Während der Worldwide Developers Conference (WWDC) von Apple am 8. Juni Ortszeit veranstaltete eine Gruppe von Menschenrechtsaktivisten eine Protestaktion vor dem Besucherzentrum auf Apples Campus in Cupertino und forderte Apple auf, „nudify“-Apps aus dem App Store zu entfernen und bekannte Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch vollständig aus iCloud zu entfernen.

Demonstranten am Tatort stellten riesige Transparente auf, auf denen sie „Apple beschuldigten, sich von Inhalten zum sexuellen Missbrauch von Kindern leiten zu lassen“ und den neuen Apple-Chef John Ternus fragten: „Was würden Sie tun?“ Zu den wichtigsten Gruppen, die sich an der Aktion beteiligen, gehören die Frauenrechtsorganisation UltraViolet und die Heat Initiative, die sich dafür einsetzt, Technologieunternehmen für sexuellen Kindesmissbrauch zur Verantwortung zu ziehen. Beide Organisationen sind seit langem besorgt über die Handlungen und Unterlassungen von Technologieplattformen bei der Bekämpfung von Inhalten mit sexueller Gewalt.

Die UltraViolet and Heat Initiative wies in einer auf der Website verteilten Broschüre darauf hin, dass Apple und Google Anfang des Jahres vielfach dafür kritisiert wurden, dass sie Grok von xAI und andere Anwendungen weiterhin im App Store behalten, weil Benutzer diese Anwendungen verwenden können, um nicht einvernehmliche sexualisierte Deep-Fake-Bilder zu generieren, einschließlich Inhalten zum „Ausziehen von Kindern“, was in allen Lebensbereichen starke Bedenken auslöste, dass es sich dabei um Material für sexuellen Kindesmissbrauch handeln könnte.

Unter Berufung auf Daten des Tech Transparency Project gaben diese Organisationen an, dass derzeit mindestens 47 verwandte „Strip and Face-Swapping“-Apps im Apple App Store zu finden seien; Ihren Schätzungen zufolge beträgt der Umsatz von Apple allein mit diesen Apps „mindestens etwa 117 Millionen US-Dollar“, wovon allein Grok „mehr als 35 Millionen US-Dollar“ an Einnahmen für Apple beisteuern dürfte. UltraViolet hat außerdem eine spezielle Veranstaltungswebsite gestartet, auf der Forderungen und Materialien gegen die Protestaktionen von Apple angezeigt werden.

Die Demonstranten richteten sich auch gegen die Weiterentwicklung der Richtlinien von Apple hinsichtlich der Identifizierung und Verarbeitung von Bildern sexuellen Missbrauchs von Kindern. Apple hatte geplant, einen automatischen Scan-Mechanismus in iCloud einzuführen, um Bilder von sexuellem Missbrauch von Kindern zu identifizieren und zu melden, aber der Plan wurde vom Unternehmen im Jahr 2022 offiziell gestoppt, nachdem die Kontroversen um den Datenschutz weiter schwelten. Seitdem hat Apple stets die Aufmerksamkeit der Außenwelt auf sich gezogen, wenn es darum geht, die Privatsphäre der Nutzer und den Schutz von Kindern in Einklang zu bringen.

Derzeit konzentrieren sich die Proteste noch hauptsächlich auf Veranstaltungsorte rund um den Campus des Mutterkonzerns, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Aktivitäten weiter entwickeln werden und ob Apple Anpassungen an seinen Richtlinien zur Anwendungsprüfung oder zum Cloud-Content-Management vornehmen wird.