Der Oberste Gerichtshof der USA hat heute getrennte Ansprüche von Apple und Epic Games in ihrem langjährigen Rechtsstreit über App Store-Regeln zurückgewiesen. Apple reichte im September 2023 einen Antrag ein und forderte den Obersten Gerichtshof auf, seine Berufung im Rechtsstreit zugunsten von Epic anzuhören. Hierbei handelt es sich um die sogenannte „Anti-Diversion“-Regel von Apple, die es vielen iOS-App-Entwicklern verbietet, Benutzer zu anderen Kaufmethoden als dem App Store zu verweisen und so die Umsatzbeteiligung von Apple zu umgehen.
Der Oberste Gerichtshof lehnte auch den Antrag von Epic Games ab, über den Fall zu entscheiden. Der Oberste Gerichtshof ist die letzte Anlaufstelle von Epic Games, nachdem die Berufung Anfang des Jahres verloren wurde. Im April 2023 unterstützte das Berufungsgericht des Neunten Bezirks die Auffassung des Untergerichts und entschied, dass die AppStore-Regeln von Apple keine Drittmärkte zuließen und daher nicht gegen Kartellgesetze verstießen.
Der Streit zwischen Apple und Epic geht auf das Jahr 2020 zurück, als Epic versuchte, die AppStore-Regeln von Apple aufzuheben, die vorschreiben, dass der Kauf von Inhalten in iOS-Apps über Apple erfolgen muss, was zu einer Umsatzkürzung von 15 bis 30 % führt.
Apple hat in allen Streitigkeiten bis auf einen obsiegt, bei denen es um Apples „Anti-Steering“-Regeln ging. Im Juli 2023 entschied ein Richter, dass Apple seine Richtlinien nicht ändern müsse.
Apple kann weiterhin die Zahlungsabwicklung durch Dritte in Apps verbieten, muss Entwicklern jedoch ermöglichen, Benutzer über andere Kaufoptionen außerhalb des App Stores zu informieren, so das heutige Urteil des Obersten Gerichtshofs, das frühere Urteile bestätigt.