Einem bekannten Whistleblower zufolge ist Apples erstes MacBook mit Touchscreen nun „zu 100 % bestätigt“, dass es in Vorbereitung ist, was in der Branche große Aufmerksamkeit auf diese neue Form des Mac gelenkt hat. Die Nachricht kam von einem Whistleblower mit dem Codenamen „Snapa Digital“, der häufig auf chinesischen sozialen Plattformen aktiv ist. Er sagte, dass die Quelle der Nachrichten interne Kanäle in der Lieferkette seien. Diese Person hat in der Vergangenheit relativ präzise Nachrichten über neue Apple-Produkte verbreitet und seine Aussage bestätigt aktuelle Berichte.

Gerüchte über die Entwicklung eines MacBook mit Touchscreen durch Apple kursieren bereits seit mehreren Jahren. Bereits im Januar 2023 berichtete Bloomberg-Reporter Mark Gurman, dass Apple die Einführung eines MacBook Pro mit OLED-Display als erstes Mac-Produkt mit Touchscreen plant. Der ursprüngliche interne Zieltermin für die Veröffentlichung war 2025, dieser Zeitplan wurde jedoch letztendlich nicht eingehalten. Mit der Zeit werden Berichte über Touch-fähige MacBooks immer häufiger und die Formulierungen werden sicherer.

Im September 2025 sagte der Analyst Ming-Chi Kuo, dass Apples erstes MacBook Pro mit einem OLED-Touchscreen voraussichtlich im Jahr 2026 in Massenproduktion gehen wird. Gurman hat seitdem mehrfach bekräftigt, dass die 14-Zoll- und 16-Zoll-MacBook-Pro-Modelle der nächsten Generation über Touch-Funktionalität verfügen und voraussichtlich zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 auf den Markt kommen werden dürfte sich eher auf 2027 verzögern.

Es wird allgemein erwartet, dass die Touch-Unterstützung nur eines der wichtigen Upgrades der neuen Generation der High-End-MacBook-Pro-Serie sein wird. Zu den weiteren angeblichen großen Änderungen gehören: Ausstattung mit M6 Pro- und M6 Max-Chips, die Verwendung eines OLED-Displays, der Verzicht auf Pony und ein Design ähnlich „Smart Island“ sowie ein schlankeres Gehäuse. Berichten zufolge wird diese Produktgeneration möglicherweise einen neuen Markennamen „MacBook Ultra“ verwenden, um sie von der bestehenden MacBook-Produktlinie abzugrenzen.

Gleichzeitig beginnt macOS 27 „Golden Gate“ auch den Weg für Touch-Interaktion auf Systemebene zu ebnen. In dieser Version hat Apple die Sidecar-Funktion verbessert, sodass Benutzer beim Erweitern oder Spiegeln des Mac-Desktops über das iPad direkt auf Elemente der macOS-Benutzeroberfläche auf dem iPad-Bildschirm tippen und diese bedienen können, wodurch das Gesamtsystem „berührungsfreundlicher“ wird. Dies wird auch als eines der Signale dafür gewertet, dass Apple Software für zukünftige Macs mit Touchscreen vorbereitet.

Allerdings scheint Apple intern bei der Positionierung touchfähiger Macs vorsichtig zu sein. Laut Gurman wird Apple das neue MacBook Pro oder MacBook Ultra nicht in ein „Touch-zentriertes“ Gerät wie das iPad einbauen, sondern stattdessen eine „Touch-freundliche, nicht Touch-First“-Strategie verfolgen. Mit anderen Worten: Apple ermöglicht Benutzern die freie Wahl, Touch-Bedienungen oder indirekte Eingaben mit einem Trackpad und einer Maus in derselben Benutzeroberfläche und demselben Workflow zu verwenden. Die beiden werden funktional gleichwertig und austauschbar sein.

Es ist erwähnenswert, dass die Einführung von Macs mit Touchscreen einen großen Wandel in der Produktphilosophie von Apple bedeuten wird. Bereits 2010 lehnte Apple-Mitbegründer Steve Jobs öffentlich die Verwendung vertikaler Touchscreens auf herkömmlichen Computern ab, da er der Ansicht war, dass „die Berührungsfläche nicht vertikal sein sollte“ und dass Benutzer, die ihre Hände heben, um den Bildschirm über einen längeren Zeitraum zu berühren, offensichtlich zu „Armermüdung“ führen würden. Mehr als ein Jahrzehnt später, im Jahr 2021, betonte auch John Ternus, damals Apples Senior Vice President of Hardware Engineering und jetzt Apples CEO-Nachfolger, dass der Mac ein Produkt sei, das „vollständig für indirekte Eingaben optimiert“ sei, und das Unternehmen sah damals keinen triftigen Grund, diese Denkweise zu ändern.

Vor diesem Hintergrund weisen mehrere Quellen nun darauf hin, dass das Touchscreen-MacBook-Projekt „sicher“ sei, was darauf hindeutet, dass sich Apples interne Ansichten zu dieser Richtung erheblich geändert haben. Mit der Reife der OLED-Display-Technologie, der zunehmenden Beliebtheit von Hybrid-Notebook-Produkten auf dem Markt und der Anpassung von macOS selbst auf der Interaktionsebene wird allgemein angenommen, dass Apple die Grenze zwischen Mac und iPad neu definiert. Ob das erste MacBook mit Touchscreen irgendwann als MacBook Pro oder MacBook Ultra auf den Markt kommen wird, sowie die spezifischen Hardware-Spezifikationen und der Startzeitpunkt, muss Apple in den nächsten ein bis zwei Jahren noch offiziell bekannt geben.