Nachdem Samsung Electronics mit den Gewerkschaften hohe Zugeständnisse bei Leistungsprämien gemacht hat, beschleunigt es den Aufbau von Automatisierungs- und Datenplattformen und strebt den Bau „unbeaufsichtigter“ Halbleiterfabriken bis 2030 an, um den Einfluss von Gewerkschaften und Ingenieuren an vorderster Front auf das Produktionssystem zu schwächen.

Laut den koreanischen Medien ET News hat Samsung kürzlich eine neue Plattform namens Data Sharing Eco Platform (DSEP) eingeführt. Die Kernidee besteht darin, Echtzeit-Prozessdaten mit Partnern wie Ausrüstungslieferanten zu teilen und diese Daten gleichzeitig mit einem auf künstlicher Intelligenz basierenden Fabrikbetriebssystem zu verbinden, um den Weg für eine hohe oder sogar vollständige Automatisierung bis zum Ende dieses Jahrzehnts zu ebnen. Derzeit haben sich rund 60 Partner (hauptsächlich Gerätehersteller) der Plattform angeschlossen, und die Zahl der Teilnehmer wird voraussichtlich weiter steigen.
Laut der offiziellen Einführung handelt es sich bei DSEP um eine „multimodale“ Plattform, die nicht nur relevante Datenfragmente für Partner öffnen, sondern auch die aggregierten Großdaten analysieren und sie dann in das von Samsung selbst entwickelte KI-Modell eingeben kann, um praktikable Lösungen zu finden, die zur Stabilisierung der Erträge und zur Verbesserung der Fehlererkennungsfähigkeiten beitragen können. Gleichzeitig können unter der Prämisse der Sicherheit und Kontrollierbarkeit neue Prozesse und Prozesse eröffnet werden, die zuvor aufgrund von Datensicherheitsrisiken eingeschränkt waren. Im eigentlichen Produktionsprozess besteht einer der großen Vorteile dieser Plattform darin, die Diagnose und Reparatur wichtiger Geräte zu beschleunigen. Bei einigen Geräten, von denen früher aus Sicherheits- oder Sensibilitätsgründen angenommen wurde, dass sie das Werk nicht verlassen dürfen, mussten die Techniker des Herstellers früher zur Inspektion vor Ort sein. Jetzt können Echtzeitdaten verwendet werden, um Probleme aus der Ferne zu lokalisieren und Korrekturmaßnahmen einzuleiten, wodurch Störungen des gesamten Produktionsrhythmus reduziert werden.
Um dieses riesige Datenerfassungs-, Verteilungs- und Analysesystem zu unterstützen, baut die Samsung Semiconductor Division außerdem eine High-Performance-Computing-Plattform (HPC) auf, um ausreichend Rechenleistung bereitzustellen, die Effizienz der Datenverarbeitung und des KI-Trainings von DSEP zu verbessern und die tiefgreifende Automatisierung der Waferfabrik weiter voranzutreiben. Mit der vollständigen Einführung des Automatisierungsprojekts geht die interne öffentliche Meinung von Samsung im Allgemeinen davon aus, dass die Abhängigkeit der künftigen Produktionslinie von traditionellen Frontarbeitern und einigen Ingenieurpositionen erheblich verringert wird und auch der „Chip“ der Gewerkschaft bei Arbeitsbedingungen und Gehaltsverhandlungen geschwächt wird.
Vor nicht allzu langer Zeit befand sich die Samsung-Gewerkschaft mehrere Wochen lang in einer Pattsituation mit dem Management über Leistungsprämien und drohte mehrfach mit Streiks und Produktionsunterbrechungen, um die Spitzenmanager des Unternehmens an den Verhandlungstisch zu zwingen. Früheren Berichten zufolge hat Samsung schließlich eine äußerst umstrittene Bonusvereinbarung mit der Gewerkschaft getroffen: Wenn der jährliche Betriebsgewinn des Unternehmens zwischen 2026 und 2028 200 Billionen Won übersteigt, können Gewerkschaftsmitglieder einen besonderen Leistungsbonus in Höhe von 10,5 % des jährlichen Betriebsgewinns erhalten; und zwischen 2029 und 2035 wird dieser Schwellenwert an einen jährlichen Betriebsgewinn von mehr als 100 Billionen Won angepasst.
Basierend auf den aktuellen Markterwartungen wird der Betriebsgewinn von Samsung in diesem Jahr voraussichtlich etwa 300 Billionen Won erreichen, was bedeutet, dass jeder Mitarbeiter, der sich auf das Speichergeschäft konzentriert, allein in diesem Jahr einen Bonus von etwa 600 Millionen Won (entspricht etwa 400.000 US-Dollar) erhalten könnte. Brancheninsider weisen jedoch darauf hin, dass dieser „Bonuszug“ möglicherweise nicht für lange Zeit nachhaltig sein wird: Sobald die durch DSEP repräsentierte Automatisierungsroute vollständig ausgestaltet ist, wird der Personalbedarf von Samsung in einigen Produktionslinien und sogar in der gesamten Fabrik neu bewertet, und auch der kostenintensive Leistungsteilungsmechanismus wird möglicherweise geschwächt oder sogar neu geschrieben.