Neue Forschungsergebnisse werfen weiteres Licht auf die Rolle von grünem Tee bei der Verbesserung von Stoffwechselproblemen im Zusammenhang mit Fettleibigkeit. Forscher haben herausgefunden, dass mehrere Wirkstoffe in grünem Tee den Muskelstoffwechsel umprogrammieren und die Insulinsensitivität und Glukosetoleranz verbessern können. Dies liefert weitere wissenschaftliche Beweise für die langjährige Behauptung von grünem Tee, Fettleibigkeit vorzubeugen.

Ein Großteil der bisherigen Beweise dafür, dass grüner Tee die Blutzuckerkontrolle fördert und das Risiko von Stoffwechselerkrankungen verringert, stammen größtenteils aus Tierversuchen in Laborumgebungen mit niedrigen Temperaturen, die die tatsächlichen physiologischen Wirkungen aufgrund des zusätzlichen Kalorienverbrauchs, der durch die Umgebung verursacht wird, verschleiern können. Diesmal stellte das Forschungsteam der brasilianischen Universität Cruzeiro do Sul die Versuchstemperatur auf 28 °C ein und erlaubte den Mäusen, eine fettreiche „Buffet-Diät“ zu sich zu nehmen, die sie dann mit Grüntee-Extrakt ergänzte. Die Kaloriendichte dieser fettreichen Diät beträgt 531 kcal/100 Gramm und ist damit fast doppelt so hoch wie die der Standarddiät. Während des Experiments versorgten die Forscher die Mäuse täglich mit energiereicher Nahrung wie Schokolade, Sandwichkeksen und Milchbonbons. Die Mäuse wurden in drei Gruppen eingeteilt: Standardgruppe, Gruppe mit hohem Fettgehalt und Gruppe mit hohem Fettgehalt und grünem Tee. Die Grüntee-Gruppe begann nach 4 Wochen fettreicher Diät mit der täglichen Nahrungsergänzung des Extrakts.

Die Ergebnisse zeigten, dass im Vergleich zur alleinigen Gruppe mit fettreicher Ernährung die Glukosetoleranz und Insulinsensitivität der Mäuse in der Grüntee-Gruppe deutlich verbessert waren und auch der Nüchternblutzucker niedriger war. Das bedeutet, dass grüner Tee auch ohne die Aufnahme von Umweltkalorien zur Verbesserung der Stoffwechselfunktion beitragen kann. Gleichzeitig nahm die Querschnittsfläche der Skelettmuskelfasern dieser Mäuse zu, die Expression von Genen im Zusammenhang mit der Glukoseverarbeitung (wie Insr, Irs1, Glut4 usw.) nahm zu und die Werte des wichtigen Stoffwechselenzyms Laktatdehydrogenase (LDH) normalisierten sich wieder.

Forschungsleiter Otto wies darauf hin, dass die Vergrößerung des Muskelfaserdurchmessers zu einer aktiveren Muskelfunktion führt und grüner Tee die Muskelstruktur bei Fettleibigkeit schützen kann. Die Studie ergab auch, dass die Vorteile von grünem Tee vom Proteinhormon Adiponektin abhängen, das von Adipozyten ausgeschüttet wird, und dass bei Mäusen ohne Adiponektin keine Verbesserung des Stoffwechsels beobachtet wurde, was darauf hindeutet, dass dieses Hormon einer der Schlüsselmechanismen ist, durch die grüner Tee seine Wirkung entfaltet.

Es ist erwähnenswert, dass das Forschungsteam nicht bestätigt hat, dass eine bestimmte einzelne Zutat in grünem Tee die einzige Quelle für gesundheitliche Vorteile ist. Sie glauben, dass die synergistische Wirkung mehrerer Wirkstoffe die Gesamtvorteile von grünem Tee ausmacht. Die an Tieren getestete Dosis von grünem Tee beträgt für den Menschen etwa drei Tassen, Wissenschaftler warnen jedoch, dass die tatsächliche Wirkung immer noch von der Produktqualität und dem Polyphenolgehalt abhängt. Tägliches kontinuierliches Trinken entspricht eher den gesunden Gewohnheiten asiatischer Menschen als kurzfristiges Trinken in der Hoffnung auf einen schnellen Gewichtsverlust.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Trinken von grünem Tee über einen längeren Zeitraum den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität der durch Fettleibigkeit bedingten Muskeln verbessern kann. Für die konkrete Übertragung auf die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind jedoch weitere klinische Daten erforderlich. Die Forschung wurde in der Zeitschrift Cell Biochemistry & Function veröffentlicht.