die Forderungen der Gewerkschaft auf lange Sicht nur schwer durchzuhalten sind.
Li Zaiming sagte, dass „die Einnahmen aus Betriebsgewinnen hauptsächlich den Investoren und Aktionären gehören“ und dass die Praxis der direkten Ausschüttung eines festen Anteils des Vorsteuergewinns über eine institutionalisierte Methode für ihn „etwas schwer zu verstehen“ sei.
