Laut dem britischen „Guardian“-Bericht kündigte die US-Bundesregierung im Mai dieses Jahres ohne Vorwarnung an, ein Netzwerk von Meeresbeobachtungssystemen, die Ocean Observatories Initiative (OOI), aufzulösen, deren Aufbau mehr als 350 Millionen US-Dollar gekostet hatte. Es wurde jedoch kein klarer Grund genannt, was den weit verbreiteten Verdacht auslöste, dass dieser Schritt darauf abzielte, die Fähigkeit zur Verfolgung des Klimawandels zu schwächen. Da das System auch wichtige Daten für Wettervorhersagen, Fischereimanagement usw. liefert, stieß die Entscheidung bereits nach ihrer Bekanntgabe auf großen Widerstand in der wissenschaftlichen Forschungsgemeinschaft, der Industrie und den politischen Entscheidungsträgern. Derzeit hat sich die Bundesregierung dazu entschlossen, diesen Plan zurückzuziehen und die Demontage der entsprechenden Beobachtungsgeräte nicht mehr fortzusetzen.

OOI ist eine große, staatlich finanzierte Meeresbeobachtungsinfrastruktur, die Daten zur Meeresumwelt an akademische Forschungseinrichtungen, Regierungsbehörden und die Privatindustrie liefert. Das System hat an vielen Orten im Atlantik und im Pazifischen Ozean Beobachtungsfelder eingesetzt, um kontinuierlich mehrere Indikatoren wie Meeresströmungen, Salzgehalt, chemische Zusammensetzung, Temperatur und tektonische Aktivität zu überwachen. Die Datenseite enthält mehr als hundert Beobachtungselemente. Dank zehn Jahren ununterbrochener Beobachtungen können die Daten nicht nur für Routineoperationen genutzt werden, sondern bilden auch eine wichtige Grundlage für die Untersuchung, wie Kohlendioxid und Wärme in den Ozean gelangen und sich dort ansammeln.

Aufgrund der wichtigen Rolle von OOI bei der Überwachung des Klimawandels gilt das System als „Schandfleck“ für Leugner des Klimawandels und gilt als eines der Ziele für diese Reduzierung. Bei ihren Versuchen, die Grundlage der Klimawissenschaft zu schwächen, haben die politischen Entscheidungsträger jedoch offenbar die weitverbreitete Abhängigkeit von diesen Daten in anderen Bereichen, einschließlich praktischer Anwendungen wie Wettervorhersage, Fischereimanagement und Sicherheit der Offshore-Technik, unterschätzt. Als die politischen Absichten offengelegt wurden, verstärkten sich schnell die Bedenken aller Parteien, sodass diese „technische“ Anpassung schnell zu politischen Turbulenzen führte.

Die Gegenreaktion aus der öffentlichen Meinung und aus Fachkreisen weitete sich anschließend auf die Ebene des Kongresses aus, und der Senat verabschiedete am Mittwoch einstimmig eine Maßnahme, die die Regierung ausdrücklich verpflichtet, die Regierung daran zu hindern, das OOI-System abzubauen. Die seltene einstimmige Haltung des Senats sendete ein starkes politisches Signal und wurde weithin als Ablehnung der Schwächung der wissenschaftlichen Infrastruktur durch die Exekutive interpretiert. Unter diesem Druck war die Trump-Administration gezwungen, ihre Haltung zu ändern und entschied sich vor der offiziellen Ankündigung für eine „Kehrtwende“ und nicht mit dem zuvor geplanten Abrissplan fortzufahren.

Die US-amerikanische National Science Foundation (NSF) gab daraufhin eine formelle Erklärung ab, in der es hieß: „Ab heute wird sie die Ausrüstung der verbleibenden Arrays nicht mehr entfernen oder reduzieren und den Betrieb aufrechterhalten und notwendige Wartungsarbeiten wie ursprünglich geplant durchführen.“ In der Erklärung heißt es außerdem, dass die Stiftung „allen Beteiligten dafür dankt, dass sie ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht haben, und sie haben sich klar darüber informiert, dass sie sich auf die von OOI bereitgestellten Daten verlassen.“ In der Erklärung der NSF heißt es, dass OOI in dieser Runde politischer Spiele vorübergehend „von einer Kugel verschont geblieben“ sei und wichtige Überwachungsgeräte, die ursprünglich abgebaut werden sollten, beibehalten worden seien.

Als Reaktion auf die aktuelle Kontroverse kündigte die NSF außerdem an, dass sie durch die Veröffentlichung eines Briefes an liebe Kolleginnen und Kollegen breite Beteiligung von Interessengruppen einholen werde. Die Stiftung plant, eine Expertengruppe einzuberufen, die eine systematische Bewertung des Meeresbeobachtungsbedarfs durchführen, bestehende Datenquellen sortieren und mögliche Reaktionsmöglichkeiten untersuchen soll, um der Agentur dabei zu helfen, einen nachhaltigen Entwicklungspfad für ihr Meeresbeobachtungssystem festzulegen. Dies bedeutet, dass das föderale Meeresbeobachtungssystem, einschließlich OOI, in Zukunft möglicherweise noch strukturelle Anpassungen vor sich hat, relevante Entscheidungen jedoch stärker auf öffentlicher Bewertung und professionellen Beratungsprozessen beruhen werden.

Ein aktueller Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie viel Schaden OOI in den mehr als einem Monat vor der Aufhebung der Entscheidung tatsächlich erlitten hat. Aufgrund der Demontage einiger Geräte oder der Unterbrechung von Wartungsplänen können in den kontinuierlichen Beobachtungsaufzeichnungen Datenlücken aufgetreten sein, die die Konsistenz der langfristigen Klima- und Umweltüberwachung beeinträchtigen. Die wissenschaftliche Forschungsgemeinschaft geht im Allgemeinen davon aus, dass selbst wenn das System letztendlich beibehalten wird, die Frage, wie die Datenlücke während dieser „Unterbrechungsperiode“ geschlossen werden kann, zu einem technischen Problem wird, das in der nachfolgenden Forschung und Politikanalyse angegangen werden muss.