Zusammenfassung:
Als von Windows 95 veröffentlichte Software noch in Form von CDs im Umlauf war, brachte Microsoft ein holografisches Anti-Fälschungsetikett an der Seite der Verpackung an, um Piraterie vorzubeugen. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Druckmustern zeigen Hologramme je nach Betrachtungswinkel unterschiedliche Effekte, was es für Piraten schwierig macht, mit gewöhnlichen Druckgeräten den tatsächlichen Effekt nachzuahmen. Laut Raymond Chen, einem leitenden Ingenieur bei Microsoft, wählte der für die Aufnahmen verantwortliche Fotograf seinen eigenen kleinen Sohn als Modell, weil es äußerst schwierig war, die Details des menschlichen Gesichts genau wiederzugeben.

Dieses holografische Etikett der ersten Generation hat auch dynamische Effekte: Das Baby sitzt auf dem Bild neben einem Computer und wenn die Box geneigt wird, dreht sich sein Kopf zum Monitor. Allerdings traten bald Probleme auf – laut Chen beschwerte sich die Regierung eines bestimmten Landes (welches Land noch nicht bekannt gegeben wurde) darüber, dass auf der Verpackung von Windows 95 Bilder von „nackten Kindern“ zu sehen seien. Tatsächlich trug das Baby kein Hemd, und da das Hologramm ihn nur von der Taille aufwärts zeigte, glaubten die Beamten fälschlicherweise, dass er auch keine Hose trug.
Aufgrund der Beschwerden musste sich Microsoft beeilen, Ersatzhologramme zu erstellen. In der neuen Version wurde das Baby mit Hemd und Hosenträgern hinzugefügt, aber aufgrund der übereilten Änderungen hatte Microsoft nicht genug Zeit, den Animationseffekt der Armdrehung in der Originalversion nachzubilden, wodurch in der Ersatzversion ein interessantes Highlight des Originaldesigns verloren ging.
Heute ist der originale holografische Anhänger „Topless Baby“ sogar noch seltener als der Ersatz. Chen sagte, wenn jemand noch eine Windows 95-Box mit dem Originaletikett habe, sei es ein echtes Sammlerstück. Es liegt ganz im Ermessen jedes Einzelnen, wie er das Bild eines hemdlosen Babys auf dem Hologramm betrachten soll.
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