Der Black Friday ist wohl einer der geschäftigsten Einkaufstage des Jahres, an dem Arbeitnehmer in ganz Europa die Gelegenheit nutzen, in den Streik zu treten, um gegen die Arbeitspraktiken von Amazon zu protestieren. Die Streiks, die in mehr als 30 Ländern stattfinden und von globalen UNI-Gewerkschaften im Rahmen der Kampagne „Make Amazon Pay“ organisiert werden, dauern von Freitag, 24. November, bis Montag, 27. November.

Amazon bewirbt seine Black-Friday-Angebote die ganze Woche über, beginnend am 17. November, im Rahmen seiner Black-Friday-Deals-Woche, um Verkäufe anzulocken, da sich die Nachfrage der Käufer zunehmend von stationären Geschäften zu Online-Shops wie Amazon.com verlagert.

In Deutschland berichtete die Gewerkschaft Verdi, dass etwa 250 Arbeiter, was etwa 20 % der Belegschaft ausmacht, in einem Amazon-Lagerhaus in Leipzig streikten. Darüber hinaus streikten rund 500 Arbeiter in einem Lager in Rheinberg, was fast 40 % der Gesamtbelegschaft ausmachte.

In Frankreich plante die Anti-Globalisierungsgruppe „Attac“ einen Protest und Amazon-Paketschließfächer wurden mit Plakaten und Klebeband zerstört. Die Gruppe sagte, der Black Friday „fördere Überproduktion und Überkonsum“ und schätzte, dass die geplante Streikbewegung größer sein würde als im letzten Jahr und gegen etwa 100 Schließfächer in ganz Frankreich gerichtet sein würde. Diese Paketschließfächer befinden sich an öffentlichen Orten wie U-Bahn-Stationen.

Unterdessen streikten Arbeiter in einem Lagerhaus in Coventry, England, für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Der Einstiegslohn liegt derzeit zwischen 11,80 und 13 Pfund pro Stunde, aber Amazon hat angekündigt, dass er bis April 2024 von 12,30 auf 13 Pfund pro Stunde steigen wird. Arbeiter fordern einen Einstiegslohn von mindestens 15 Pfund pro Stunde, ein Slogan, den sie auf Streikposten skandieren. Amazon UK sagte, dass die Streiks an diesem Tag zu keiner Beeinträchtigung des Betriebs führen würden.

Darüber hinaus planen auch Italien und Spanien heute bzw. am „Cyber ​​​​Monday“ Streiks; Laut Amazon-Daten scheint der Streik in Italien jedoch keine nennenswerten Auswirkungen zu haben, da 86 % der Arbeitnehmer an der Arbeit teilnehmen.