Nvidia gab kürzlich bekannt, dass es in diesem Jahr europaweit 35 Hochleistungsrechner (HPC) für künstliche Intelligenz bauen und auf den Markt bringen wird, was das Unternehmen als den größten einjährigen Ausbau der KI-Infrastruktur in der Geschichte Europas bezeichnet. Diese Systeme wurden auf der ISC High Performance 2026-Konferenz offiziell vorgestellt und werden in einer Reihe nationaler Supercomputing-Zentren, KI-Fabriken und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen eingesetzt und stellen fortschrittliche Computerressourcen für mehr als drei Millionen wissenschaftliche Forscher bereit. Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA, sagte: „KI ist ein neues wissenschaftliches Werkzeug, und Europa baut eine Infrastruktur auf, um dieses Werkzeug in die Hände von Millionen von Forschern zu geben.“

Berichten zufolge basieren diese neuen Systeme auf den neuesten Blackwell- und Hopper-Architekturen von NVIDIA und werden sich auf die Unterstützung von Modellschulungen und Simulationsarbeiten in wichtigen wissenschaftlichen Forschungsbereichen wie Klimawissenschaft, medizinische Gesundheit, saubere Energie und Quantencomputing konzentrieren. Zu den wichtigsten angekündigten Projekten gehören der MareNostrum 5 AI-Upgrade-Plan des Barcelona Supercomputing Centre (BSC) in Spanien, die Blue Swan-Plattform von BavariaAI in Deutschland, das IT4LIA AI-Fabrikprojekt in Italien, das HammerHAI-Projekt in Deutschland und die Mimer AI Factory in Schweden.

In Spanien plant das Barcelona Supercomputing Centre, MareNostrum 5 durch die Einführung der NVIDIA GB300 NVL72- und GB200 NVL4-Systeme umfassend auf die KI-Rechenleistung aufzurüsten. Das Zentrum schätzt, dass das System nach Abschluss des Upgrades bis zu etwa 20 EFLOPS an KI-Trainingsleistung und 33 EFLOPS an KI-Argumentationsleistung bereitstellen kann, was eine höhere Genauigkeit und höhere Effizienz von Simulationsmöglichkeiten für groß angelegte wissenschaftliche Forschungsprojekte in den Bereichen Klimamodellierung, Biotechnologie, Energiesysteme und anderen Richtungen bietet.

In Italien wird das IT4LIA-Projekt mehr als 8.000 GPUs auf Basis der GB200 NVL4-Architektur von NVIDIA einsetzen, die als eine der größten bisher angekündigten KI-Fabriken gilt. Gleichzeitig wird die Blue Swan-Plattform der deutschen Bayern-KI mit rund 1.000 GPUs ausgestattet, um multimodale KI-Modelle für die Bereiche Medizin, Robotik und verschiedene wissenschaftliche Forschungsbereiche zu entwickeln, wobei der Schwerpunkt auf intelligenten Analysen und unterstützten Entscheidungsanforderungen in praktischen Anwendungsszenarien liegt.

NVIDIA betonte in dieser Pressemitteilung außerdem, dass die Anwendung von Accelerated Computing in der Energie- und Klimaforschung rasant zunimmt. Beispielsweise nutzt Siemens Energy eine beschleunigte Rechenplattform auf Basis der NVIDIA-Technologie, um den Entwurfs- und Simulationsprozess wasserstoffkompatibler Gasturbinen deutlich zu beschleunigen. Mithilfe dieser Lösungen zur Beschleunigung der Rechenleistung konnte Siemens den Zeitaufwand für entsprechende komplexe Simulationsaufgaben um bis zu 77 % reduzieren und so dazu beitragen, die Entwicklung von Geräten für saubere Energie der neuen Generation schneller zu iterieren.

Quantencomputing ist ebenfalls eine der wichtigen Richtungen dieses Layouts. Die italienischen Unternehmen CINECA, EuroHPC und Pasqal nutzen die NVIDIA CUDA-Q-Plattform, um Quantenverarbeitungseinheiten in das Supercomputing-Zentrum CINECA zu integrieren und so eine enge Zusammenarbeit zwischen traditionellem Hochleistungsrechnen und Quantencomputing zu ermöglichen. In Deutschland haben Forscher des Jülich Supercomputing Centre eine Simulation eines universellen 50-Qubit-Quantencomputers auf dem Supercomputer JUPITER abgeschlossen und damit eine Verifizierungsgrundlage für zukünftige Forschungen zu Quantensystemen höherer Skala geschaffen.

NVIDIA wies darauf hin, dass der Bau großer KI-Supercomputer in Europa die Entschlossenheit der Region widerspiegelt, ihre KI- und Supercomputing-Infrastruktur weiter auszubauen. Da Regierungen, wissenschaftliche Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen verschiedener Länder um den Ausbau der Rechenleistung und die Festigung ihrer Wettbewerbsfähigkeit in hochmodernen wissenschaftlichen Forschungsbereichen konkurrieren, gelten diese 35 neuen Systeme als wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die weitere Verbesserung der wissenschaftlichen KI-Forschungskapazitäten Europas.