Microsoft stellte auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz zwei Hardwarekonzepte im Frühstadium vor, um künstliche Intelligenz von Laptop-Bildschirmen und Apps zu befreien und sie auf dedizierten Geräten zu implementieren, die für Menschen leichter zugänglich sind. Eines ist ein Mini-Cube-Gerät, das mit einem Touchscreen und Sprachsteuerung auf Ihrem Schreibtisch steht; Das andere ist ein tragbares Gerät, das Microsoft-Manager Steven Bathiche als „tragbares Zugangsabzeichen“ bezeichnet und das an der Kleidung befestigt oder um den Hals getragen werden kann.

Beide Prototypen sind rund um KI-Agenten konzipiert, insbesondere für Szenarien wie das Schreiben und Polieren von Code, die häufig von Entwicklern und technischen Praktikern verwendet werden. Die Idee von Microsoft besteht darin, diese KI-Tools jederzeit „bereit zur Hand“ zu haben, anstatt sich darauf zu verlassen, dass immer ein Laptop oder Desktop-Monitor darauf zugreifen kann. CEO Satya Nadella definierte solche Geräte als „neuen Formfaktor“ und deutete an, dass Microsoft überdenkt, dass KI nicht nur in Mobiltelefonen und Personalcomputern vorhanden sein sollte, sondern möglicherweise auch kleinere, persönlichere Hardwareträger erfordert.
Während der Demo erregte der tragbare Ausweis die meiste Aufmerksamkeit, da er über eine Fingerabdruck-Aktivierung und eine kleine eingebaute Kamera verfügt. Bathiche richtete den Ausweis auf das Publikum und forderte es auf, ein Foto zu machen und es ihm zu schicken, was das System angeblich auch tat. Microsoft sagte, dass diese Kamera nicht nur zum Aufnehmen von Bildern dient, sondern, was noch wichtiger ist, dafür sorgt, dass der KI-Agent mehr Umgebungsinformationen erhält, um die Szene, in der sich der Benutzer befindet, besser zu verstehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Allerdings bringt diese Fähigkeit, die Umgebung kontinuierlich wahrzunehmen, auch bekannte Probleme mit sich. Es gab ähnliche Produkte in der Branche, die Diskussionen darüber ausgelöst haben, wie visuelle Daten erfasst, gespeichert und unter welchen Bedingungen sie verwendet werden. Die KI-Brille von Meta war mit ähnlichen Zweifeln konfrontiert. Microsoft hat noch nicht bestätigt, ob diese beiden Geräte kommerzialisiert werden. Stattdessen werden sie intern von Hunderten von Mitarbeitern getestet und die Testergebnisse werden für spätere Designentscheidungen verwendet.
Die Vergangenheit von Microsoft im Bereich tragbarer Hardware verlief nicht reibungslos. Sein HoloLens-Mixed-Reality-Headset, in das große Hoffnungen gesetzt wurden, war trotz jahrelanger Entwicklung und eines hochkarätigen Vertrags mit der US-Armee immer noch schwer auf den Markt zu bringen. Auch Microsoft kündigte im Jahr 2024 an, die Produktion von HoloLens einzustellen. Gleichzeitig hat Google kürzlich ein Signal zur Rückkehr in den Bereich der Datenbrillen veröffentlicht. Display-Technologieunternehmen versuchen, ausgereiftere KI, insbesondere agentenbasierte Systeme, zu nutzen, um den Wert tragbarer Geräte erneut unter Beweis zu stellen.
Insgesamt hat der Prototyp, den Microsoft dieses Mal gezeigt hat, ein klares Signal gesendet: Das Unternehmen betrachtet KI nicht mehr nur als Softwarefähigkeit, sondern glaubt, dass es in Zukunft möglicherweise eine Schicht dedizierter Hardware erfordert, um sie zu unterstützen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Hypothese außerhalb kontrollierter Tests tatsächlich Bestand haben kann.