Anthropic-CEO Dario Amodei sagte kürzlich unverblümt: Wenn KI-Unternehmen überleben wollen, müssen ihre jährlichen Einnahmen „Hunderte Milliarden Dollar“ erreichen – andernfalls könnten sie jederzeit von dieser Rechenleistungskonkurrenz geschluckt werden.Die finanzielle Wachstumskurve dieses Unternehmens ist ein Wunder in der Unternehmensgeschichte. Bis Ende 2024 wird der Jahresumsatz von Anthropic etwa 1 Milliarde US-Dollar betragen; bis Ende 2025 werden es fast 10 Milliarden US-Dollar sein; bis März 2026 wird es auf 30 Milliarden US-Dollar ansteigen; Bis Mai erreichte der jährliche wiederkehrende Umsatz 47 Milliarden US-Dollar. In etwas mehr als einem Jahr ist der Umsatz etwa um das 47-fache gestiegen.

Aber die Kehrseite der schillernden Zahlen sind noch verrücktere Investitionsausgaben. Der Hauptanreiz von Anthropic bei dieser Finanzierungsrunde besteht darin, seine Computerinfrastruktur zu erweitern. Mit Amazon einigte man sich auf eine Investition von bis zu 25 Milliarden US-Dollar und sicherte sich 5 Gigawatt (GW) Rechenleistung. Außerdem kooperierte das Unternehmen mit Google und Broadcom, um im nächsten Jahr weitere 5 GW Rechenleistung auf den Markt zu bringen. Google will bis zu 40 Milliarden US-Dollar zusätzlich investieren.
Dies ist der eigentliche Grund, warum Amodei eine Warnung vor „Hunderten Milliarden Einnahmen“ herausgab:Die Kosten für die Ausbildung modernster Großmodelle – Rechenleistung, Infrastruktur, Talente und Forschung und Entwicklung – haben sich zu einem grenzenlosen finanziellen Schwarzen Loch zusammengeschlossen. Selbst bei einem Jahresumsatz von 47 Milliarden US-Dollar muss Anthropic weiterhin Dutzende Milliarden US-Dollar aufbringen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Der Hauptzweck der vom Unternehmen geförderten Pre-IPO-Finanzierung besteht darin, diesen Hunger nach Rechenleistung zu stillen. Was ist das Konzept von 5 Gigawatt? Die insgesamt installierte Kapazität entspricht mehreren großen Kernkraftwerken, die alle in die Modellausbildung und den Einsatz investiert werden.
Die Logik dieser Strategie ist ganz klar: Die Leistung großer Modelle steht in einem positiven Zusammenhang mit der Größe der Rechenleistung – je stärker die Rechenleistung, desto besser das Modell, desto mehr Kunden, desto höher das Einkommen, was wiederum die Rechenleistung zurückführt und ein sich selbst verstärkendes Wachstumsschwungrad bildet.
Aber die andere Seite des Schwungrads ist eine Klippe: Sobald sich das Wachstum verlangsamt oder der Wettbewerb seinen Halt verliert, verwandeln sich die enormen Fixkosten sofort von einem Burggraben in eine Schlinge und ziehen den Cashflow in einen bodenlosen Abgrund.Für Anthropic ist der Umsatzmythos sicherlich schockierend, aber die eigentliche Überlebensprobe hat gerade erst begonnen.