Untersuchungen der Universität Birmingham zeigen, dass Babys bereits im Alter von vier Monaten die Interaktion zwischen ihrem Körper und dem Raum verstehen können. Die Studie, die Experimente zu Berührung und Sehvermögen umfasste, zeigt, dass das Gehirn von Babys in der Lage ist, Sehen und Fühlen zu verknüpfen, um ihr räumliches Bewusstsein zu fördern. Wir planen, weitere Studien durchzuführen, um diese Fähigkeiten bei Neugeborenen zu untersuchen.
Neue Forschungsergebnisse der Universität Birmingham zeigen, dass Babys bereits im Alter von vier Monaten spüren können, wie ihr Körper mit dem Raum um sie herum interagiert. Die Forschungsergebnisse wurden heute (21. November) in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht und schlagen eine neue Seite in der Entwicklung des Selbstbewusstseins auf.
Experimentelle Methoden des Birmingham Baby Lab
Experten des Birmingham Baby Lab zeigten Babys auf einem Bildschirm einen Ball, der sich auf sie zu oder von ihnen weg bewegte. Als der Ball auf dem Bildschirm dem Baby am nächsten war, wurde die Hand des Babys „berührt“ (eine leichte Vibration) und seine Gehirnaktivität gemessen. Die Datenerhebung für diese Studie erfolgte am Goldsmiths, University of London.
Forscher fanden heraus, dass die somatosensorische (taktile) Gehirnaktivität von Säuglingen ab einem Alter von vier Monaten zunahm, wenn Gegenstände auf sie zu bewegt wurden.
Dr. Giulia Orioli, eine Psychologieforscherin an der Universität Birmingham, die die Studie leitete, sagte: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass bereits in den ersten Lebensmonaten von Babys, noch bevor sie lernen, nach Dingen zu greifen, ihr multisensorisches Gehirn darauf programmiert ist, das, was sie sehen und fühlen, zu verbinden. Das bedeutet, dass sie den Raum um sich herum spüren und verstehen können, wie ihr Körper mit ihm interagiert. Dies wird manchmal als Perikörperraum bezeichnet.“
„Natürlich tun Menschen dies als Erwachsener regelmäßig, indem sie unsere kombinierten Sinne nutzen, um zu spüren, wo wir uns im Raum befinden und um vorherzusagen, wann wir einen Gegenstand berühren werden. Aber jetzt wissen wir, dass Babys schon sehr früh in ihrer Entwicklung Anzeichen dafür zeigen, was die Frage aufwirft, wie viel dieser Fähigkeiten erlernt oder angeboren ist.“
Beobachtungen zu älteren Säuglingen und zukünftige Forschungsrichtungen
Die Forscher untersuchten auch, wie sich versehentliche „Berührungen“ auf einige der älteren Babys in der Studie ausgewirkt haben könnten. Sie fanden heraus, dass die Gehirnaktivität der 8 Monate alten Babys Anzeichen von Überraschung zeigte, wenn sich der Ball auf dem Bildschirm von ihnen entfernte, bevor ihre Hände berührt wurden.
Andrew Bremner, Professor für Entwicklungspsychologie, kommentierte: „Die überraschenden Reaktionen älterer Säuglinge lassen darauf schließen, dass sie nicht damit gerechnet haben, dass sich die visuelle Richtung des Objekts auf eine Weise bewegt, die eine Berührung auslösen würde. Dies deutet darauf hin, dass Babys im Laufe ihres ersten Lebensjahres ein differenzierteres Verständnis dafür entwickeln, wie ihr Körper im Raum um sie herum existiert.“
Als nächstes hoffen die Forscher, mit jüngeren und älteren Teilnehmern weiterzumachen. Studien an Erwachsenen können Aufschluss über die Art der Gehirnaktivität geben, die Babys entwickeln. Sie hoffen auch, erste Anzeichen dafür zu sehen, ob Neugeborene über diese „multisensorischen“ Fähigkeiten verfügen.
Dr. Orioli kam zu dem Schluss: „Die Arbeit mit Neugeborenen ist eine Herausforderung, weil sie die meiste Zeit mit Schlafen und Essen verbringen, aber wir beginnen, einige Erfolge bei der Arbeit mit Babys in dieser Altersgruppe zu erzielen, und es wäre faszinierend zu sehen, ob Babys im Alter von nur ein paar Tagen bereits über die Grundlage für ein Körperraumgefühl verfügen. Wenn ja, könnten wir uns mit den Ursprüngen des menschlichen Bewusstseins befassen.“