Google arbeitet mit der University of California, San Diego (UCSD) zusammen, um alte Pixel-Telefone in kostengünstige Computercluster umzuwandeln. Laut Untersuchungen von Google kann die Rechenleistung von 25 bis 50 alten Telefonen mit einer Dual-Socket-Server-CPU mithalten.Das Forschungsteam entfernte zunächst unnötige Komponenten des Mobiltelefons, darunter Bildschirm, Akku, Kamera, Lautsprecher und Gehäuse, sodass nur noch das Motherboard mit dem SoC ausgestattet war. Anschließend wurde das Android-System durch eine in Rechenzentren übliche Linux-Distribution ersetzt und nach der Entfernung redundanter Software auf Verbraucherseite wurden Orchestrierungstools wie Kubernetes eingesetzt.
Benchmark-Tests zeigen, dass der Single-Core-SPEC-Score eines Mobiltelefons vor drei Jahren tatsächlich höher ist als der des Asus RS720A-E11-Servers, der mit Dual-Channel AMD EPYC und NVIDIA H200 ausgestattet ist.Obwohl die Gesamtrechenleistung des Servers weit von der von Mobiltelefonen entfernt ist, sind alte Mobiltelefone aufgrund der führenden Single-Core-Leistung für bestimmte Rechenaufgaben immer noch wertvoll.

In praktischen Anwendungen kann ein Cluster aus 20 alten Mobiltelefonen die Unterrichtsanwendung einer Klasse mit mehr als 75 Personen unterstützen, ohne überhaupt auf die Cloud angewiesen zu sein.

Das Forschungsteam plant, mit 2.000 Mobiltelefonen ein lokales Rechenzentrum aufzubauen und den Betrieb von Hunderten von Klassen gleichzeitig zu unterstützen. Die Hardwarekosten betragen nur einen Bruchteil der Kosten für einen neuen Server. Der Vorteil wird im aktuellen Kontext steigender Preise für Arbeitsspeicher und Speicherchips noch deutlicher.
Die Wiederverwendung alter Geräte ist keine neue Idee. Letztes Jahr baute ein Forschungsteam aus vier alten Mobiltelefonen ein Mikrodatenzentrum für die Unterwasserüberwachung. Die NASA installierte sogar den Mittelklasse-Chip Qualcomm 801 aus dem Jahr 2014 im Ingenuity-Mars-Hubschrauber, um Navigationsberechnungen für den Perseverance-Marsrover durchzuführen.
Für Universitäten sowie kleine und mittlere Institutionen stellen alte Mobilfunkcluster eine praktikable Möglichkeit dar, die sündhaft teure Hardware der Technologiegiganten zu umgehen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass KI-Hyperscale-Rechenzentren auf diese Lösung umsteigen, da Zuverlässigkeit und Wartungskosten immer noch Defizite darstellen.
