Das Illinois State Law Enforcement Department hat kürzlich zwei mit Rechenzentrumsausrüstung beladene Anhänger von einem LKW-Parkplatz im Großraum Chicago geborgen. Der Gesamtwert der beteiligten Materialien belief sich auf etwa 2,3 Millionen US-Dollar. Dies verdeutlicht, dass sich der Frachtdiebstahl aufgrund des Booms bei künstlicher Intelligenz und dem Bau von Rechenzentren von traditionellen Metall- und Elektronikprodukten auf höherwertige Rechenzentrumshardware verlagert.

Nach Angaben des Sheriff-Büros von Cook County erhielten die Ermittler am 18. Juni den Hinweis, dass sich ein Anhänger mit Kupferdrahtspulen im Wert von etwa 300.000 US-Dollar auf einem LKW-Hof in der Gegend von Chicago befand. Relevante Berichte wiesen darauf hin, dass der Kupferdraht vermutlich aus Pine Hill, Alabama, gestohlen und dann nach Illinois verbracht wurde. Der Anhänger wurde verschlossen, weil der im Fahrzeug eingebaute GPS-Tracker Standortinformationen an die Strafverfolgungsbehörden übermittelt hatte. Es wurde schließlich im Bereich der 2500 East Higgins Road gefunden.

Die Ermittler stellten fest, dass der Anhänger ursprünglich aus Alabama stammte, das Nummernschild jedoch in Indiana-Kennzeichen geändert worden war, was vermutlich dazu diente, die Ortung zu beeinträchtigen. Weitere Ermittlungen ergaben, dass in Wisconsin auch das Indiana-Nummernschild selbst als vermisst gemeldet wurde, was darauf hindeutet, dass der Verdächtige wahrscheinlich versuchte, die Herkunft und den Transportweg der Waren durch mehrere „Mischvorgänge“ zu verschleiern. Derzeit haben die Strafverfolgungsbehörden weder die konkreten Festnahmen im Zusammenhang mit diesem Fall bekannt gegeben, noch haben sie mitgeteilt, ob der Verdächtige offiziell festgenommen wurde.

Nachdem Beamte des Cook County den ersten Anhänger entdeckt hatten, fanden sie auf demselben LKW-Hof einen zweiten Anhänger, der Infrastrukturausrüstung für Rechenzentren im Wert von etwa 1 Million US-Dollar enthielt. Der Besitzer des Lkw-Parkplatzes teilte der Polizei mit, dass der Verdächtige den Anhänger vor einer Woche zum Parkplatz gebracht habe. Nachfolgende Untersuchungen bestätigten, dass die Ausrüstung im Fahrzeug in Jacksonville, Florida, gestohlen und dann dorthin transportiert wurde. Derzeit haben die Behörden weder die Identität der Eigentümer der beiden Anhänger noch deren ursprüngliche Bestimmungsorte bekannt gegeben. Sie gaben lediglich an, dass der Fall weiter untersucht werde.

Obwohl viele Details noch nicht veröffentlicht wurden, spiegelt dieser Fall neue Trends in der Frachtkriminalität in den USA wider: Verglichen mit der früheren Bevorzugung von Metallen, Unterhaltungselektronik und Baumaterialien konzentrieren sich kriminelle Banden zunehmend auf hochwertige Rechenzentrumshardware. Zu diesen Geräten gehören Serverhardware, Kabel und andere wichtige Geräte im Zusammenhang mit der KI-Rechenleistung und der Cloud-Infrastruktur. Ihre Größe ist relativ kontrollierbar, ihre Weiterverkaufskanäle sind verborgen und ihr Potenzial für einen Einzelgewinn ist riesig. Sie sind natürlich zum Mittelpunkt einer neuen Diebstahlsrunde geworden.

Tatsächlich ist Frachtdiebstahl, der auf hochwertige Technologieprodukte abzielt, kein neues Phänomen, wird jedoch durch Rechenzentren und KI-bezogene Geräte noch verstärkt. Bereits im Juni 2025 wurden in Colorado Nintendo Switch 2-Spielekonsolen im Wert von etwa 1,4 Millionen US-Dollar gestohlen, während die Lieferung per LKW nach Texas transportiert wurde. Anfang 2021 erregte auch der Fall von Diebstahl von Grafikkarten der RTX 30-Serie der Marke EVGA während des Transports in Südkalifornien große Aufmerksamkeit, was zeigt, dass High-End-Gaming- und Grafikhardware schon immer eines der Hauptziele von Transportkriminalität war.

Da die Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz steigt und der Bau von Rechenzentren an vielen Orten in den Vereinigten Staaten beschleunigt wird, nehmen die Verbreitung und der Lagerbestand der entsprechenden Hardware rasch zu und die Risiken, denen die Transport- und Speicherverbindungen ausgesetzt sind, nehmen zu. Hinter diesem Fall steckt von Illinois, Alabama bis Florida eine bundesstaatliche, kriminelle Kette mit mehreren Punkten: Die Waren werden an der Quelle gestohlen, versteckt und durch gefälschte Nummernschilder und unter Verwendung von Transfereinrichtungen wie LKW-Abstellplätzen geparkt, und warten dann auf Gelegenheiten, umgeladen oder an Schwarzmarktkanäle verteilt zu werden.

Branchenanalysten gehen davon aus, dass ähnliche Fälle weiter zunehmen könnten, wenn Rechenzentrumsausrüstung und KI-bezogene Hardware in einen groß angelegten Bau- und Aktualisierungszyklus eintreten, was Logistikverbindungen, Infrastrukturbetreiber und vorgelagerte Hersteller zusätzlich dazu zwingt, die Diebstahlschutz- und Nachverfolgungsmaßnahmen zu verstärken. Neben der weit verbreiteten Installation von GPS-Geräten in Transportfahrzeugen und Containern wird auch die Frage, wie eine bessere Rückverfolgbarkeit und Überwachung im Lieferkettenmanagement erreicht und verhindert werden kann, dass hochwertige Geräte während des Ferntransports „verloren“ werden, zu einem Problem, mit dem sich die Rechenzentrumsbranche auseinandersetzen muss.