Der NASA-Rover „Perseverance“ hat erstmals blitzartige elektrische Entladungssignale direkt auf dem Mars aufgezeichnet. Während des zweijährigen Mars-Beobachtungszeitraums wurden insgesamt 55 Aufnahmen gemacht, was mit starkem Staubwetter wie Sandstürmen und „Staubteufeln“ auf dem Mars zusammenhängt.

Das Forschungsteam wies darauf hin, dass diese Entladungen in Bereichen nahe der Marsoberfläche auftreten, in denen der Staub hoch konzentriert ist, und normalerweise in den ersten drei Prozent der stärksten Windgeschwindigkeit auftreten, was darauf hindeutet, dass starke Winde, die Staubpartikel aufheben und abreiben, eine Schlüsselvoraussetzung für die Erzeugung von Ladungen sind.

Das SuperCam-Mikrofon von Perseverance kann Tondaten und elektromagnetische Störsignale aufzeichnen. Die Forscher filterten 55 vermutete elektrische Entladungsereignisse aus etwa 28 Stunden Aufzeichnungen heraus, von denen 7 vollständig mit der charakteristischen Wellenform „elektronischer Impuls + gedämpftes Klingeln + winziger Überschallknall“ aufgezeichnet wurden.

Laut der akustischen Analyse von sechs der Ereignisse war der Großteil der Entladungsenergie sehr schwach, nur etwa 0,1 bis 150 Nanojoule; der andere hatte eine größere Energie, etwa 40 Millijoule. Es wird vermutet, dass der Rover möglicherweise elektrische Ladung angesammelt und diese dann an den Boden abgegeben hat.

Dieses Mikroentladungsphänomen auf dem Mars unterscheidet sich von den üblichen Wolken-Boden-Blitzen auf der Erde. Die Energie eines typischen Blitzes auf der Erde beträgt etwa eine Milliarde Joule, was viel größer ist als die auf dem Mars beobachteten kleinen Entladungen im Nanojoule- bis Millijoule-Bereich.

Obwohl die Energielücke riesig ist, zeigt dieses Ergebnis, dass in der dünnen, trockenen und von Kohlendioxid dominierten Atmosphäre des Mars Staubaktivität auch effektiv Ladungen erzeugen und freisetzen kann, und bestätigt damit das bisherige theoretische Modell „Der Mars hat elektrische Aktivität/Blitz-ähnliche Aktivität“.

Forscher gehen davon aus, dass sich diese Entdeckung auf das technische Design zukünftiger Marssonden und Wohnanlagen auswirken wird, da die Risiken und Störungen berücksichtigt werden müssen, die staubinduzierte elektrische Entladungen für Ausrüstung und Personal mit sich bringen können.

Aus Sicht der Planetenwissenschaften und Astrobiologie werden diese elektrischen Entladungen auch an chemischen Reaktionen in der Marsatmosphäre beteiligt sein. Einige Hypothesen darüber, dass „Blitze die primitive Geochemie fördern und die Entstehung des Lebens unterstützen“, können nun in die Bewertung der Marsumgebung einbezogen werden, was neue Einschränkungen für die Beurteilung liefert, ob der Mars in der Vergangenheit oder Gegenwart über chemische Bedingungen verfügte, die für Leben geeignet waren.