Riot Games hat kürzlich sein Anti-Cheating-System Vanguard aktualisiert und einen neuen „On-Demand-Modus“ eingeführt, der es Spielern ermöglicht, Vanguard auszuschalten und beim Booten automatisch zu starten und relevante Module nur zu laden, wenn Spiele ausgeführt werden, die Anti-Cheating-Unterstützung erfordern, wie etwa „League of Legends“ und „VALORANT“. Diese Anpassung geht auf frühere Berichte zurück, denen zufolge Vanguard bei der Interaktion mit Hardware, die häufig zum Betrügen verwendet wird, ein „Soft-Brick“-Risiko aufweist, was dazu führt, dass Spieler sich Sorgen um Kompatibilität und Sicherheit machen.

Laut dem offiziellen Blog von Riot startet Vanguard im On-Demand-Modus nicht mehr mit dem Betriebssystem, sondern wird geladen, wenn der Spieler das geschützte Spiel startet. Dies kann theoretisch die Startzeit des Windows-PCs verkürzen und den täglichen Ressourcenverbrauch des Systems leicht reduzieren. Um den On-Demand-Modus nutzen zu können, müssen die Geräte der Spieler jedoch eine Reihe von Sicherheitsstandard-Vorprüfungen (Vanguard Pre-Check) bestehen, die von Riot festgelegt wurden.

Die sogenannte Vanguard-Vorprüfung bedeutet, dass Spieler eine Reihe von Sicherheitsbedingungen auf System- und Firmware-Ebene erfüllen müssen, einschließlich der Ausführung von Windows 11 25H2 oder höher und der Aktivierung von Secure Boot, TPM 2.0, IOMMU, VBS und Hypervisor-Protected Code Integrity (virtualisierungsbasierte Sicherheit und Hypervisor-Schutzcode-Integrität). Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass vom Systemstart bis zum Laden von Vanguard keine Cheats aktiviert oder bösartiger Code in die Kernel-Schicht eingeschleust werden, wodurch eine vertrauenswürdige Verbindung zur Anti-Cheat-Umgebung aufrechterhalten wird.

Laut Riot befinden sich derzeit etwa 35 % der Vanguard-Benutzersysteme bereits im sogenannten „Secured-Core-Status“, was bedeutet, dass ihre Konfiguration alle oben genannten Anforderungen erfüllt hat und den On-Demand-Modus direkt nach Erhalt der nächsten Version des Vanguard-Updates aktivieren kann. Benutzer, die eine oder mehrere der oben genannten UEFI-Sicherheitsoptionen deaktiviert haben, müssen den Vorprüfungsprozess durchlaufen und die relevanten Sicherheitsfunktionen nacheinander aktivieren, bevor sie den On-Demand-Modus aktivieren.

Diese Änderung wird als Versuch von Riot angesehen, das Spielerlebnis mit der Anti-Cheating-Stärke in Einklang zu bringen: Einerseits zerstreut der On-Demand-Modus die Bedenken einiger Benutzer hinsichtlich residenter Kernel-Treiber und Systemleistung; Andererseits versucht Riot durch die Erhöhung der Systemsicherheitsbasis und des Vorprüfungsschwellenwerts, die Fähigkeit zur Überwachung und Abwehr von Betrugsmethoden auf Kernel-Ebene aufrechtzuerhalten. In einem Umfeld, in dem kompetitive Online-Spiele weiterhin „ihre offensiven und defensiven Fähigkeiten“ mit Plug-in-Tools verbessern, sind ähnliche Anti-Cheating-Lösungen auf Systemebene immer noch umstritten, aber die Hersteller versuchen auch ständig, das Sicherheitsgefühl der Spieler und das Benutzererlebnis durch technische und strategische Anpassungen in Einklang zu bringen.