Der Wettlauf um die Definition der Zukunft der tragbaren Technologie verschärft sich, wobei Datenbrillen zur nächsten großen Herausforderung werden. Während die Zusammenarbeit von Meta mit Ray-Ban bereits für Aufsehen gesorgt hat, entwickeln auch Tech-Giganten wie Apple, Samsung und Google zügig eigene Projekte. Die neueste Entwicklung kommt von Google, das kürzlich auf der TED2025-Konferenz eine Live-Demonstration durchgeführt hat, um der Öffentlichkeit Datenbrillen vorzuführen, die mit der Android-XR-Technologie ausgestattet sind – die bisher intuitivste Demonstration.

Bisher war die Android XR-Brille von Google nur in kuratierten Teaser-Videos und begrenzten praktischen Vorschauen zu sehen, die mit ausgewählten Publikationen geteilt wurden. Diese frühen Leaks deuten auf das Potenzial für die Integration künstlicher Intelligenz in Alltagsbrillen hin, es bleiben jedoch Fragen zu ihrer tatsächlichen Leistung bestehen. Doch das änderte sich, als Shahram Izadi und Nishtha Bhatia, die Leiter von Google Android XR, die TED-Bühne betraten, um den Brillenprototyp in Aktion zu demonstrieren.

Die Live-Demonstration zeigte eine Reihe von Funktionen, die sich von früheren Datenbrillen unterscheiden. Auf den ersten Blick sieht das Gerät aus wie eine normale Brille. Es ist jedoch mit fortschrittlicher Technologie ausgestattet, darunter winzige Kameras, Mikrofone, Lautsprecher und ein hochauflösendes Farbdisplay, das direkt in das Objektiv integriert ist.

Die Brille ist leicht, flach und mit Korrekturgläsern kompatibel. Es kann auch mit einem Smartphone verbunden werden, um seine leistungsstarke Rechenleistung für den Zugriff auf weitere Anwendungen zu nutzen.

Izadi nutzte die Brille zunächst, um seine Vorlesungsunterlagen auf der Bühne zu präsentieren und demonstrierte so einen praktischen, alltäglichen Anwendungsfall. Das eigentliche Highlight ist jedoch die Integration des Google Gemini AI-Assistenten. In einer Reihe von Live-Interaktionen demonstrierte Bhatia, wie Gemini bei Bedarf Haiku generieren, sich an den Titel eines Buchs erinnern kann, das es gerade gesehen hat, und eine verlegte Hotelschlüsselkarte finden kann – alles mit einfachen Sprachbefehlen und visueller Echtzeitverarbeitung.

Aber hinter dieser Brille steckt mehr als nur diese Gimmicks. Die Demo zeigte auch eine Sofortübersetzungsfunktion: eine Geste, die vom Englischen ins Farsi übersetzt wurde, und als Bhatia mit Gemini auf Hindi sprach, wechselte es nahtlos zurück zu Hindi – ohne manuelle Einrichtung.

Zu den weiteren demonstrierten Funktionen gehören die visuelle Interpretation von Diagrammen, die kontextbezogene Objekterkennung (z. B. das Identifizieren von Musikalben und das Abspielen von Liedern) und die Heads-up-Navigation, die eine 3D-Kartenüberlagerung direkt in das Sichtfeld des Trägers projiziert.

Die Android XR-Plattform wurde im Dezember letzten Jahres veröffentlicht und von Google in Zusammenarbeit mit Samsung und Qualcomm entwickelt, um ein offenes und einheitliches Betriebssystem für Extended-Reality-Geräte zu schaffen. Es bringt bekannte Google-Apps in immersive Umgebungen: YouTube und Google TV auf einem virtuellen Großbildschirm, Google Fotos in 3D, immersives Google Maps und den Chrome-Browser mit mehreren schwebenden Fenstern. Benutzer können über Gesten, Sprachbefehle und visuelle Hinweise mit Apps interagieren. Die Plattform ist auch mit bestehenden Android-Apps kompatibel und sorgt so von Anfang an für ein starkes Ökosystem.

Unterdessen bereitet sich Samsung darauf vor, noch in diesem Jahr eine intelligente Brille mit dem Codenamen Haean auf den Markt zu bringen. Die Haean-Brillen sind Berichten zufolge ähnlich wie normale Sonnenbrillen mit Fokus auf Komfort und Raffinesse entworfen und verfügen über eine gestenbasierte Steuerung über Kameras und Sensoren.

Während die endgültigen Spezifikationen noch festgelegt werden, wird erwartet, dass die Brille über integrierte Kameras, leichte Rahmen und möglicherweise einen Qualcomm Snapdragon XR2 Plus Gen 2-Chip verfügt. Weitere in Betracht gezogene Funktionen sind Videoaufzeichnung, Musikwiedergabe und Sprachanrufe.