Es gibt Anzeichen dafür, dass Google erwägt, Chinas Changxin Memory (CXMT) in seine Lieferkette für Speicherchips zu integrieren, da es weiterhin weltweit an Speicherchips mangelt und die Preise stark ansteigen. Wenn dieser Schritt wahr wird, könnte er die derzeitigen „drei Speichergiganten“, die von Samsung, SK Hynix und Micron dominiert werden, brechen. Ein Bericht der sozialen Plattform Jukan, ein bekannter Analyst in Technologiekreisen, übermittelte daraufhin die Enthüllung, die als gewissermaßen zur Glaubwürdigkeit des Gerüchts beitragend angesehen wurde.

Es ist derzeit unklar, welche Produkte oder Geschäfte Google aus China kaufen wird, wenn eine Kooperation mit Changxin zustande kommt. Zu den möglichen Richtungen gehören Pixel-Smartphones, der selbst entwickelte KI-Beschleunigungschip TPU oder die Cloud-Infrastruktur Google Cloud. Angesichts der Tatsache, dass der Lieferumfang der Pixel-Serie relativ begrenzt ist und der groß angelegte Einsatz chinesischer Speicherchips in der Cloud-Infrastruktur im Hinblick auf behördliche und sicherheitsrelevante Überprüfungen sensibler ist, glauben einige, dass dieser potenzielle Kauf eher für die nächste Generation der TPU erfolgt – eine neue Generation von Google-KI-dedizierten Chips mit dem Codenamen „Humufish“. Frühere Berichte haben darauf hingewiesen, dass Google plant, bis Ende 2028 etwa 3,5 Millionen maßgeschneiderte KI-Chips für diese Generation auf Lager zu haben. Für den Chip selbst besteht ein äußerst dringender Bedarf an DRAM mit hoher Bandbreite und hoher Kapazität.
Der Zeitpunkt der Entstehung dieses Gerüchts stimmt auch weitgehend mit Changxins eigenem Produktionsausbau und Kapitalbetriebsrhythmus überein. Changxin bereitet sich derzeit auf einen Börsengang vor und erhöht gleichzeitig seine Produktionskapazität deutlich. Das Unternehmen plant, seine monatliche Wafer-Produktionskapazität bis Ende dieses Jahres von etwa 200.000 Wafern auf 300.000 Wafer zu erhöhen, um die neue Nachfrage auf dem globalen DRAM-Markt zu bedienen. Aufgrund der Welle der KI-Rechenleistung sind High-End-Speicherprodukte wie HBM knapp und die Speicherkapazität insgesamt knapp, was chinesischen Herstellern wie Changxin eine Zeitspanne für den Eintritt in die globale Lieferkette bietet.
Andererseits wirft das geopolitische und regulatorische Umfeld einen Schatten der Unsicherheit über diese potenzielle Transaktion auf. Früheren Berichten von Reuters zufolge bereitete sich die US-Regierung im vergangenen Jahr darauf vor, die chinesischen KI-Unternehmen DeepSeek, Changxin und etwa hundert andere Unternehmen auf die schwarze Liste zu setzen, entschied sich jedoch letztendlich dafür, damit zu warten, um eine weitere Eskalation der Spannungen mit Peking zu verhindern. Nach dem US-amerikanischen Chip Act und den damit verbundenen Exportkontrollrahmen sehen sich US-amerikanische und verbündete Unternehmen bei der Verwendung hochwertiger chinesischer Halbleiterprodukte immer komplexeren Compliance-Einschränkungen gegenüber. Dies bedeutet, dass selbst wenn Google endlich einen Kaufvertrag mit Changxin erzielt, der Umfang und die Form der Anwendung verwandter Produkte auf dem US-Markt wahrscheinlich eingeschränkt sein werden.
Einer der direkten Anreize für Google, den Kreis zu verlassen und chinesische DRAM-Lieferanten zu finden, besteht darin, dass der Anstieg der Speicherpreise begonnen hat, die Kostenstruktur der Maschinenhersteller erheblich zu beeinflussen. Tim Cook, CEO von Apple, erklärte an diesem Tag öffentlich, dass die aktuellen Speicherpreise aufgrund der Knappheit „unhaltbar“ geworden seien, und warnte, dass Apple-Produkte „unweigerlich“ mit Preiserhöhungen konfrontiert sein werden. Vor dem Hintergrund der rasch steigenden Nachfrage nach Speicher mit hoher Bandbreite für KI-Training und -Inferenz konkurrieren große Cloud-Dienstanbieter und Gerätehersteller um begrenzte Produktionskapazitäten, was dazu führt, dass die DRAM- und HBM-Preise weiter steigen und die Spannungen in der Industriekette weiter verschärfen.
Wenn sich Google letztendlich dafür entscheidet, Speicherchips von Changxin zu kaufen, bedeutet das nicht nur eine große Anpassung in der Diversifizierung seiner Lieferkette, sondern könnte auch anderen großen Technologieunternehmen die Tür öffnen, mit chinesischen Speicherherstellern zusammenzuarbeiten. Sobald die US-amerikanischen und globalen Internet- und Cloud-Computing-Giganten beginnen, chinesisches DRAM in Märkten außerhalb der USA weithin einzuführen, wird die beherrschende Stellung der bestehenden „Großen Drei“ bei Preis und Angebot unweigerlich vor Herausforderungen stehen. Das Preissystem, die Gestaltung der Produktionskapazität und die Auswahl der Technologierouten in der globalen Speicherindustrie könnten dadurch zu einer Kettenreaktion führen. Bis dieses Gerücht jedoch nicht öffentlich von Google oder Changxin bestätigt wird, befindet sich alles noch in der „Bewertungs-“ und Spielphase, und die weitere Richtung wird von Angebot und Nachfrage auf dem Markt, den regulatorischen Einstellungen und dem Kompromiss zwischen Kosten und Risiken seitens der relevanten Parteien abhängen.