Eine neue politische Lobbyorganisation, die sich für die Industrie der künstlichen Intelligenz einsetzt, bereitet sich darauf vor, stark in die diesjährigen Zwischenwahlen zum US-Kongress einzugreifen und plant, mehr als 100 Millionen US-Dollar zu investieren. Es wird als die jüngste Welle politischer Offensive angesehen, die von „Finanziers“ vorangetrieben wird, um die Deregulierungsagenda voranzutreiben. Dieser Trend verdeutlicht, dass das Spiel um die strenge KI-Regulierung schnell zu einem der wichtigsten Schlachtfelder in der amerikanischen Wahlpolitik wird.

Die Organisation heißt „Innovation Council Action“ und wird vom Technologieriesen und Trump-Berater für künstliche Intelligenz David Sacks unterstützt und unterstützt. Im Gegensatz zu anderen branchenübergreifenden Pro-Industrie-Gruppen ist diese stärker fokussiert und ihr Hauptziel besteht darin, die politischen Prioritäten des derzeitigen Präsidenten Trump zu unterstützen und zu stärken.
Der Grund, warum dieser Trend wichtig ist, liegt darin, dass die Lobbymacht der KI-Industrie bei den Wahlen 2026 immer mehr zu einem „Schwergewichtsakteur“ wird. Einerseits unterstützen diese politischen Aktionsorganisationen politische Verbündete finanziell, die sich für eine Lockerung der Regulierung einsetzen und den Weg der „Deregulierung“ unterstützen. Andererseits sind sie auch bereit, „strafrechtliche“ politische Maßnahmen gegen Kritiker zu ergreifen, die sich für eine Verschärfung der Regeln und eine strengere KI-Regulierung einsetzen.
Aus einem breiteren politischen Hintergrund heraus hat sich Trump stets für die Einführung nationaler, einheitlicher KI-Regulierungsstandards eingesetzt, anstatt dass einzelne Staaten Vorschriften formulieren. Er drängte auch darauf, den Aufbau von KI-bezogener Infrastruktur, etwa von Rechenzentren, zu beschleunigen, damit die Vereinigten Staaten ihre führende Position gegenüber China im globalen KI-Wettbewerb behaupten und ausbauen können.
Die Aktion des Innovation Council wird von Taylor Budowich geleitet, einem ehemaligen stellvertretenden Stabschef im Weißen Haus von Trump. Budovich leitete zuvor das Pro-Trump-Super-PAC „MAGA Inc.“ und „Securing American Greatness“ und anderen politischen Organisationen und bekleidete leitende Positionen in Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2024. Er kann als „Veteran im politischen Kreis von Trump“ bezeichnet werden.
Da es sich bei der Organisation um eine gemeinnützige Organisation handelt, muss sie gemäß den US-Vorschriften zur Wahlkampffinanzierung die Identität ihrer Geldgeber nicht offenlegen und wird daher als typische „Dark Money“-Organisation im Wahlkampfbereich eingestuft. Das bedeutet, dass es für die Außenwelt schwierig ist, über öffentliche Kanäle zu erfahren, welche Geldgeber mehr als 100 Millionen US-Dollar an Munition bereitgestellt haben.
David Sachs, eine Schlüsselfigur in „Trump World“, lobte die Organisation. Im ersten Jahr von Trumps Amtszeit fungierte er als „KI-Zar“ des Weißen Hauses. Er hatte einen wichtigen Einfluss auf die Formulierung der Wissenschafts- und Technologiepolitik der Regierung und beteiligte sich weiterhin an der Gestaltung relevanter politischer Trends. „Der Innovationsrat wird eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung der von Präsident Trump und seiner Regierung vertretenen Innovationsagenda spielen, und wir begrüßen seine Unterstützung in dieser wichtigen Zeit“, sagte Sachs in einem Interview mit Axios.
Dies ist nicht die einzige politische Aktionsgruppe, die sich derzeit mit KI in der amerikanischen Politik beschäftigt. Leading the Future beispielsweise hat öffentlich bekannt gegeben, 50 Millionen US-Dollar gesammelt zu haben, und auf der Liste der Spender stehen prominente Persönlichkeiten aus dem Silicon Valley wie die Technologiemanager Greg Brockman, Joe Lonsdale und Marc Andreessen. Meta hingegen hat ein Pro-KI-Super-PAC ins Leben gerufen, das bei den diesjährigen Zwischenwahlen voraussichtlich etwa 65 Millionen US-Dollar ausgeben wird und sich dabei auf Wahlen auf Landesebene konzentriert.
Während die Dynamik vor der Bühne weiter zunimmt, arrangiert „Innovation Council Action“ auch im Stillen hinter den Kulissen. Die Organisation hat ein Büro in Washington, D.C. eröffnet und sammelt seit Ende letzten Jahres in aller Stille Spenden. Außerdem wurde eine interne „Scorecard“ erstellt, um die Positionen und Leistungen gewählter Amtsträger auf allen Ebenen bei der Unterstützung von Trumps KI-Agenda zu bewerten und so zu entscheiden, wen man bei der Wahl unterstützt oder ablehnt.
Aus diesen Trends lässt sich erkennen, dass mit dem intensiven Engagement von Pro-KI-Gebern und politischen Aktionsorganisationen die Regulierung und Entwicklung künstlicher Intelligenz nicht mehr nur Themen für professionelle politische Diskussionen sind, sondern sich auf eine der zentralen Etappen der Wahlpolitik im Jahr 2026 zubewegen.