Kürzlich kritisierte die Entertainment Software Association (ESA), die die größten Gaming-Unternehmen in den Vereinigten Staaten vertritt, öffentlich den in Kalifornien in Betracht gezogenen Protect Our Games Act (AB 1921). Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Herausgeber, wenn der Betrieb eines Online-Spiels eingestellt wird, eine von drei Optionen wählen müssen: weiterhin Support leisten, eine offline spielbare Version veröffentlichen oder den Käufern Gebühren zurückerstatten.
ESA-Präsident Stan Pierre-Louis sagte, der Vorschlag berücksichtige nicht die Komplexität moderner dienstbasierter Spiele. Er wies darauf hin, dass die Verpflichtung, Spiele am Laufen zu halten, eine schwere finanzielle Belastung für Entwickler darstellen könnte, insbesondere für kleinere Studios.

Der Verband geht davon aus, dass solche Regelungen zu höheren Spielepreisen führen könnten, da Publisher mit den potenziellen Kosten für Serverwartung und Rückerstattungen rechnen müssen. Die ESA warnte außerdem, dass unabhängige Entwickler möglicherweise nicht in der Lage seien, die zusätzlichen Verpflichtungen zu tragen.
Brancheninsider wiesen zudem auf Schwierigkeiten bei der Lizenzierung von Inhalten hin. Viele Spiele nutzen Elemente wie Musik, Fahrzeuge, Schauspieler etc., die auf zeitlich begrenzten Lizenzverträgen basieren. Wenn das Gesetz verabschiedet wird, müssen Unternehmen diese Vereinbarungen auf unbestimmte Zeit verlängern oder entsprechende Inhalte aus bereits veröffentlichten Spielen entfernen.
Die ESA geht davon aus, dass solche Maßnahmen das Interesse der Verlage an der Entwicklung groß angelegter Online-Projekte verringern könnten, da jedes Spiel zu einer langfristigen Verpflichtung mit unvorhersehbaren Kosten wird.
Der Gesetzentwurf wurde vom kalifornischen Unterhaus verabschiedet und wartet nun auf die Abstimmung im Senat des Bundesstaates. Zum jetzigen Zeitpunkt werden die ESA und andere Vertreter der Glücksspielbranche dafür kämpfen, die Bedingungen zu ändern oder den Gesetzentwurf ganz zu blockieren.