Nach 20 Jahren haben die Vereinigten Staaten lokalen Sonnenschutzprodukten endlich „Zutaten hinzugefügt“. Laut der jüngsten Ankündigung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) wurde ein chemischer Sonnenschutzfilter namens „Bemotrizinol“ offiziell in die Liste der Wirkstoffe aufgenommen, die in Sonnenschutzprodukten verwendet werden können, und ebnet damit den Weg zur Verbesserung des UV-Schutzes.

Der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy (Jr.) sagte, dass Bemotrizinol in Europa seit Jahrzehnten sicher verwendet werde und dass seine Zulassung nicht nur den Wettbewerb auf dem Markt verstärken, sondern auch dazu beitragen werde, das Vertrauen der Verbraucher in Sonnenschutzprodukte zu stärken. Dieser Inhaltsstoff schützt sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlen und weist eine geringe Absorptionsrate durch den menschlichen Körper auf. Die FDA hat es als „allgemein als sicher und wirksam anerkannt“ (GRASE) für die Verwendung von Sonnenschutzmitteln bei Menschen ab sechs Monaten eingestuft.
Dem Plan zufolge soll die erste Charge rezeptfreier Sonnenschutzprodukte, die diesen Inhaltsstoff enthalten, bis Ende 2026 unter dem Handelsnamen „PARSOL Shield“ auf dem US-Markt eingeführt werden. Bemotrizinol ist im Wesentlichen ein fortschrittlicher Sonnenschutzfilter, der seit langem in Sonnenschutzprodukten in Europa und Asien weit verbreitet ist und über breitbandige UVA/UVB-Schutzfunktionen verfügt. Es verfügt über eine gute Photostabilität, bleibt auch bei der höchsten Dosierung von 6 % wirksam und weist in Plasmatests äußerst geringe Rückstandswerte auf, was bedeutet, dass es auf der Hautoberfläche verbleibt und nicht in den menschlichen Kreislauf gelangt.
Die Branche geht davon aus, dass diese Zulassung eine neue Generation von Sonnenschutzprodukten auf den US-Markt bringen wird. Derzeit befindet sich die Sonnenschutztechnologie in den USA noch auf dem Niveau der 1990er Jahre und es besteht eine gewisse Lücke zu Europa und Asien. Dr. Mike Davis, amtierender Direktor des Center for Drug Evaluation and Research (CDER) der FDA, sagte, dies sei ein Beispiel für die Modernisierung des Regulierungsprozesses und die Förderung des Fortschritts durch wissenschaftliche Entscheidungsfindung. Die FDA wird sich weiterhin dafür einsetzen, amerikanischen Verbrauchern Zugang zu sichereren und wirksameren Behandlungsmöglichkeiten zu verschaffen, einschließlich rezeptfreier Sonnenschutzprodukte.
Bemotrizinol wurde im Dezember letzten Jahres offiziell zur Prüfung eingereicht und in nur etwa sieben Monaten zugelassen. Derzeit sind alle relevanten Prüfverfahren bestanden und die FDA wird eine endgültige Anordnung erlassen, die es Unternehmen erlaubt, diesen Inhaltsstoff in einem Höchstgehalt von 6 % in innovativen Sonnenschutzprodukten zu verwenden. Obwohl bestehende amerikanische Sonnenschutzprodukte bereits einen starken Schutz bieten können, wird die Einführung dieses neuen Inhaltsstoffs dem Produkt einen stabileren Breitbandschutz verleihen. Aufgrund seiner hohen Photostabilität ist es weniger wahrscheinlich, dass es unter Sonnenlicht zerfällt, und die Schutzwirkung hält länger an.
Darüber hinaus ist Bemotrizinol verträglicher für Menschen mit empfindlicher Haut und weist ein geringeres Risiko für Hautreizungen auf. Experten gehen davon aus, dass neue Sonnenschutzmittel und Lotionen auf den Markt kommen werden, die dünner sind und weniger dazu neigen, weiß zu werden. Insbesondere im Vergleich zu Produkten, die ausschließlich auf physikalischen Sonnenschutzmitteln (mineralischen Sonnenschutzmitteln) basieren, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie einen offensichtlichen weißen Film auf der Haut hinterlassen. Von Formeln, die leichter sind und sich besser auf der Haut anfühlen, wird erwartet, dass sie die Begeisterung der Benutzer steigern und die tägliche Verwendung von Sonnenschutzmitteln standardisieren.
Hautkrebs (einschließlich Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) ist die häufigste Krebsart in den Vereinigten Staaten, und schätzungsweise 90 % der Fälle von nicht-melanozytärem Hautkrebs stehen in direktem Zusammenhang mit der UV-Exposition. Die Skin Cancer Foundation of America gibt an, dass jedes Jahr bei mehr Menschen Hautkrebs diagnostiziert wird als bei allen anderen Krebsarten zusammen. Vor diesem epidemiologischen Hintergrund gehen Regulierungsbehörden und die Industrie im Allgemeinen davon aus, dass die Einführung sichererer und wirksamerer Breitband-Sonnenschutzmittel erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben wird.