Kürzlich geriet GameStop, eine weltbekannte Spiele-Einzelhandelskette, aufgrund einer Systemschwachstelle, die es Verbrauchern ermöglicht, „Geld aus dem Nichts zu verdienen“, ins Zentrum der Diskussion. Die Sicherheitslücke wurde vom YouTube-Blogger RJCmedia in einem am 17. Januar veröffentlichten Video aufgedeckt. GameStop gab daraufhin am 21. Januar eine Erklärung ab, in der es ankündigte, die Sicherheitslücke „behoben“ zu haben.

Der Kern der Schwachstelle liegt in der unerwarteten Überlagerung zweier GameStop-Aktionen. Bei einem handelt es sich um einen langfristigen „Alt-gegen-Neu“-Service, bei dem Kunden gebrauchte Spielekonsolen, Software und andere Artikel gegen Bargeld oder höherwertige Ersatzartikel im Geschäft eintauschen können. Bei der anderen handelte es sich um eine damals gültige, zeitlich begrenzte Aktion: Kunden, die gebrauchte Produkte kaufen und diese gleichzeitig umtauschen, können zusätzlich 25 % Umtauschpunkte erhalten.

RJCmedia demonstrierte den konkreten Vorgang im Video: Er kaufte zunächst eine gebrauchte Nintendo Switch2-Spielekonsole in einem GameStop-Store für 414,99 $. Anschließend tauschte er sofort den Switch 2 aus, den er gerade gekauft hatte, und das System zeigte an, dass er Ersatzpunkte im Wert von 385 US-Dollar erhalten konnte. Zu diesem Zeitpunkt kaufte er ein weiteres gebrauchtes Spiel „Kunoichi – Ninja“ zum Preis von 26,59 US-Dollar und löste damit die Aktionsbedingung „Gebrauchtwaren kaufen“ aus. Es geschah eine magische Szene: Der Ersatzwert von Switch 2 stieg aufgrund der Aktion auf 472,5 US-Dollar.


Nach Berechnung und Abzug der Kosten für den Kauf gebrauchter Spiele erhielt er durch diese Buy-and-Swap-Operation schließlich 445,91 US-Dollar an Ersatzpunkten, was etwa 31 US-Dollar mehr war als die 414,99 US-Dollar, die er für den Kauf von Switch2 ausgegeben hatte, wodurch „keine Kapitalarbitrage“ erreicht wurde. Das Video zeigt auch, dass er in einigen Geschäften sogar die gerade ausgetauschte Switch2 zurückkaufen kann, was dem Besitz einer Spielekonsole gleichkommt, ohne dafür Geld auszugeben.

Als das „Lücke zum unbegrenzten Geldverdienen“ im Internet heftige Diskussionen auslöste, reagierte GameStop schnell. In einer am 21. Januar veröffentlichten Erklärung räumte sie in einem humorvollen Ton voller Spielbegriffe die von RJCmedia gemeldete Lücke ein und erklärte, dass aufgrund eines Fehlers bei der Berechnung der Werbeaktivitäten der Recyclingpreis von Gebrauchtwaren kurzfristig höher sei als der Verkaufspreis von Neuprodukten. Das Unternehmen gab bekannt, dass es „einen Patch angewendet“ habe, um das Problem zu beheben, wodurch „die Spielbalance wiederhergestellt werden könne“.
Während die Aussage die „Kreativität“ des Entdeckers würdigte, erinnerte die Erklärung auch humorvoll daran: „Bitte beachten Sie, dass GameStop kein ‚unbegrenzter Gelddrehpunkt‘ ist.“ Es wird berichtet, dass die entsprechenden Werbeaktionen selbst fortgesetzt werden, und das Unternehmen hat sich nicht dafür entschieden, sie einfach aus den Regalen zu nehmen, sondern die interne Berechnungslogik angepasst, um zu verhindern, dass die Schwachstelle ausgenutzt wird.
