Die Bayer AG habe derzeit keine Pläne, Monsanto abzuspalten, obwohl sie mit einer Reihe von Klagen wegen ihres auf Glyphosat basierenden Herbizids Roundup konfrontiert sei, sagte ein Vertreter am Dienstag. Der Vertreter sagte, dass eine Umstrukturierung zwar eine praktikable Option sein könne, es aber derzeit keine Pläne dafür gebe und das Unternehmen sich auf die Verbesserung der Leistung und die Bewältigung der Welle von Klagen konzentriere, mit der es derzeit konfrontiert sei.

Auf einem Forum am Dienstag bekräftigte Bayer-Chef Bill Andersen die Bedrohung, die der deutsche Pharma- und Pflanzenbaugigant durch die Herbizidklagen von Roundup darstellt. An den Klagen seien etwa 100.000 Kläger beteiligt, teilte das Unternehmen mit.

„Wenn der Glyphosat-Rechtsstreit nicht gelöst wird, wird es kein in den USA produziertes Glyphosat geben“, sagte Anderson. Bayer ist derzeit das einzige US-Unternehmen, das Glyphosat herstellt.

Im Jahr 2018 gab Bayer 63 Milliarden US-Dollar für die Übernahme von Monsanto aus, darunter auch das Herbizid Roundup. Es folgten Klagen von Verbrauchern, denen zufolge Bayer die Verbraucher nicht darauf hingewiesen hatte, dass der Wirkstoff von Roundup Krebs verursachen könnte.

Das Unternehmen versucht, die Flut an Klagen in den USA durch eine mehrgleisige Strategie einzudämmen, zu der auch die Erzielung umfangreicher Vergleiche und die Arbeit von Staat zu Staat gehört, um die Rechtslandschaft rund um seine Haftung zu ändern.

Das Unternehmen legt außerdem Berufung beim Obersten Gerichtshof der USA ein, um das Urteil der Jury aus Missouri aufzuheben. Das Urteil verurteilte das Unternehmen zur Zahlung von 1,25 Millionen US-Dollar an einen Mann, der sagte, bei ihm sei ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert worden, nachdem er jahrelang Glyphosat im Unkrautvernichtungsmittel Roundup ausgesetzt gewesen sei.

Das Unternehmen schlug außerdem einen Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden US-Dollar vor, um den Großteil der anhängigen Rechtsstreitigkeiten gegen das Unternehmen zu beenden, doch einige Kläger haben Einspruch erhoben.

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