Eine Gruppe von acht Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen unter der Führung von Airbus plant die Bildung eines Konsortiums zur Entwicklung einer von Deutschland geführten europäischen Alternative zum sterbenden deutsch-französischen Kampfflugzeug der nächsten Generation. Marktnachrichten zufolge haben Airbus Defence and Space, Autoflug, Diehl Defence, Hensoldt, Liebherr, MBDA, MTU Aero Engines und Rohde & Schwarz Schwarz die Idee Anfang dieser Woche in einem Brief an das Büro von Bundeskanzler Friedrich Mertz und Verteidigungsminister Boris Pistorius vorgeschlagen.

Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen wird die Gruppe die Bildung der Allianz namens „Team 6“ noch in dieser Woche auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin bekannt geben.

„Das ist ein Signal, dass wir als deutsche Industrie bereit sind, vor Ort für Europa ein Jagdflugzeug der sechsten Generation zu entwickeln“, sagte einer der Beteiligten.

Die erwartete Ankündigung erfolgte, als Mertz letzte Woche dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sagte, dass die problematische Kampfjet-Partnerschaft der beiden Länder beim 100-Milliarden-Euro-Projekt „Future Air Combat System“ besser beendet werden sollte. Zuvor war das Projekt durch einen erbitterten Arbeitskampf ins Stocken geraten.

Deutsche Unternehmen, die am Future Combat Air System-Projekt beteiligt sind, darunter auch der in Deutschland ansässige Verteidigungszweig von Airbus, sind zunehmend frustriert darüber, dass es den Politikern in Berlin und Paris nicht gelungen ist, ihre Differenzen beizulegen oder das Projekt für tot zu erklären.

Nach der Entscheidung von Mertz werden die Unternehmen bekannt geben, dass sie bereit sind, ihre Fähigkeiten als Kernteam zu integrieren, um die Luftbereitschaft für die kommenden Jahrzehnte sicherzustellen, heißt es in einem Entwurf eines Positionspapiers.

Ziel der Allianz sei es, zu zeigen, dass die deutsche Industrie bereit sei, gemeinsam mit europäischen Partnern ein Kampfflugzeug der sechsten Generation für Europa zu entwickeln, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Möglichkeit besteht darin, die Zusammenarbeit mit Spanien, das ebenfalls am Projekt „Future Air Combat System“ beteiligt ist, fortzusetzen und mit Schweden zu paaren.

Mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, dass während Einzelheiten noch verhandelt würden, die CEOs der acht Unternehmen planen, sich Mitte dieser Woche auf der Berlin Air Show zu treffen, um die Gründung der Allianz zu unterzeichnen und bekannt zu geben.

Die Entscheidung von Mertz, das Joint Fighter Plane-Programm zu beenden, bedeutet, dass Deutschland nun einen Ersatz für ein Flugzeug finden muss, das ab den 2040er Jahren das Rückgrat seiner Luftwaffe bilden sollte.

Berichten zufolge hat Deutschland Frankreich am Montag mitgeteilt, dass es die Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Entwicklung von Kampfflugzeugen beenden werde, was einen tödlichen Schlag für Europas größtes Verteidigungsprojekt bedeuten könnte, da der Kontinent versucht, sich aufzurüsten, um der russischen Bedrohung zu begegnen.