Nachrichten vom 5. Juli zufolge verlegt eine Gruppe einkommensstarker Familien in den Vereinigten Staaten ihre Kinder von traditionellen Schulen in neue alternative Bildungseinrichtungen. Das typische Modell besteht darin, KI-Tutoren einzusetzen, um die Lernzeit für die Kernfächer zu verkürzen und dann mehr Unterrichtseinheiten für Unternehmertum, Produktdesign, öffentliche Meinungsäußerung und Teamprojekte bereitzustellen. Es besteht Bedarf für diese Option, es liegen jedoch noch nicht genügend vergleichbare Daten vor, um die langfristigen Auswirkungen dieser neuen Modelle zu belegen.
Laut dem Wall Street Journal ist die in Texas gegründete Alpha School in den letzten Jahren rasant gewachsen. Das Unternehmen wird im Jahr 2025 acht neue Schulen eröffnen und plant, im Herbst fast 24 weitere Schulen zu eröffnen, darunter in Palo Alto, East Bay, Malibu und anderen Orten. Die Studiengebühren in San Francisco betragen 75.000 US-Dollar pro Jahr.

Das Verkaufsargument von Alpha ist ganz einfach: jeden Tag zwei Stunden personalisierte KI-Nachhilfe und die verbleibende Zeit für projektbasierte Workshops. Auf der offiziellen Website der Schule wird dieses Modell auch als „2-Stunden-Lernen“ bezeichnet, wobei der Schwerpunkt auf dem Einsatz adaptiver Technologie liegt, um Einzelunterricht zu ermöglichen, und der Nachmittag dem Training realer Fähigkeiten wie Führung, Finanzen und Unternehmertum vorbehalten bleibt.
In Livingston, New Jersey, hat eine weitere neue Schule, Forge Prep, einen ähnlichen Slogan: Gebaut für 2040, nicht für 1940. Sie beginnt in der 5. bis 8. Klasse und soll in Zukunft auf die 12. Klasse ausgeweitet werden. Der Schwerpunkt des Kurses liegt nicht auf dem Auswendiglernen, sondern darauf, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, reale Projekte durchzuführen, Unternehmen zu gründen, zu forschen und Produkte zu entwerfen. Nach Angaben des Wall Street Journal erhielt Forge Prep in diesem Herbst 600 Bewerbungen und nahm nur 34 Schüler in den ersten vier Klassen auf. Die Studiengebühren liegen zwischen 24.000 und 36.000 US-Dollar und werden nächstes Jahr auf 60.000 US-Dollar steigen.
Darüber hinaus verspricht Forge Prep, dass die Schule 200.000 US-Dollar investieren wird, wenn die Schüler nach ihrem Abschluss Vollzeit in den Unternehmen arbeiten, die sie gründen.
Diese Schulen spiegeln eine ganz spezifische Befürchtung der Eltern wider: Wenn KI einen großen Teil repetitiver und strukturierter Arbeit ersetzen wird, können das Auswendiglernen von Wissen und standardisierte Tests, die in traditionellen Klassenzimmern im Vordergrund stehen, den Kindern dann noch dabei helfen, sich auf die Zukunft vorzubereiten?
Einige vom Wall Street Journal befragte Eltern wechselten nicht zum neuen Modell, weil ihre ursprünglichen Schulen nicht in der Lage waren, die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Manche Menschen sind zunächst nicht unzufrieden mit den öffentlichen Schulen, die ihre Kinder besuchen, aber sie haben einfach das Gefühl, dass es sinnvoller sein könnte, Fähigkeiten wie Verhandlungsführung, Verkauf, öffentliches Reden und Unternehmertum früher zu trainieren. Andere ziehen Standard-Privatschulen nicht mehr ernsthaft in Betracht und glauben stattdessen, dass die Bildung durch Start-up-Unternehmen verändert wird.
Projektbasiertes Lernen ist nicht neu. Mithilfe von KI-Nachhilfelehrern können solche Schulen ein kommerzielleres Versprechen abgeben: Die Kernfächer sind personalisierter und effizienter, und in der Schule bleibt mehr Zeit für praktische Fertigkeiten reserviert.
Das Problem ist, dass es keine ebenso eindeutigen Beweise für die Auswirkungen gibt. Das Wall Street Journal erwähnte in seinem Bericht, dass diese Institutionen nicht wie öffentliche Schulen Indikatoren an die Landesregierung melden müssen und die relative Wirksamkeit schwer zu beurteilen sei. Caroline Hoxby, Professorin für Bildungsökonomie an der Stanford University, erinnerte auch daran, dass dem aktuellen neuen Bildungsmodell der hybriden KI eine ausreichende wissenschaftliche empirische Grundlage fehlt und sie kein Befürworter eines Bildungsmodells ist, dem es an empirischen Daten mangelt.
Die erschwinglichsten Familien auf dem US-amerikanischen Bildungsmarkt nutzen KI als Möglichkeit, auf die Zukunft zu wetten. Sie haben vielleicht nicht bewiesen, dass die neuen Schulen effektiver sind, aber sie sind bereit, hohe Studiengebühren zu zahlen, um sich eine Kindheit zu erkaufen, die eher einem unternehmerischen Bootcamp gleicht.
Dadurch wird KI-Bildung von einem Instrument zur „Kostensenkung und Effizienzsteigerung für Schulen“ zu einer neuen Klassenwahl. Für diese Familien ist KI-Bildung kein Instrument zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung, sondern eine neue Klassenwahl: weniger Standardklassenzimmer und mehr personalisiertes Lernen und unternehmerische Fantasie. Bestätigt werden können jedoch bislang immer noch die Nachfrage und die Expansion, nicht die Bildungsergebnisse. Ob diese Schulen ihre akademischen und langfristigen Entwicklungsleistungen stetig verbessern können, erfordert echte Absolventen und transparentere Daten.