Am 24. September 2023 landete die OSIRIS-REx-Probenrückgabekapsel der NASA unter der Wirkung eines Fallschirms in der Wüste von Utah und transportierte sicher einen Kanister mit Steinen und Staub, die vom erdnahen Asteroiden Bennu gesammelt wurden. Obwohl die Lieferung erfolgreich war, verlief die Landung nicht ganz wie geplant, da sich ein kleiner Fallschirm namens Schlinge nicht wie erwartet entfaltete.
Im Oktober 2020 sammelte OSIRIS-REx eine halbe Pfund schwere Probe von der Oberfläche des Asteroiden Bennu. Am 24. September landete die Probenrückgabekapsel der Mission auf dem Utah Test and Training Range des US-Verteidigungsministeriums in der Wüste außerhalb von Salt Lake City per Fallschirm – genau wie das hier gezeigte Trainingsmodell während des Tests am 30. August. Bildnachweis: NASA/KeeganBarber
Nach einer gründlichen Prüfung des Landevideos und der ausführlichen Dokumentation der Kapsel stellte die NASA fest, dass inkonsistente Definitionen der Verdrahtungsetiketten in den Konstruktionszeichnungen wahrscheinlich dazu führten, dass die Ingenieure den Auslöser des Fallschirms so verdrahteten, dass das Signal, das den Fallschirm auslösen sollte, nicht in der richtigen Reihenfolge abgefeuert wurde.
Am 24. September 2023, kurz nachdem die Probenrückgabekapsel der NASA-Mission OSIRIS-REx in der Wüste auf dem Utah Test and Training Range des US-Verteidigungsministeriums gelandet war. Die Probe wurde im Oktober 2020 von der NASA-Raumsonde OSIRIS-REx vom Asteroiden Bennu gesammelt. Bildnachweis: NASA/KeeganBarber
Das Abseilen ist für den Einsatz in einer Höhe von etwa 100.000 Fuß ausgelegt. Es soll die Kapsel während ihres etwa fünfminütigen Abstiegs verlangsamen und stabilisieren, bevor sich der Hauptfallschirm in einer Höhe von etwa 10.000 Fuß entfaltet. In einer Höhe von 100.000 Fuß löste das Signal jedoch das System aus und schnitt den noch in der Kapsel enthaltenen Fallschirm ab. Wenn die Kapsel eine Höhe von 9.000 Fuß erreicht, werden die Fallschirme ausgelöst. Der Fallschirm wurde sofort aus der Kapsel gelöst, da seine Halteleine durchtrennt worden war. Der Hauptfallschirm entfaltete sich wie erwartet und sollte die Kapsel ausreichend stabilisieren und verlangsamen, um eine sichere Landung mehr als eine Minute früher als erwartet zu ermöglichen. Der unerwartete Fallschirmeinsatz hatte keine negativen Auswirkungen auf die Bennu-Proben von OSIRIS-REx.
In den Entwurfsplänen für das System gab es eine Inkonsistenz bei der Verwendung des Wortes „Master“ zwischen dem Gerät, das das elektrische Signal sendete, und dem Gerät, das es empfing. Auf der Signalseite bezieht sich „main“ auf den Hauptfallschirm. Stattdessen bezieht sich „primär“ auf der Empfängerseite auf die Pyrotechnik, die die Fallschirmkappe freigibt und den Fallschirm auslöst. Ingenieure verbanden die beiden Hauptleinen, was zu einer Abweichung in der Reihenfolge der Aktionen zum Auslösen des Fallschirms führte.
Um die Grundursache zu bestätigen, wird die NASA das System testen, das für die Auslösung des Fallschirms verantwortlich ist. Die Hardware befindet sich derzeit in einer Handschuhbox mit den Bennu-Proben im Johnson Space Center der NASA in Houston. Sobald das Probenverarbeitungsteam des Zentrums die Verarbeitung des Probenmaterials abgeschlossen hat – eine oberste Priorität für die aktuelle Mission – können NASA-Ingenieure auf die Fallschirmhardware zugreifen und die Ursache überprüfen.
Zusammengestellt von: ScitechDaily