Laut Reuters hat die US-amerikanische Automobilsicherheitsbehörde heute am 20. März einen groß angelegten Rückrufantrag für 2,26 Millionen Tesla-Fahrzeuge offiziell abgelehnt. Die US-amerikanische National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) gab an, dass sie nach entsprechenden Untersuchungen keine Hinweise auf Sicherheitsmängel bei Tesla-Fahrzeugen im Zusammenhang mit „falscher Pedalbetätigung“ gefunden habe. Die offizielle Entscheidung entbindet Tesla vorübergehend vom Risiko eines großflächigen Rückrufs.

Der Rückrufantrag wurde erstmals im März 2023 eingereicht. Der Antragsteller forderte einen Rückruf aller seit 2013 produzierten Tesla-Modelle mit der Begründung, dass Unterschiede in den Steuermechanismen wie Teslas „One-Pedal“-Fahren die Wahrscheinlichkeit erhöhen könnten, dass der Fahrer versehentlich das Pedal betätigt und dadurch eine unerwartete Beschleunigung verursacht. In ihrer Ablehnungsentscheidung wies die Regulierungsbehörde darauf hin, dass die regenerative Bremsfunktion in der Elektrofahrzeugindustrie äußerst verbreitet sei und kein einzigartiges Design von Tesla sei. Von der NHTSA überprüfte Fahrzeugdaten zeigten, dass die beteiligten Fahrzeuge genau auf tatsächliche Eingaben des Fahrers reagierten und dass nur eine sehr kleine Anzahl von Unfällen möglicherweise mit solchen Situationen in Zusammenhang stand. Daher gibt es keine Beweise dafür, dass die in der Petition vorgeschlagenen Sicherheitsmaßnahmen solche Unfälle verhindert hätten.
Obwohl die Kontroverse um das Pedaldesign vorerst beendet ist, steht Teslas autonome Fahrtechnologie immer noch vor strengen behördlichen Tests. Am Donnerstag gab die NHTSA bekannt, dass sie den Umfang ihrer Untersuchung auf 3,2 Millionen Tesla-Fahrzeuge ausgeweitet hat, die mit vollständig autonomen Fahrsystemen (FSD) ausgestattet sind. Die Aufsichtsbehörden befürchten, dass das System bei schlechten Sichtverhältnissen möglicherweise nicht in der Lage ist, Hindernisse genau zu erkennen oder Fahrer rechtzeitig zu warnen. Gegenwärtig wurde die entsprechende Überprüfung offiziell von der ersten vorläufigen Bewertung auf die Phase der technischen Analyse umgestellt. Dabei handelt es sich um einen Schlüsselprozess, der durchlaufen werden muss, bevor die Aufsichtsbehörden einen Rückruf anordnen.
Während in den USA regulatorischer Druck herrscht, treibt Teslas autonomes Fahrgeschäft auf dem europäischen Markt den Genehmigungsprozess voran. Tesla gab bekannt, dass die niederländische Regulierungsbehörde (RDW) derzeit die relevanten Antragsunterlagen für sein FSD-System prüft und voraussichtlich um den 10. April die regionale Genehmigung erhalten wird. Wenn die Fortschritte gut verlaufen, wird diese Genehmigung die Grundlage dafür bilden, dass Teslas FSD-System in diesem Sommer eine vollständige EU-weite Lizenz erhält.