Der französische Spielehersteller Ubisoft setzt einen neuen Umstrukturierungsplan um, der den Abbau von etwa 380 Arbeitsplätzen und die Schließung einiger seiner Entwicklungsstudios in Kanada und Serbien vorsieht. Die Änderungen folgen auf die Ankündigung Anfang des Jahres, das kanadische Mobile-Gaming-Studio Ubisoft Halifax zu schließen.

Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen hat Ubisoft die Mitarbeiter über interne Kommunikationskanäle darüber informiert, dass die neue Umstrukturierungsrunde die zahlreichen Studios des Unternehmens in den USA, Kanada, Spanien und Serbien betreffen wird und insgesamt rund 380 Mitarbeiter betroffen sein werden. Unter anderem wird Ubisoft seine Spieleentwicklungsstudios in Winnipeg (Kanada) und Belgrad (Serbien) schließen, wovon voraussichtlich etwa 65 bzw. 100 Mitarbeiter betroffen sein werden. Darüber hinaus werden 51 Stellen im Ubisoft Studio in Barcelona, Spanien, gestrichen und eine nicht genannte Anzahl von Mitarbeitern wird auch in der globalen Vertriebszentrale des Unternehmens in San Francisco, USA, entlassen.
Neben direkten Entlassungen wird Ubisoft auch Anpassungen bei einigen Projektteams vornehmen. In dem Bericht wurde darauf hingewiesen, dass mehr als 150 Entwickler, die zuvor an „Rainbow Six Siege“ (Rainbow Six Siege), „Rainbow Six: Siege Mobile“ und einem unangekündigten Projekt in Montreal beteiligt waren, an andere Projektteams angepasst werden. Das Unternehmen gab an, dass dieser Schritt darauf abzielt, die Betriebsstruktur zu vereinfachen, die Verwaltungskosten zu senken und die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit der Organisation langfristig zu verbessern.
Den Daten zufolge wurde Ubisoft Belgrade Studio im Jahr 2016 gegründet und war an der Entwicklung zahlreicher Werke wie „The Crew 2“ (The Crew 2), „Tom Clancy: Rainbow Six“, „Riders Republic“ und „Skull & Bones“ beteiligt. Das 2018 gegründete Studio in Winnipeg konzentriert sich hauptsächlich auf die Bereitstellung technischer Entwicklungsunterstützung für Ubisofts interne Engines Anvil und Snowdrop. Das Studio hatte einst mehr als hundert Mitarbeiter.
Als Herausgeber von „Assassin’s Creed“, „Prince of Persia“ und mehreren „Tom Clancy“-Reihen erlebte Ubisoft in den letzten Jahren weiterhin Turbulenzen, darunter mehrere Entlassungsrunden, Studioschließungen und Projektabsagen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Reihe von Projekten abgesagt, darunter „Tom Clancy: The Division Heartland“, das das Ende der Entwicklung im Jahr 2024 ankündigte.
Ubisoft hat in den vergangenen Jahren Projekte wie „Immortals Fenyx Rising 2“ und viele unangekündigte Spiele gestoppt, um Kosten zu senken. Berichten zufolge hat das Unternehmen von 2022 bis 2024 mehr als 1.700 Mitarbeiter in Europa und Nordamerika entlassen. In seiner Blütezeit beschäftigte Ubisoft weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiter. Aufgrund der zahlreichen Entlassungsrunden ist die Zahl der entlassenen Stellen jedoch auf über 5.000 gestiegen. Nach der jüngsten Entlassungsrunde wird die Gesamtmitarbeiterzahl des Unternehmens voraussichtlich auf etwa 15.000 sinken.