Am 14. Juni hielt Google-CEO Sundar Pichai eine Rede bei der Abschlussfeier 2026 der Stanford University. Er sprach nicht direkt über künstliche Intelligenz, sondern konzentrierte sich auf „den Optimismus wählen“.

Business Insider interpretierte diese Rede im Kontext einer heiklen Abschlusssaison: Der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt sagte letzten Monat in seiner Abschlussrede an der University of Arizona, dass KI Teil der zukünftigen Jobs von Studenten werden werde. Er wurde vor Ort ständig von Studenten ausgebuht; Auch Scott Borchetta, CEO von Big Machine Records, stieß auf eine ähnliche Reaktion, als er an der Middle Tennessee State University über KI sprach.
Er sprach nicht direkt über KI, sondern nur im Scherz.
Pichai begann damit, dass er den Absolventen Ratschläge geben sollte, aber viele Leute gaben ihm auch Ratschläge, und die Ratschläge deuteten alle auf dasselbe hin: was man nicht sagen sollte.
Dann machte er einen unbeschwerten Witz: Die Leute dachten, es würde schwierig für ihn sein, weil „AI“ zufällig die letzten beiden Buchstaben seines Nachnamens „Pichai“ seien. Darüber hinaus konzentrierte er seine Rede nicht auf KI.
Für Pichai ist es schwierig, diese Vermeidung nicht zu verstärken. Google ist eines der Kernunternehmen dieser KI-Welle, und Pichai selbst steht seit langem an der Spitze der Veröffentlichung von Google-KI-Produkten und -Strategien. Aber bei öffentlichen Anlässen wie Abschlussfeiern, bei denen junge Menschen zur Schau gestellt werden, ist KI nicht mehr nur ein Symbol für technologischen Fortschritt. Es ist auch mit realen Ängsten wie Berufseinstieg, Beschäftigungsdruck und Unternehmensentlassungen verbunden.
„Wählen Sie Optimismus“ beruht auf der Beschäftigungsangst einer Generation von Absolventen
Pichai redet von Mentalität, doch den Absolventen im Publikum steht eine Beschäftigung bevor.
Er erinnerte sich, dass er, als er Anfang der 1990er Jahre in Kalifornien ankam, eine grüne Landschaft erwartete, doch was er sah, waren braune Hügel. Der Vermieter, der ihn empfing, korrigierte ihn und meinte, es sei nicht braun, sondern „golden“. Pichai erklärte diese Geschichte als „Neuformulierung“ der Realität: Dieselbe Szene kann als Enttäuschung oder Hoffnung angesehen werden.
Aber für den Jahrgang 2026 bringt KI mehr als nur Perspektive. Business Insider erwähnte, dass Sam Altman, CEO von OpenAI, und Dario Amodei, CEO von Anthropic, beide davor gewarnt haben, dass KI traditionelle Einstiegsjobs verschwinden lassen könnte; Mehr als ein Dutzend große Unternehmen haben in diesem Jahr KI in ihren Entlassungsgründen erwähnt; Einige Absolventen berichteten BI auch, dass sie nach monatelanger Suche keinen Vollzeitjob gefunden hätten.
In diesem Umfeld klingt die „Entscheidung für Optimismus“ wie eine Ermutigung, vielleicht aber auch wie ein Druck: Menschen, die gerade erst ins Berufsleben eingetreten sind, müssen sich nicht nur weniger Chancen stellen, sondern lernen auch, Unsicherheit in Chancen umzuwandeln.
Die Abschlussreden von Tech-CEOs sind jetzt noch schwieriger
Pichais Identität gab dieser Rede natürlich zwei Bedeutungen. Die erste Ebene ist die persönliche Erfahrung: Er ist ein Stanford-Absolvent, kam aus Indien ins Silicon Valley, wurde von der Internetwelle erfasst und übernahm schließlich die Leitung von Google. Die andere Ebene ist die Unternehmensrealität: Google drängt KI in die Such-, Büro-, Cloud-Dienste und weitere Produkte und steht auch im Mittelpunkt der Kontroverse darüber, ob KI die Beschäftigungsstruktur verändert.
Er entschied sich, nicht direkt über KI zu sprechen, zumindest um nicht direkt eine Gegenreaktion auszulösen, wie es Schmidt tat. Aber es zeigt auch, dass es für Führungskräfte von Technologieunternehmen nicht mehr einfach ist, bei Hochschulabschlussfeiern nur über Kampf, Optimismus und die Zukunft zu sprechen. Für Absolventen ist KI kein ferner Industrietrend, sondern die Einstellungsschwelle, Jobwechsel und Karrierestartpunkte, mit denen sie unmittelbar nach dem Verlassen des Campus konfrontiert werden.
Pichai beschrieb braune Hügel als golden, was eine Erinnerung daran sei, als erfolgreicher Mensch im Silicon Valley aufzuwachsen. Für die Absolventen des Jahres 2026 stellt sich die Frage konkreter: Können sie, wenn KI die Form des ersten Jobs verändert, trotzdem ihre eigene Startlinie finden?