Amazon hat kürzlich die Einführung einer neuen Generation des vollautomatischen Lagerroboters Proteus angekündigt. Im Vergleich zur Version, die 2022 auf den Markt kommt, ist die größte Änderung im neuen System die Hinzufügung menschenähnlicher Sprachinteraktionsfunktionen. Mitarbeiter können dem Roboter direkt Anweisungen in natürlicher Sprache erteilen, ohne dass eine professionelle Softwareprogrammierung erforderlich ist. Das Unternehmen sagte, dass dieser verbesserte Roboter Teil seiner Automatisierungsstrategie sei und mit den vorhandenen Mitarbeitern zusammenarbeiten werde, um die betriebliche Effizienz zu verbessern. Die Außenwelt ist jedoch allgemein besorgt darüber, ob dies bedeutet, dass Lagerjobs weiter durch Roboter ersetzt werden.

Laut Amazon kann Proteus mit der Unterstützung von KI die verbalen oder textlichen Aufgabenbeschreibungen von Mitarbeitern wie Kollegen „verstehen“ und dann selbstständig Prioritäten, Reiserouten und Arbeitspläne planen. Bisher mussten Bediener für die Erteilung von Anweisungen spezielle Softwaresysteme verwenden. Jetzt müssen sie nur noch angeben, „welche Güter bewegt werden sollen und wohin sie geschickt werden sollen“, und der Roboter kann den Rest des Entscheidungs- und Ausführungsprozesses selbstständig erledigen. „Man sagt ihm einfach, was es erreichen möchte, und es findet die Prioritäten, die Route und den Zeitpunkt heraus“, sagte Scott Dresser, Amazons Vizepräsident für Robotik.
In Bezug auf die Hardwareform setzt der Proteus der neuen Generation weiterhin das bisherige „bodennahe schildkrötenförmige“ Design fort und ist hauptsächlich für die Handhabung großer Regale und schwerer Güter in Lagerhallen zuständig. In Bezug auf den Betriebsumfang sagte Amazon jedoch, dass das neue System die Beschränkungen des bestehenden Proteus durchbricht, das nur im Bereich der Be- und Entladerampen operiert, und „in allen Bereichen eingesetzt werden kann, in denen Waren bewegt werden müssen“. Das bedeutet, dass Roboter nicht nur für den Umschlag und Transport von gerade im Park angekommenen Containern verantwortlich sein können, sondern auch Container zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen transferieren und Mitarbeiter bei Abläufen wie Fulfillment-Centern und Verteilstationen unterstützen können.

Dieses neue System wird derzeit in den internen Laboren von Amazon getestet und das Unternehmen plant, es in der ersten Hälfte des Jahres 2027 erstmals in Europa einzusetzen. Proteus ist auch Teil der umfassenderen Robotik-Roadmap von Amazon, wobei das Unternehmen außerdem plant, seinen taktilen Sensor-Roboter Vulcan sowie sein zuvor in Barcelona getestetes kollaboratives Fallbearbeitungssystem im nächsten Jahr auf weitere europäische Standorte auszuweiten. Amazon betonte, dass das Unternehmen seit der Einführung von Robotern in seinen Betrieb immer noch Hunderttausende neue Mitarbeiter weltweit eingestellt habe und mit diesen Technologien „neue Arbeitsplätze schaffe“.