Der US-Rüstungsriese Lockheed Martin demonstrierte kürzlich in einem Test eine neue „Stealth“-Raketenabschusslösung: Ingenieure modifizierten einen kampferprobten M299-Raketenwerfer in einen „GRIZZLY“-Abschusswerfer, stopften das Ganze in einen Standard-10-Fuß-ISO-Container und starteten erfolgreich eine AGM-114 „Hellfire“-Rakete.

Vor dem Hintergrund der kontinuierlichen Verbreitung kleiner und günstiger Drohnen werden solche Ziele zum „Alptraum“ für das Militär verschiedener Länder. Für Gefechtsfeldkommandeure ist es schwierig festzustellen, ob es sich in der Nähe um eine mit einer Kamera ausgestattete Quadrocopter-Drohne oder um ein Sprengstoff beladenes Selbstmordflugzeug handelt. Daher sind sie gezwungen, ihre Taktik anzupassen und eine neue Runde des „Speer-und-Schild“-Wettrüstens zu fördern: Einerseits gibt es endlose Anti-Drohnen-Waffen und andererseits die rasante Entwicklung des unbemannten Systems selbst.
In den letzten Jahren sind in einem endlosen Strom Abwehrmethoden gegen UAVs aufgetaucht, darunter verschiedene Arten von Flugabwehrraketen, Spezialmunition, Laserwaffen, „Netze“ und Interferenzkanonen sowie leistungsstarke Mikrowellen- und andere gerichtete Energiewaffen. Der Zweck besteht darin, unbemannte Bedrohungen in unterschiedlichen Entfernungen und Luftraumebenen so weit wie möglich zu erkennen, zu verfolgen und zu zerstören oder abzuschwächen. Der von Lockheed Martin vorgelegte GRIZZLY-Plan geht dieses Mal jedoch von der Idee aus, „den Feind darüber zu verwirren, wo die wirkliche Bedrohung liegt“.
Der Artikel verglich es mit den Tarn- und Täuschungsoperationen der alliierten Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs: Damals errichteten die Alliierten groß angelegte falsche Dächer auf hinteren Fabriken, tarnten Maschinengewehrfestungen als Wohngebäude, bauten künstliche Flughäfen voller Balsaholzflugzeuge und aufblasbarer Panzer und planten sogar die sorgfältig geplante „Operation Mincemeat“, bei der eine als britischer Offizier getarnte Leiche mit gefälschten Kampfdokumenten ausgestattet und ins Meer geworfen wurde, um das Urteil des deutschen Geheimdienstes in die Irre zu führen. Der Zweck dieser Aktionen besteht nicht einfach darin, „den Feind zu täuschen“, sondern darin, ein starkes Gefühl der Unsicherheit in den Köpfen der Entscheidungsträger des Feindes zu wecken und sie zu zwingen, Ressourcen und Zeit für eine große Anzahl falscher Drohungen zu verschwenden und so das Zeitfenster zu verpassen, echte Ziele anzugreifen.
Das GRIZZLY-Container-Startsystem wurde nach dieser Logik entwickelt. Die modifizierte Trägerrakete kann vollständig in einen Standardcontainer gepackt und mit einer oder mehreren Hellfire- oder AGM-179 Joint Air-to-Ground Missile (JAGM) kombiniert werden, sodass sie problemlos auf einer Vielzahl von Plattformen und Standorten eingesetzt werden kann. Was die Spielregeln wirklich verändert, ist die „Universalität“ der Container selbst: Sie sind fast überall in der modernen Welt zu sehen – auf Hafenterminals, Güterbahnhöfen, Lastkraftwagen und Lastkähnen, Lagerumschlagstationen, Baustellen, Bauernhöfen und sogar privaten Wohngebieten; Gleichzeitig wurden Container auch in großem Umfang in temporäre Bars, Cafés, Büroräume und sogar Wohneinheiten umgewandelt.
In einer solchen Umgebung voller Container erhöhen getarnte Raketenwerfer die Aufklärung und den Angriff des Gegners erheblich: In jeder scheinbar gewöhnlichen Eisenkiste kann sich eine Reihe von Gegenfeuerwaffen verbergen, die jederzeit „herausgesprungen“ werden können. Selbst wenn das Militär solche „bewaffneten Container“ in Wäldern, auf offenen Feldern oder in anderen abgelegenen Gebieten stationiert, wird es für den Feind schwierig sein, die tatsächlichen Ziele zu erkennen, da sie genauso aussehen wie gewöhnliche Container, ohne große Aufklärungsressourcen zu verbrauchen. Der Artikel verwendet einen Comedy-Sketch als Metapher: Ein Kunde kauft in einem Kassenraum einen Automaten, aber der Verkäufer findet nie den einzigen, der kein Prototyp ist. Der Feind sucht überall in den Containern nach dem „echten Kerl“, und das Dilemma, mit dem er konfrontiert ist, ist ungefähr das gleiche.
Lockheed Martin betonte außerdem, dass diese Demonstration auch als Reaktion auf eine weitere dringende Aufgabe gedacht sei, vor der westliche Militärs stehen: Ausrüstungsinnovationen und groß angelegte Einsätze mit einer Geschwindigkeit abzuschließen, die weit über der Norm der letzten 30 Jahre liegt. Das GRIZZLY-System besteht aus vorgefertigten, ausgereiften Komponenten und übernimmt eine „systemneutrale“ Befehls- und Kontrollarchitektur. Der Entwicklungszyklus dauert nur etwa sechs Monate und verkörpert die Idee, die Iteration von Waffensystemen auf industrialisierte und modulare Weise zu beschleunigen. Das System kann je nach Bedarf in unabhängige Kampfeinheiten oder größere vernetzte Verteidigungssysteme integriert werden und ist für den einfachen Transport, die Installation und den Einsatz mit bestehenden Standardlogistiksystemen kompatibel.
Randy Kritz, Senior Vice President of Projects bei Lockheed Martin, sagte in seiner Einleitung, dass dieses Projekt den Ansatz des Unternehmens widerspiegelt, Innovationen basierend auf den Bedürfnissen der Benutzer zu fördern: Vom Beginn der Projektentwicklung bis zum Abschluss des ersten Live-Fire-Tests dauerte es nur ein halbes Jahr, und es wurde durch die interne Investition des Unternehmens vollständig abgeschlossen, was auf eine Startplattform hinwies, die flexibel ist, schnell bereitgestellt werden kann und mit sich entwickelnden Bedrohungen umgehen kann. Allerdings behält der Autor am Ende des Artikels auch eine Spur von Humor: Wenn das Schlachtfeld voller ähnlich aussehender Container ist, wie kann das US-Militär im entscheidenden Moment, wenn es den „Grizzly Bear“-Werfer braucht, unter einer großen Anzahl von Eisenkisten schnell den „richtigen“ finden?