NVIDIAs erste vollständig selbst entwickelte CPU, Vera, wurde kürzlich vom unabhängigen Technologiemedium Phoronix einem Benchmarking unterzogen. Die Ergebnisse zeigen, dass dieser Chip bei bestimmten Arbeitslasten fast alle auf dem Markt erhältlichen Prozessoren mit x86- und ARM-Architektur übertrifft. Allerdings ist zu beachten, dass die in diesem Test abgedeckten Lasttypen von NVIDIA spezifiziert werden.

Vera CPU ist eine Kernkomponente von NVIDIAs Vera Rubin AI-Plattform der nächsten Generation, die von NVIDIA selbst entwickelte Olympus-CPU-Kerne enthält. Im Gegensatz zu früheren Designs von Drittanbietern (z. B. Grace-Chip mit ARM-Kern in öffentlicher Version) ist dies Nvidias erste „wirklich“ selbst entwickelte CPU – sie verwendet den ARM-Befehlssatz, aber die Kernarchitektur wurde vollständig unabhängig entwickelt.
Der Vera-Chip der ersten Generation verfügt über 88 Kerne und unterstützt 176 Software-Threads. Nach offiziellen Angaben von NVIDIA ist seine Leistung doppelt so hoch wie die der Grace-CPU der vorherigen Generation.

Die Tests von Phoronix konzentrierten sich nicht auf Spieleszenarien, sondern deckten Anwendungsszenarien auf Unternehmensebene und im professionellen Bereich wie Codekompilierung, Python-Leistung und Open JDK Java-Workloads ab. Gleichzeitig umfasste der Test auch die AV1-Videokodierung sowie die 7-Zip-Komprimierung und -Dekomprimierung – beides steht in engem Zusammenhang mit der Leistung von Consumer-PCs.
Konkrete Ergebnisse:
Videokodierung:Die Leistung von Vera ist vergleichbar mit AMDs Epyc-Serverchip und liegt deutlich vor Intels Xeon-Konkurrenten.
7-Zip:Die Single-Core-Leistung von Vera ist etwa 20 % höher als bei jedem x86-Chip.
Gesamtleistung:In den geometrischen Mittelwerten von Phoronix liegt Vera etwa 10 % vor AMDs leistungsstärkstem Epyc-Chip und mehr als 50 % vor Intels Flaggschiff-Xeon-CPU.

Darüber hinaus wies Phoronix darauf hin, dass die Leistung von Vera jeden ARM-Serverchip auf dem Markt bei weitem übertrifft, einschließlich der Produkte von Ampere Computing und selbst entwickelter ARM-Lösungen von öffentlichen Cloud-Dienstleistern wie Google und Microsoft. Konkrete Vergleichsdaten stellt die Website allerdings nicht zur Verfügung, auch Qualcomm- oder Apple-Chips, die ebenfalls den ARM-Befehlssatz nutzen und über eine hervorragende Single-Core-Leistung verfügen, werden nicht erwähnt.
Obwohl Vera ein starkes Leistungspotenzial gezeigt hat, ist es derzeit hauptsächlich auf KI- und Hochleistungs-Computing-Plattformen ausgerichtet und liegt noch weit von gewöhnlichen PC-Spielen für Verbraucher entfernt.