Während einer Hitzewelle kann ein elektrischer Ventilator wie ein Lebensretter wirken, und für ältere Menschen kann er eine gewisse Hilfe sein – aber bei weitem nicht so viel, wie Sie vielleicht denken. Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Hochgeschwindigkeitsventilator zwar die Körperkerntemperatur leicht senken und den Komfort in heißen und feuchten Umgebungen verbessern kann, einen Wärmestau im Körper jedoch nicht vollständig verhindert. In extrem heißen und trockenen Umgebungen hat sich gezeigt, dass der Einsatz von Ventilatoren die Belastung des Herzens erhöht und daher mehr schaden als nützen kann.

Forscher der University of Sydney, der Monash University, der University of Adelaide und des Montreal Heart Institute in Australien untersuchten die Auswirkungen der Verwendung eines elektrischen Ventilators bei unterschiedlichen Temperaturen bei 58 Personen über 60 Jahren (Durchschnittsalter 68).

In dieser randomisierten Crossover-Studie hatten 27 Teilnehmer eine Vorgeschichte einer koronaren Herzkrankheit und 31 keine. Alle Teilnehmer unterzogen sich vier dreistündigen Hitzeexpositionsversuchen im Abstand von mindestens 72 Stunden: nur mit einem Ventilator (Luftstrom ca. 4 m/s), Hautbefeuchtung ohne Ventilator und Hautbefeuchtung mit einem Ventilator ohne Eingriff (Kontrollgruppe). Der Ventilator wurde etwas mehr als 1 Meter vom Motiv entfernt aufgestellt.

Beim Hautbenetzungsexperiment sprühten die Forscher warmes Wasser auf die nackte Haut der Teilnehmer, um das Schwitzen zu simulieren. Bei den in den Experimenten verwendeten Ventilatoren handelte es sich um haushaltsübliche Standventilatoren mit hoher Drehzahl.

Die Teilnehmer waren einer Raumtemperatur von 100,4 °F (38 °C) und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 % ausgesetzt, was hohen Innenraumbedingungen entspricht.

Die Forscher fanden heraus, dass die Verwendung nur eines Ventilators die Körperkerntemperatur der Teilnehmer im Vergleich zu keinem Ventilator oder feuchter Haut leicht um durchschnittlich 0,18 Grad Fahrenheit (0,1 Grad Celsius) senkte, was darauf hindeutet, dass die Verwendung eines elektrischen Hochgeschwindigkeitsventilators einen gewissen Nutzen bringt. Darüber hinaus schwitzten die Teilnehmer stärker und fühlten sich kühler und wohler.

Interessanterweise veränderte die Verwendung eines Ventilators mit Hautbefeuchtung die Körperkerntemperatur nicht, obwohl sich die Menschen dadurch insgesamt am wohlsten fühlten. Untersuchungen zeigen, dass die Befeuchtung der Haut die natürliche Schweißreaktion des Körpers hemmt und dadurch den Wärmeverlust des Körpers verringert.

Auch wenn die Teilnehmer berichteten, dass sie sich etwas wohler fühlten als während der Kontrollwärmeexposition, veränderte die Befeuchtung der Haut allein nicht die Körperkerntemperatur.

Wenn sich jedoch Temperatur und Luftfeuchtigkeit änderten, waren die Ergebnisse völlig gegensätzlich. Angesichts des Risikos von Herzproblemen bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit nahmen nur 31 gesunde Probanden am Fächerexperiment teil (bei den restlichen 27 Probanden wurden nur Hautbefeuchtungsexperimente/keine Hautbefeuchtungsexperimente durchgeführt).

Sie fanden heraus, dass in einer heißen, trockenen Umgebung – Temperaturen von 45 Grad Celsius (113 Grad Fahrenheit) und 15 Prozent Luftfeuchtigkeit – die Verwendung nur eines Ventilators tatsächlich die Körperkerntemperatur um 0,3 Grad Celsius (0,5 Grad Fahrenheit) erhöhte, verglichen mit der Verwendung überhaupt keinem Ventilator, was darauf hindeutet, dass Ventilatoren tatsächlich Wärme in den Körper ziehen. Keiner der Hautbefeuchtungstests zeigte einen signifikanten Effekt auf die Kühlung der Probanden.

Die Teilnehmer berichteten außerdem, dass ihnen während dieses Tests bei Verwendung des Ventilators wärmer wurde, was darauf hindeutet, dass ihr Komfortniveau Veränderungen im Inneren widerspiegelte, wenn die Kerntemperaturen anstiegen.

Insgesamt zeigen Untersuchungen, dass nicht nur die Temperaturzahl, sondern auch die Feuchtigkeitsmenge in der Luft darüber entscheidet, wie effektiv ein elektrischer Hochgeschwindigkeitsventilator den Körper tatsächlich kühlt.

Der Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist gut belegt, und es gibt überwältigende Beweise dafür, dass hohe Temperaturen das Herz stärker belasten. Untersuchungen zeigen, dass sich das Risiko herzbedingter Todesfälle verdreifacht, wenn die Temperaturen aufgrund von heißem Wetter steigen.

Frühe Untersuchungen der University of Sydney und des Montreal Heart Institute ergaben, dass, wenn Temperaturen und trockene Luft zu einer Erwärmung des Körpers führen, mögliche Eingriffe wie die Befeuchtung der Haut der Erwärmungswirkung von Ventilatoren entgegenwirken können. Allerdings war in dieser Studie der leichte Rückgang der Kerntemperatur statistisch nicht signifikant, sodass selbst wenn sich die Menschen wohler fühlten, der Nutzen minimal wäre.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Ventilatoren möglicherweise nicht ausreichen, um Gesundheitsrisiken während Hitzewellen auszuschließen. Für diejenigen, die keinen Zugang zu Klimaanlagen haben, könnten andere Maßnahmen, wie etwa gemeinschaftliche Kühlunterkünfte und differenziertere Hitzerisikowarnungen, ältere Menschen bei extremen Wetterereignissen besser schützen.

Die Forschung wurde in der Zeitschrift JAMA Network Open veröffentlicht.