Die seit langem eingestellte GPU-Serie Arctic Sound Xe-HP von Intel ist kürzlich wieder aufgetaucht. Eine technische Beispielkarte mit Dual-Chip-Design und integrierten vier Stapeln HBM2E-Videospeicher ist durchgesickert. Es gilt als „Geist“, ein Überbleibsel der alten Roadmap, die Intel im Jahr 2021 aufgegeben hat. Ein Benutzer hatte ursprünglich eine Intel Ponte Vecchio GPU bestellt, erhielt jedoch bei Erhalt der Ware unerwartet dieses Arctic Sound 2T-Muster, wodurch dieses vor einigen Jahren offiziell eingestellte Produkt erstmals deutlich sichtbar wurde.

Bereits im Jahr 2018 plante das Intel-Grafikteam mehrere Produktlinien auf Basis der Xe-GPU-Architektur der ersten Generation, die Spiele, Workstations und Rechenzentren abdecken, darunter das Multi-Chip-Paket und den massiven Ponte Vecchio sowie die Arctic Sound-Serie für den Workstation- und Servermarkt. Der damalige Leiter der Architektur, Raja Koduri, hatte die tatsächlichen Chips von Arctic Sound öffentlich vorgeführt und enthüllt, dass die Serie drei verschiedene Konfigurationen von 1 Chip (1-Tile), 2 Chips (2-Tile) und 4 Chips (4-Tile) bieten würde, um unterschiedliche Anforderungen an Rechenleistung und Stromverbrauch zu erfüllen. Mit dem Fortschreiten des Projekts traten jedoch nach und nach technische und produktbezogene Zwänge zutage. Intel kündigte schließlich die Absage von Arctic Sound an und Ponte Vecchio selbst musste erhebliche Verzögerungen hinnehmen. Erst viele Jahre später wurde es schließlich offiziell auf dem Supercomputer Aurora eingesetzt.

In Bezug auf das Rechenzentrums- und KI-Beschleunigungslayout verlagerte Intel daraufhin seinen Fokus auf die XPU-Route und brachte eine neue Generation der Falcon Shores-Lösung auf den Markt, die CPU- und GPU-Computing integriert. Allerdings wurde auch diese mit Spannung erwartete Produktlinie in diesem Jahr komplett gestrichen. Das Unternehmen hat nun die neue Jaguar Shores-Plattform im Visier, deren Einführung im Jahr 2027 geplant ist. Diese Reihe von Wendepunkten wird von der Branche weithin als Inbegriff für Intels späten Start und verpasste Chancen im Zeitalter der Rechenzentrums-KI interpretiert. Im Bereich der leistungsstarken Beschleunigungschips haben Nvidia und AMD weit führende Markt- und Ökosystemvorteile erzielt.

Die dieses Mal vorgestellte Arctic Sound-Beispielkarte wurde vom X-Plattform-Benutzer ChipsByLayers veröffentlicht. Es ist ersichtlich, dass das Gesamtpaket zwei auf der Xe-HP-Architektur basierende Computer-Chipsätze integriert und mit vier HBM2E-Videospeicher-Verpackungspositionen ausgestattet ist. Die Oberseite der Verpackung ist mit dem „Intel Confidential“-Logo und Beispielcodeinformationen wie „QVS8 1,00 GHz“ bedruckt. Gemäß dem internen Plan des Jahres war die 2-Tile-Version der Arctic Sound GPU auf insgesamt 1024 EU ausgelegt, und jeder Rechenchip hatte 512 EU. Die gesamte Karte könnte theoretisch mehr als 20 TFLOPS Gleitkommaleistung mit einfacher Genauigkeit bei einem Stromverbrauchsbereich von etwa 300 W bereitstellen. Die vollständige Produktmatrix umfasst: Die 1-Tile-Version ist mit 512 EU, schätzungsweise etwa 4096 Kernen, ausgestattet und bietet etwa 12,2 TFLOPS bei 150 W Leistungsaufnahme; die 2-Tile-Version ist 1024 EU, schätzungsweise etwa 8192 Kerne; Die 4-Tile-Flaggschiffversion ist auf 2048 EU gestapelt, etwa 16384 Kerne, und die Zielleistung liegt bei etwa 36 TFLOPS, was einem Stromverbrauchsbereich von 400 W bis 500 W entspricht.

Aus heutiger Sicht handelt es sich bei diesen Fotos eher um ein Stück Produktgeschichte, das nicht zustande kam. Heute hat sich die Strategie von Intel im Grafikgeschäft erheblich verändert. Im Verbraucher- und leichten Profimarkt sind integrierte Grafikkarten und unabhängige GPUs mit GDDR- oder LPDDR-Speicher die Mainstream-Routen. Der HBM-Speicher mit hoher Bandbreite ist in der neuen Generation von Grafikprodukten vorübergehend nicht mehr erhältlich. Die aktuelle Arc-Serie und dedizierte Grafikkarten für Workstations und Server legen den Fokus auf Kosteneffizienz in den Bereichen KI-Inferenz und professionelle Grafik. Die GPU der nächsten Generation mit Xe3P-Architektur und dem Codenamen Crescent Island soll mit bis zu 480 GB LPDDR5X-Speicher ausgestattet werden, um Mainstream-KI- und beschleunigte Rechenszenarien hinsichtlich Kosten und Einsatzflexibilität zu messen.
Mittel- bis langfristig richtet sich die Aufmerksamkeit der Branche nach und nach auf neue Plattformen wie Jaguar Shores und Crescent Island, die als Schlüsselknoten für die Rückkehr von Intel auf den Weg der Hochleistungs-GPU und KI-Beschleunigung gelten. Verglichen mit dem riesigen Software- und Hardware-Ökosystem, das Nvidia und AMD aufgebaut haben, steht Intel jedoch offensichtlich immer noch vor einem langen und schwierigen Aufholprozess, wenn es auf dem KI-Markt für Rechenzentren „aufholen“ will. Bevor das neue Produkt tatsächlich auf den Markt kommt, ist die durchgesickerte Musterkarte des Arctic Sound 2T eher eine Erinnerung an die Außenwelt: In der aktuellen Ära, in der Multi-Chip-GPUs und Speicher mit hoher Bandbreite zum Mainstream-Thema geworden sind, war Intel einst vorne dabei, entschied sich aber schließlich dafür, den „Reset“-Knopf zu drücken.