Einige befragte britische Bürger waren der Meinung, dass die Polizei ihre Polizeiressourcen nicht willkürlich verschwenden sollte, wenn nicht alle Vergewaltigungsfälle in der Realität aufgeklärt werden können. Ein für den Fall zuständiger Polizist sagte jedoch: „Da das VR-Spielerlebnis sehr immersiv ist, ist ihr (Opfer-)psychologisches Trauma genau das gleiche wie das eines echten Vergewaltigungsopfers.“
Aus Gründen des Jugendschutzes machte die Polizei keine Angaben zum Opfer. Derzeit wissen sie nur, dass sie minderjährig unter 16 Jahren ist.
Das Konzept des „Metaversums“ stammt aus dem Science-Fiction-Roman „Avalanche“ von 1992. Jahre später, mit der Reife von Hardware wie tragbaren Westen und Headsets, hat sich auch das Metaverse von einem Science-Fiction-Konzept in die Realität verwandelt.
Im Oktober 2021 kündigte Zuckerberg die Umbenennung von Facebook in Meta an, was dem Konzept des Metaversums große öffentliche Aufmerksamkeit verschaffte. Anschließend investierten auch Google, Microsoft und andere Technologiegiganten stark in die Technologie.
Mit der Metaverse-Einstellung der Meta Corporation können Benutzer eine „Schutzblase“ um ihren Avatar errichten, damit andere sich ihnen nicht nähern können. Allerdings wurden in dem von Meta Company herausgebrachten kostenlosen Spiel „Horizon World“ zahlreiche virtuelle Charaktere angegriffen. Einige Opfer gaben an, vor dem Angriff gezwungen worden zu sein, eine „Schutzblase“ zu öffnen.
Derzeit sind die Gesetze verschiedener Länder in Bezug auf Verbrechen in der virtuellen Welt leer. Zu den häufigsten Straftaten in virtuellen Spielen gehört neben Vergewaltigung auch der Diebstahl wertvoller virtueller Requisiten.
Einige Rechtsexperten sind der Ansicht, dass eine Strafverfolgung im Rahmen des bestehenden Rechtsrahmens, einschließlich dieses Falles der Vergewaltigung einer Minderjährigen, schwierig ist und dass es auch schwierig ist, reale Strafen für Diebstahl, Raub, Vergewaltigung und Mord in der virtuellen Welt anzuwenden. Im Vereinigten Königreich beispielsweise wird das Verbrechen des sexuellen Übergriffs als „Körperkontakt ohne Einwilligung“ definiert, aber in diesem Fall gab es keinen Körperkontakt oder Konflikt. Darüber hinaus verwischt das Metaversum auch das Konzept des geografischen Raums, und es ist schwierig zu definieren, welches Land für die auftretenden Fälle zuständig ist.
Ein für den Fall verantwortlicher hochrangiger Beamter forderte eine schnellere Gesetzgebung, damit auch Opfer in der virtuellen Welt Gerechtigkeit erfahren. Er sagte: „Der emotionale und psychologische Schaden, der diesem Kind zugefügt wird, wird langfristig sein und er ist nicht einfacher zu bewältigen als ein Fall einer Vergewaltigung im wirklichen Leben. Aber da die aktuelle Gesetzgebung hierfür keine gesetzlichen Regelungen vorsieht, bringt dies viele Herausforderungen für unsere Strafverfolgungsarbeit mit sich.“
Europol warnte: „Es wird erwartet, dass bis 2035 25 % der Menschen mindestens eine Stunde pro Tag in der virtuellen Welt verbringen werden, was sicherlich erhebliche Auswirkungen auf die globale Wirtschaftslandschaft haben wird. Die Sicherheit der Bürger in der virtuellen Welt wird zu einem zentralen Thema für Strafverfolgungsbehörden.“