Der chinesische Display-Panel-Hersteller BOE (BOE) hat erneut die Gelegenheit verpasst, eine solide Zusammenarbeit mit einem internationalen Technologieriesen aufzubauen. Sein Plan, OLED-Bildschirme für das Basismodell Samsung Galaxy S27 bereitzustellen, wurde gestoppt. Brancheninsider wiesen darauf hin, dass BOE in den letzten Jahren bei Verhandlungen mit Apple, Samsung und anderen Unternehmen immer wieder „Last-Minute-Misserfolge“ erlebt habe und die Kernthemen immer noch auf der Qualität der Massenproduktion und dem Qualitätskontrollniveau lägen.

Um den Druck der weiterhin steigenden Kosten für Speicherchips und Arbeitsspeicher auszugleichen, hatte Samsung zuvor darüber nachgedacht, die von BOE bereitgestellten OLED-Bildschirme beim Basismodell Galaxy S27 einzusetzen, um die Materialkosten des gesamten Geräts zu senken. Früheren Berichten zufolge dürfte Samsung bei der Umstellung auf BOE-Panels den Kaufstückpreis pro Stück etwa 5 US-Dollar günstiger ausfallen lassen als die Produkte der eigenen Display-Einheiten, wodurch Millionen von US-Dollar an Maschinenlieferungen eingespart werden, um adäquatere DRAM- und NAND-Lieferungen für die nächste Generation von Flaggschiffmodellen zu sichern.

Die neuesten Nachrichten der koreanischen Medien ETNews zeigen jedoch, dass diese Zusammenarbeit letztendlich nicht zustande kam und Samsung sich entschieden hat, den OLED-Bildschirm von BOE im Basismodell Galaxy S27 nicht zu verwenden. Das bedeutet, dass BOE nach dem Verpassen von Apple erneut ein wichtiges Projekt mit Samsung versäumte und wichtige Aufträge in den beiden großen High-End-Smartphone-Märkten verlor.

Im Apple-Lager wurde BOE aufgrund von Qualitätskontrollproblemen von der OLED-Lieferliste für das kommende iPhone 18 Pro, iPhone 18 Pro Max und das faltbare iPhone Fold ausgeschlossen. Alle relevanten Bestellungen werden derzeit von den südkoreanischen Unternehmen Samsung Display und LG Display ausgeführt, was die dominierende Stellung der koreanischen Panel-Hersteller in der OLED-Lieferkette für High-End-Smartphones weiter festigt.

Obwohl der Bericht keine konkreten technischen oder geschäftlichen Details zum endgültigen Verzicht von Samsung auf BOE enthielt, geht die Branche im Allgemeinen davon aus, dass die Panelqualität und die Stabilität der Produktionskapazität wahrscheinlich von entscheidender Bedeutung sind. Für Samsung ist die Galaxy S-Serie das weltweite Flaggschiff der Produktlinie, und Displayleistung und Zuverlässigkeit sind Kernbestandteile des Markenimages und des Benutzererlebnisses. Wenn es Mängel in der Bildschirmqualität gibt, wirkt sich das nicht nur negativ auf den Umsatz und den Ruf aus, sondern könnte sich auch auf die langfristige Positionierung von Samsung im High-End-Markt auswirken.

Das Scheitern dieser Zusammenarbeit wird als schwerer Schlag für BOE angesehen und erschwert es dem Unternehmen außerdem, über die Kanäle von Samsung, dem weltweit führenden Smartphone-Hersteller, einen überzeugenderen Markenruf im High-End-OLED-Markt zu etablieren. Allerdings hisst BOE immer noch nicht die „weiße Flagge“ auf dem breiteren Display-Markt. Im Notebook-OLED-Bereich konkurriert BOE stark mit Samsung und versucht, verbesserte Displaylösungen für High-End-Notebooks bereitzustellen, die nicht zum Apple-Lager gehören. Im Gegensatz dazu wurden Apples OLED-Bestellungen für berührungsempfindliche MacBooks von Samsung gesperrt, was für letzteres eine substanziellere und langfristigere Geschäftsmöglichkeit darstellt.

Aus einer eher makroökonomischen Perspektive der Lieferkette wird es kurzfristig schwierig sein, die Dominanz der koreanischen Hersteller auf dem High-End-OLED-Markt zu erschüttern, nachdem BOE sukzessive die High-End-OLED-Projekte für Mobiltelefone von Apple und Samsung verloren hat. In anderen Marktsegmenten wie Mobiltelefonen, Notebooks und Fernsehern der Mittelklasse hat BOE jedoch weiterhin die Möglichkeit, durch die Nutzung seines Kostenvorteils und der kontinuierlich verbesserten Technologie weitere internationale Markenkunden zu gewinnen. Der Fokus der Branche liegt darauf, ob BOE stabile Durchbrüche bei Qualität und Ertrag erzielen kann, um wieder in die Kernlieferkette stark nachgefragter Kunden wie Apple und Samsung einzusteigen.

Derzeit wird erwartet, dass die OLED-Versorgung des Galaxy S27-Basismodells noch von der Samsung-eigenen Display-Abteilung oder anderen ausgereiften Zulieferern übernommen wird, um die gleichbleibende Leistung des Flaggschiff-Geräts der neuen Generation in Bezug auf Display-Effekt und Zuverlässigkeit sicherzustellen. Für BOE wurde dieses Mal erneut ein Großauftrag verpasst, was zweifellos Anlass zu tieferen Überlegungen und Anpassungen im Qualitätsmanagement und in internationalen Kooperationsstrategien sein wird.