Auf der Taipei International Computer Show (Computex 2026) stellte AMD offiziell eine neue Speicherübertaktungstechnologie EXPO ULL (Ultra Low Latency, extrem niedrige Latenz) vor und stellte gleichzeitig eine neue Generation von X3D-Desktop-Prozessoren und Radeon RX 9070 GRE-Grafikkarten vor. Diese Technologie ist eine Erweiterung der bestehenden EXPO-Speichervoreinstellungs-Übertaktungsfunktion und zielt darauf ab, höhere Spielbildraten und eine flüssigere Bildleistung auf die Ryzen-Plattform zu bringen, indem die DDR5-Speicher-Timings weiter reduziert werden.

EXPO ist AMDs EXtended Profiles für Übertaktung für die DDR5-Plattform. Seine Funktion ähnelt Intels XMP und ermöglicht es Spielern, stabile, vom Speicherhersteller vorab verifizierte Übertaktungsparameter mit einem Klick über das Motherboard-BIOS zu laden und so komplexe manuelle Anpassungen zu vermeiden. Vor der Einführung von EXPO verließ sich AMD auf auf XMP abgestimmte AMP- oder A-XMP-Optionen, doch ab 2022 wird EXPO zum Hauptstandard für die Übertaktung von DDR5-Speicher auf der Ryzen-Plattform.
Wie der Name schon sagt, ist das neu veröffentlichte EXPO ULL für „extrem niedrige Latenz“ optimiert und konzentriert sich auf die Reduzierung des CL-Werts (CAS Latency) des DDR5-Speichers. Offizielle Demonstrationen zeigen, dass eine EXPO ULL-Speicherkombination mit 6000 MT/s und CL28 im Vergleich zum standardmäßigen JEDEC-Spezifikation DDR5-5600 CL40-Modul eine Leistungssteigerung von 13 % bei der durchschnittlichen Spielbildrate bewirken kann, was etwa 4 Prozentpunkte mehr ist als die normale EXPO-Konfiguration auf derselben Plattform.

Noch wichtiger ist, dass die Verbesserung durch EXPO ULL bei den erfahrungsempfindlicheren 1 % niedrigen oder 99. Perzentil-Bildratenindikatoren (häufig zur Messung der Bildglätte und der Standbildkontrolle) noch offensichtlicher ist. In einem Test, bei dem auch die JEDEC-Standardfrequenz als Vergleich herangezogen wurde, stieg die 1 % Low-Bildrate nach Verwendung der ULL-Konfiguration um bis zu 15 %, was ebenfalls etwa 4 Prozentpunkte mehr ist, als wenn nur die EXPO-Lösung aktiviert wurde. Dadurch kann die Ryzen-Plattform die Konsistenz der Frametime-Stabilität und der Eingabereaktion weiter verbessern und gleichzeitig die durchschnittliche Framerate sicherstellen.
Die oben genannten Tests wurden auf dem Ryzen 7 9700X durchgeführt, einem Achtkernprozessor basierend auf der Zen 5-Architektur. Allerdings wies AMD auch darauf hin, dass nicht alle Prozessoren in gleichem Maße von EXPO ULL profitieren werden: Modelle mit 3D V-Cache, wie der dieses Mal vorgestellte Ryzen 7 7700X3D, setzen auf L3-Cache mit großer Kapazität und geringer Latenz, um die Abhängigkeit von der Systemspeicherlatenz in vielen Spieleszenarien zu verringern, sodass die zusätzlichen Vorteile von DDR5 mit extrem niedriger Latenz relativ begrenzt sein werden.
AMD hat wiederholt betont, dass eines der beiden Hauptverkaufsargumente der Prozessoren der X3D-Serie der gestapelte Cache ist. Im aktuellen Umfeld hoher Speicherpreise bietet es Gamern die Möglichkeit, eine hervorragende Bildratenleistung zu erzielen, ohne vollständig auf hochfrequenten und teuren Speicher angewiesen zu sein. Dieses Mal richtet sich EXPO ULL eher an Spieler, die herkömmliche Ryzen-Prozessoren verwenden und bereit sind, in hochspezifizierte DDR5-Streifen zu investieren, und bietet ihnen eine neue Möglichkeit, das Potenzial der Plattform durch Optimierung der Speicherlatenz weiter auszuschöpfen. Das Aufkommen von EXPO ULL markiert die weitere Vertiefung der Zusammenarbeit von AMD mit Hardwareherstellern im Speicherökosystem, wobei neben der Frequenz auch die „Latenz“ als neue Richtung betrachtet wird.