Auf einer Fachmesse, die kürzlich in Shanghai stattfand und sich auf Altenpflege, Hilfsmittel und Rehabilitationsmedizin konzentrierte, präsentierten chinesische Unternehmen „Springbegleiter„(Yueban) hat eine beispiellose intelligente Toilette herausgebracht – sie ist nicht mehr fest im Badezimmer installiert, sondern kann wie ein Kehrroboter zum Benutzer „gehen“.

Diese selbstfahrende intelligente Toilette mit dem Namen „Xiaoban“ richtet sich hauptsächlich an ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität aufgrund einer Verletzung oder Behinderung. Es wurde entwickelt, um die Abhängigkeit von der räumlichen Verschiebung und der Hilfe anderer während des Toilettengangs zu verringern. Berichten zufolge liegt der erwartete Preis für „Xiaoban“ auf dem chinesischen Markt bei 28.999 Yuan, etwa 4.300 US-Dollar. Ob es weltweit verkauft wird, steht noch nicht fest.

Aus technischer Sicht greift „Xiaoban“ auf die Kernlösung von High-End-Kehrrobotern zurück und ist mit einem kompletten Satz an Sensoren einschließlich Lidar- und Ultraschallwellen ausgestattet, um Karten der Innenumgebung zu erstellen und Fahrrouten selbstständig zu planen. Nachdem der Benutzer über die Fernbedienung oder einen Sprachbefehl einen „Aufruf“ ausgesprochen hat, bewegt sich das Gerät automatisch durch die Umgebung des Heims oder der Pflegeeinrichtung, umgeht Hindernisse und gefährliche Bereiche wie Treppen und erreicht den vorgesehenen Ort, an dem der Benutzer es verwenden kann, sodass der Benutzer nicht mehr persönlich auf die Toilette gehen muss. Unter Berücksichtigung der körperlichen Verfassung des Benutzers kann es jedoch sein, dass der Benutzer beim tatsächlichen Sitzen auf der Toilette immer noch die Unterstützung einer Pflegekraft benötigt, die meisten nachfolgenden Schritte werden jedoch automatisch vom Gerät ausgeführt.

Im Hinblick auf die spezifische Nutzungserfahrung minimiert „Xiaoban“ manuelle Vorgänge und die Abhängigkeit von Verbrauchsmaterialien im herkömmlichen Toilettenprozess. Das Gerät kommt ohne Toilettenpapier aus, integriert aber eine Sprühvorrichtung zur Sitzreinigung und eine Warmlufttrocknungsfunktion zum Reinigen und Trocknen der Nutzer. Gleichzeitig spült das eingebaute Selbstreinigungssystem das Innere der Toilette und versiegelt die Exkremente in einem versiegelten Behälter, um das Austreten von Gerüchen zu reduzieren. Um das Wachstum von Gerüchen und Bakterien weiter zu unterdrücken, ist das Gerät außerdem mit einer ultravioletten Lichtquelle zur Sterilisation ausgestattet, die in einer geschlossenen Kabine bestrahlt wird, wodurch die psychologische Ablehnung der Benutzer und ihrer Umgebung gegenüber der „Benutzung der Toilette im Schlaf- oder Wohnzimmer“ in gewissem Maße gemildert wird.

Auch im Hinblick auf die Abwasserableitung und -wartung hat „Xiaoban“ einen relativ vollständig automatisierten Prozess entwickelt. Nachdem der Benutzer mit dem Toilettengang fertig ist, verlässt das Gerät den Einsatzort und begibt sich zu einem der beiden eingestellten Ziele: Wenn die Ladestation an die Wasserzu- und -abflussleitungen angeschlossen wurde, kehrt der „Begleiter“ zunächst zur Basis zurück, um den Ladevorgang abzuschließen und Reinigungswasser nachzufüllen. Gleichzeitig werden die gesammelten Exkremente zerkleinert und in die Kanalisation eingeleitet, um die Gefahr einer Verstopfung zu verringern. Wenn der Standort der Basis nicht an das Abwasserrohrnetz angeschlossen werden kann, geht das Gerät zunächst in das normale Badezimmer und pumpt mit einem teleskopischen Roboterarm den Schmutz im geschlossenen Behälter in die herkömmliche Toilette und spült ihn dann mit herkömmlichen Methoden weg.

Ausgehend von der Pflegeszene soll „Begleitung“ das Pflegepersonal zwar nicht vollständig ersetzen, trägt aber offensichtlich maßgeblich dazu bei, die Intensität der Pflegearbeit zu reduzieren. Einerseits muss das Pflegepersonal Menschen mit Behinderungen nicht mehr häufig dabei unterstützen, sich zwischen Zimmer und Badezimmer hin und her zu bewegen. Andererseits sind die Geräte für das Sammeln, Transportieren und die erste Verarbeitung von Exkrementen verantwortlich, was den Arbeitsaufwand und die peinlichen Szenen bei der anschließenden Reinigung ebenfalls deutlich reduziert. Da die Bevölkerung immer älter wird und die Nachfrage nach häuslicher Pflege weiter zunimmt, bietet diese Art von „mobilen Gesundheitsgeräten“, die Roboternavigation, Selbstreinigung und Hygienetechnologie kombinieren, auch eine neue Produktidee für die zukünftige häusliche und institutionelle Pflege.