Die NASA und Lockheed Martin haben heute das Überschallflugzeug X-59 gestartet. Das Versuchsflugzeug wurde der Öffentlichkeit vor einer Menge Würdenträgern im Rahmen einer Zeremonie in den berühmten Skunk Works in Palmdale, Kalifornien, vorgestellt. Die 35-minütige Zeremonie war voller Glückwünsche und Reden, aber kaum neuer Informationen über die Technologie oder den Zeitplan des X-Flugzeugs. Dies ist jedoch das erste Mal, dass die Öffentlichkeit die Gelegenheit hat, die X-59 in ihrer endgültigen Form aus nächster Nähe zu sehen.

Redner bei der Veranstaltung waren: NASA Associate Administrator Pam Melroy, NASA Associate Administrator James Free, stellvertretender Administrator des Aeronautics Research Mission Directorate im NASA-Hauptquartier in Washington, Bob Pierce, Skunk Works Vizepräsident und General Manager John Clark und Lockheed Martin Executive Vice President of Aeronautics Greg Ulmer.

Die X-59 wird von Lockheed Martin hergestellt

Die X-59 Quiet SuperSonic Technology (Quest) wird seit 2016 entwickelt, um Technologien für den Wiederstart kommerzieller ziviler Überschallflugzeuge zu entwickeln. Seit der Ausmusterung der Concorde im Jahr 2003 waren keine zivilen Überschallflugzeuge mehr am Himmel.

Das Hauptproblem von Überschallflugzeugen ist die berüchtigte Schallstoßwelle, die beim Fliegen über Mach 1 entsteht. Die X-59 hat eine extra lange Nadelnase und ein speziell entwickeltes Gehäuse, das Stoßwellen in einen dumpfen Schlag zerstreut, der kleiner ist als das Geräusch einer zuschlagenden Autotür.

Dies gelingt ihm zum Teil dank seiner unglaublich aerodynamischen Form: Mit einer Länge von fast 100 Fuß und einer Breite von nur 29,5 Fuß hat er eine pfeilartige Form, die so konstruiert ist, dass sie die von ihm im Flug erzeugten Stoßwellen zerquetscht.

Die X-59 wird von einem General Electric F414-Triebwerk mit Nachbrenner angetrieben, das 22.000 Pfund (9.979 Kilogramm) Schub erzeugt. Dadurch wird das Flugzeug mit Mach 1,5 in eine Höhe von 55.000 Fuß (16.800 Meter) befördert. Aufgrund seiner extrem stromlinienförmigen Form werden Piloten ein verbessertes Sichtsystem verwenden, das Außenansichten über 4K-Kameras liefert.

Der Erstflugtermin wurde noch nicht bekannt gegeben. Sobald die X-59 erfolgreich in die Lüfte fliegt, wird sie nicht nur dazu verwendet, die Entwicklung der Überschallflugtechnologie voranzutreiben, sondern auch zum Aufbau einer Datenbank, die zur Aktualisierung von Vorschriften der FAA in den 1970er Jahren verwendet wird, die als bewusst feindlich gegenüber zivilen Überschalldiensten galten.

„Dies ist eine große Leistung, die durch die harte Arbeit und den Einfallsreichtum der NASA und des gesamten X-59-Teams ermöglicht wurde“, sagte Melroy. „In nur wenigen Jahren haben wir von einem ehrgeizigen Konzept Wirklichkeit werden lassen. Die X-59 der NASA wird dazu beitragen, die Art und Weise, wie wir reisen, zu verändern und uns in kürzerer Zeit einander näherzubringen.“